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Kaufberatung Worauf beim Kauf eines Tablets achten?

von
Samsung Galaxy Note 10.1 LTE
Der Trend zum Tablet ist ungebrochen: Wir zeigen, welches Tablet das richtige für Sie ist und worauf Sie beim Kauf achten müssen.

7 Zoll, 8 Zoll oder 10 Zoll – so einfach die Vorauswahl bei der Größe noch ist, bei den drei Betriebssystemen iOS, Android und Windows fällt die Entscheidung schon schwerer.

Die alles entscheidende Frage ist: Wofür brauche ich das Tablet? Und nicht zuletzt: Wie viel Geld will ich dafür ausgeben? Denn preislich ist vom Acer Iconia B1 für 100 Euro bis zum iPad Air für 800 Euro alles drin.

Die Plattformen: iOS, Android und Windows

Die Wahl des Betriebssystems hat weitreichende Konsequenzen und entscheidet zum Beispiel darüber, wie einfach sich das Tablet bedienen lässt, aber auch wie viel Software zum Nachrüsten zur Verfügung steht. Zur Wahl stehen derzeit Apples iOS, Googles Android und Windows. Wobei Android und iOS die mit Abstand gängigsten sind.

Android hat dabei mit fast 70 Prozent Marktanteil die Nase vorn. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass Tablets mit Android oft günstiger sind als Apples iPads. Das für Touchscreens entwickelte Windows 8 hinkt zwar noch hinterher, gewinnt aber zunehmend an Bedeutung.

Mit dem Kürzel RT im Namen ist es zwar auch als exklusive Tablet-Version im Umlauf. Beliebt ist diese Version allerdings nicht. Der Grund: Im Vergleich zu den anderen Plattformen stehen schlicht viel zu wenig Apps zur Verfügung.

Schnelles und bequemes Surfen im Internet, ein übersichtlicher E-Mail-Posteingang, Youtube-Filmchen ansehen, Apps und Spiele installieren, Fotos vom letzten Sommerurlaub anschauen: Die Grundfunktionen beherrschen alle Systeme.

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Android und iOS haben sich rein optisch mit jedem Update zwar immer mehr aneinander angeglichen, sind aber vom Innenleben her immer noch grundverschieden. An die einfache Menüstruktur und Bedienerfreundlichkeit von iOS zum Beispiel kommt Android nach wie vor nicht heran. Auch in anderen Punkten haben die iPads die Nase vorn.

iOS: Gute Abstimmung von Hard- und Software

iOS

  • +intuitive Bedienung
  • +Software optimal auf Hardware abgestimmt
  • +prallgefüllter App Store
  • +riesiges Angebot von Filmen und Musik
  • +schnelle System-Updates für alle iPad-Modelle
  • -Oberfläche kaum anpassbar
  • -starre Menüführung
  • -abgeschottetes Ökosystem mit vielen Einschränkungen

Pionier-Plattform: Apple startete 2010 den Tablet-Boom mit seinen iPads. Eine Bedienungsanleitung? Brauchen Sie dafür nicht. IPads sind anwenderfreundlich und kinderleicht zu bedienen. Hardware und Software sind bestens aufeinander abgestimmt, da erreicht die Zufriedenheit der Nutzer Höchstwerte. Wenn dann so ein gelungenes Gerät auch noch in einer ansprechenden Hülle daher kommt, dann ist der Erfolg nur eine Frage der Zeit.

Beim freien System Android schafft die Kooperation mit den Tablet-Herstellern öfter Probleme bei der Abstimmung von Hard- und Software. Idealerweise greift man da zu den Nexus-Tablets aus dem Hause Google. Hier sind Hard- und Software am besten aufeinander abgestimmt und es fehlt auch die zusätzliche Benutzeroberfläche von Samsung, LG & Co., die über die Plattform gelegt wird.

Die besten Tablets bis 200 Euro

Andererseits sind die Möglichkeiten das Tablet an die eigenen Bedürfnisse anzupassen eingeschränkt. Dies ist allerdings auch bei iOS ein Manko, da lässt sich ebenfalls nicht viel individualisieren.

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Android: Vielfalt und Offenheit

Android

  • +Oberfläche lässt sich umfassend personalisieren
  • +Widgets zeigen Echtzeit-Infos auf dem Startbildschirm
  • +offene Systemarchitektur bietet viele Erweiterungsmöglichkeiten
  • +zahlreiche unterschiedliche Modelle in jeder Preisklasse verfügbar
  • -Benutzerführung nicht immer intuitiv
  • -komplexe Menüstruktur
  • -System läuft nicht auf jedem Modell optimal
  • -Updates vom Tablet- Hersteller abhängig

Ein weiteres Plus von iOS: Apple-Dienste wie App Store, iTunes und iCloud greifen nahtlos ineinander und schrauben den Nutzerkomfort weiter hoch. Mit nur einem Klick kann man einen Film online ausleihen und dabei aus einem riesigen Sortiment auswählen.

Das Angebot an Apps, Spielen, Filmen und auch Musik ist zweifellos das beste im Tablet-Bereich. Aber mitgegangen, mitgehangen: Dem starren Dienste-System von Apple sind Sie auf Biegen und Brechen ausgeliefert.

Android kann da noch nicht mithalten, viele Apps stehen nur für Smartphones mit dem Google-Betriebssystem zur Verfügung und werden auf dem großen Tablet-Display nur in Smartphone-Größe angezeigt.

Im direkten Vergleich sammelt iOS also eine Menge Punkte, aber wenn man sich die vielen Android-Tablets auf dem Markt anschaut, wird deutlich, wo die Vorteile des Google-Systems liegen: in der Vielfalt und Offenheit.

Das System läuft auf vielen Modellen, die jeden Geschmack und jede Preisklasse abdecken und es gibt seinem Nutzer viele Freiheiten. Wer sich dagegen für iOS entscheidet, muss ein iPad oder ein iPad mini kaufen und sich in das geschlossene Apple-System einfügen.  

iOS: Die Sache mit den Updates

In Sachen Updates hat iOS ebenfalls die Nase vorn. Apple reagiert schnell auf nötige Korrekturen und bringt regelmäßig in jedem Jahr eine neue Version mit vielen neuen Features. Das Versionsupdate in diesem Jahr, iOS 7, kam außerdem mit einem neuen Design der gesamten Oberfläche.

Zwar wird auch Android ständig weiterentwickelt, aber man muss länger auf Updates warten, weil die neue Systemsoftware nicht von Google verteilt wird, sondern von den Tablet-Herstellern, die die Treiber zunächst einmal an ihre Modelle anpassen müssen – und das kann dauern. Es gibt auch Hersteller, die gar keine neuen Systemversionen anbieten um Kosten zu sparen.

Apple iPad Air im Test

Android läuft zudem auf zahlreichen Geräten mit unterschiedlichen Prozessoren und Bildschirmgrößen. Bei den Einsteiger-Modellen unter 200 Euro kann es daher schnell passieren, dass die Oberfläche ständig ruckelt, weil ein Treiber schlampig programmiert wurde.

Heißt ein Tablet also nicht Nexus und kommt direkt von Google, hinkt es dem iPad in Sachen Updates immer hinterher. Wer ein Tablet mit Google-System kauft, sollte daher darauf achten, dass eine aktuelle Version installiert ist, also 4.2 bis 4.4.

Windows ist ganz anders

Windows 8.1

  • +Nutzung als Tablet und als Desktop-Rechner
  • +Windows-Programme nutzbar
  • +für den Arbeitseinsatz geeignet
  • +große Modellvielfalt, in der Regel mit Tastatur ausgeliefert
  • -Zweigeteiltes Betriebssystem: Mobil- und Desktop-Nutzung
  • -etwas hohes Gewicht für den Einsatz als Tablet
  • -Oberfläche gut personalisierbar
  • -nur wenig App-Auswahl im Windows Store

Windows fällt da aus dem Rahmen und das fängt schon mit dem Lieferumfang an: Tablets mit Windows 8.1 haben oft auch eine Tastatur im Lieferumfang. Dies liegt daran, dass die meisten Windows-Programme noch nicht für Tablet-Nutzung optimiert sind. Dann muss aus der Kachel- mit den Apps in die Desktop-Ansicht gewechselt werden und hier regieren nach wie vor Maus und Tastatur.

Wer mit dieser Zweiteilung der Plattform in mobile und Desktop-Nutzung leben kann, der kommt in den Genuss vieler Vorteile aus beiden PC-Welten. Er profitiert zum Beispiel von USB-Schnittstellen zum Anschluss von Zubehör, da kann Apple nicht mithalten.

Windows 8.1 hebt sich also deutlich von iOS und Android ab. Es bleibt trotz Touch-Funktion und Einsatzfähigkeit auf Tablets ein PC-Betriebssystem, das auf Notebooks und PCs mit Touchscreen genutzt wird. Es ist somit vorrangig zum Arbeiten gedacht, klammert aber die bequeme Nutzung als Tablet mit all seinen Ergänzungs- und Spaßfunktionen dennoch nicht aus.

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Kleines Manko der Doppelnutzung: Windows-Tablets sind im Vergleich zu ihren Konkurrenten mit Android oder iOS deutlich schwerer sind. So wiegt das Surface Pro 2 zum Beispiel gut 900 Gramm, das iPad Air aber nur etwa die Hälfte davon.

Form folgt Funktion

Die Hardware-Hersteller haben sich an den Spezialfall Windows 8 schnell angepasst und reagieren mit kreativen Lösungen für die doppelte Nutzung. Meistens sind es so genannte Keydocks, also koppelbare Tastaturen, wie bei Microsofts Surface-Reihe oder den Transformer Books von Asus.

Lenovo Ideapad Yoga im Test

Angeboten werden auch so genannte Convertibles, mit einer um 360 Grad drehbaren Tastatur wie zum Beispiel die des Ideapad Yoga von Lenovo. Bei Tablet-Nutzung verschwindet die Tastatur komplett unter dem Bildschirm oder sie dient als Stütze beim Aufstellen. Bei der Arbeit im Desktop-Modus lässt sich das Convertible wie ein Notebook angewinkelt aufstellen.

Fazit und Nutzungsszenarien

Jede Plattform besitzt ihre ureigenen Vorteile. Die Entscheidung liegt bei Ihnen, wobei der Preis natürlich eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Hier hat Android die besseren Karten, die günstigsten Android-Tablets sind bereits ab etwa 100 Euro erhältlich.

Es hängt nicht zuletzt auch von der Nutzung ab, ob ein Einsteigergerät vom unteren Ende der Preisskala das richtige für Sie ist. Drei Nutzungsszenarien sollen Ihnen die Wahl erleichtern:

Nutzungsszenario 1: An einem Ort

Wenn das Tablet Ihre vier Wände kaum verlassen wird, dann können Sie Auswahlkriterien wie Akkulaufzeit und Gewicht getrost hintanstellen. Entscheidend ist eine hingegen sehr gute Display-Qualität. Da das Display das mit Abstand teuerste Bauteil eines Tablets ist, sollten Sie jetzt überlegen, wie intensiv Sie Ihr Tablet nutzen wollen.

Google Nexus 7 im Test

Geht es Ihnen nur darum, mal kurz im Internet auf Wikipedia nachzuschlagen oder zu schauen, was gerade im Fernsehen läuft? Dann könnte auch ein Einsteigergerät für unter 200 Euro genügen.

Oder wollen Sie damit Videos anschauen, Zeitung und E-Mails lesen, spielen und vielleicht auch über Skype Videogespräche führen? Dann sollte es je nach Typberatung ein gut ausgerüstetes Android-Tablet sein, zum Beispiel das aktuelle Nexus 7 für etwa 250 Euro. Für ein iPad Air fallen im günstigsten Fall etwa 400 Euro an.

Das aktuelle iPad mini mit WiFi und 16GB liegt bei etwa 325 Euro. Auch für ein Tablet mit Windows 8 müssen Sie Kosten ab 300 Euro aufwärts einplanen.

Nutzungsszenario 2: Immer unterwegs

Das entgegengesetzte Szenario: Sie sind viel unterwegs oder haben einen langen Weg zur Arbeit, in jedem Fall kommt Ihr Tablet in der Regel mobil zum Einsatz. Damit sind die Anforderungen klar:

  • ein niedriges Gewicht (zwischen 350 und 500 Gramm)
  • eine lange Akkulaufzeit (zwischen sieben und neun Stunden)
  • eine mobile Datenanbindung 

In Frage kommt etwa das kompakte 7-Zoll-Tablet Google Nexus 7 2 mit 32GB, WiFi und LTE, das bereits ab 300 Euro zu haben ist. Weitere 7-Zöller, mit etwas weniger Ausstattung aber auch günstiger sind das Fonepad 7 von Asus für etwa 220 Euro oder das aktuelle Samsung Galaxy Tab 3 mit 3G und 8GB für rund 240 Euro.

Samsung Galaxy Tab 3 10.1 im Test

Natürlich finden Sie auch günstigere Kompaktgeräte von weniger bekannten Herstellern, aber dann dürfen Sie vor allem in puncto Akkulaufzeit und Performance keine zu hohen Ansprüche stellen. Qualität hat ihren Preis.

Nutzungsszenario 3: Konsumieren

Tablets sind kleiner als ein Netbook und passen in fast jede Tasche, aber Untersuchungen zeigen, dass sie vor allem genutzt werden, um auf dem Sofa im Internet zu surfen. Es sind Unterhaltungsgeräte, die in erster Linie dem Medienkonsum dienen.

Wenn der auch bei Ihnen im Vordergrund steht, dann ist nicht nur eine hochwertige Anzeige wichtig, um die Inhalte entsprechend darzustellen, auch der Prozessor sollte genügend Leistungsreserven haben, um Filme und Fotos ruckelfrei auf den Bildschirm zu bringen.

Dabei gilt der Grundsatz:

  • Bewegen Sie sich nicht unterhalb der Gigahertz-Schwelle. Die Taktrate des Prozessors sollte auf jeden Fall über einem Gigahertz liegen. Im Idealfall handelt es sich um einen Mehrkernprozessor „Dual-Core“ oder „Quad-Core“ oder „Core-i3“ und „Core i5“ bei Windows-Tablets.
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