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Interview A1 Telekom Austria: "Vollausbau von LTE in den Ballungszentren"

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connect sprach mit Walter Goldenits, Vorstand Technik, A1 Telekom Austria AG, über die LTE-Strategie des öseterreichischen Netzbetreibers.

Der LTE-Ausbau ist in vollem Gang. Wie sieht Ihre Strategie für 2012 und darüber hinaus aus?

2012 ist bezüglich LTE zweifellos ein wichtiges Jahr. Mehr und mehr LTE fähige Geräte erscheinen, neue Tarife für Power-User wurden geschaffen und somit wird es für Kunden immer attraktiver das Angebot zu nutzen. Gleichzeitig werden wir heuer unser Netz sehr stark erweitern, die Auflage ist bis Ende 2013 25 Prozent der Bevölkerung mit LTE zu versorgen. Die weitere Strategie hängt auch entscheidend davon ab, wie die Vergabe der Frequenzbänder der Digitalen Dividende erfolgt.

Welche Rolle spielt es dabei, dass die Frequenzbänder um 800 MHz in Österreich noch nicht versteigert wurden?

Technlogisch gesehen eignen sich die 800er Frequenzen primär für weniger dicht besiedelte Gebiete. A1 versorgt schon heute mehr als 90 Prozent der Bevölkerung mit sehr leistungsfähiger HSPA-Technologie. Zur Zeit konzentrieren wir uns auf die Planung und Errichtung des LTE-Netzes mit 2,6 GHz.

Werden Sie in den Städten nur Hotspots mit erhöhtem Datenaufkommen versorgen oder planen Sie den Vollausbau?

Langfristig planen wir in den Ballungszentren den Vollausbau mit LTE. 

Wird die Versorgung grundsätzlich auch auf die Anwendung zu Hause ausgerichtet oder eher für den Mobilitätsfall gesehen?

Sowohl als auch. Wenn Sie auf die Praxis in Deutschland eingehen, dass LTE 800 als Alternative bei DSL-White-Spots zum Einsatz kommt, so kann man in Österreich dazu noch nichts sagen, da die Auktion der Frequenzen noch ausständig ist. A1 hat allerdings mit 98 Prozent potentiell versorgbaren Haushalten einen vergleichsweise weitaus höheren Versorgungsgrad mit DSL-Technologien.

Ab wann rechnen Sie damit, dass LTE-Endgeräte eher zur Regel werden als die Ausnahme zu sein?

Wir gehen davon aus, dass LTE-Smartphones und Tablets bis  Ende 2012 massiv zugelegen werden. Die Ausstattung mit LTE als Übertragungstechnologie wird sicher erst in den oberen Preiskategorien stattfinden, LTE wird vorerst ein weiteres Differenzierungsmerkmal von Flagship-Smartphones sein. Aber erst ab dem Zeitpunkt, zu dem auch Smartphones der Mittelklasse flächendeckend mit LTE ausgestattet sind, wird die Marktdurchdringung entsprechend schnell steigen.

Welche Endgeräte-Kategorien sehen Sie im LTE-Umfeld?

Wir gehen davon aus, dass alle Geräte, über die hohe Datenmengen transportiert werden bzw. genützt werden können (Smartphones, Tablets, Sticks, Router), LTE nutzen werden. Das klassische Feature-Phone, bei dem es nur um Telefonie und SMS geht, wird aber auch weiterhin seine Berechtigung haben.

Mit LTE kommt der mittlerweile dritte digitale Mobilfunkstandard auf die Geräte, werden damit GSM oder UMTS auf längere Sicht zum Auslaufmodell?

Eine solche Entwicklung ist de facto aktuell nicht absehbar. GSM ist immer noch eine Technologie, die für die hochwertige Versorgung mit Sprachtelefonie und SMS bedeutend ist. Auch bei UMTS sehen wir aktuell keine entsprechende Tendenz.

Zur Übersicht mit allen Interviews zu LTE

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