Menü

Hochsicherheits-Handy SiMKo 3 - doch nicht für Merkel?

von
Arnulf Schäfer
Samsung Galaxy S3
Samsung Galaxy S3
Das abhörsichere Smartphone SiMKo 3 der Telekom stieß scheinbar auf Ablehnung bei den Bundesbehörden. Konkurrent Secusmart sicherte sich viele Bestellungen.

Das abhörsichere Smartphone der Telekom SiMKo 3 stieß, wie der Focus meldete, auf Ablehnung. Die Berliner Behörden kritisierten das Modell der Telekom, das auf einem Samsung Galaxy S3 basiert.

Vor allem die geringe Laufzeit des Akkus sei negativ aufgefallen berichtet Focus. Zudem wurde das Fehlen von WLAN, Kamera, Bluetooth und der geringe verfügbare Speicher bemängelt.

Diese Kritik scheint nicht für das konkurrierende Modell von Secusmart zu gelten. 23 Behörden sollen inzwischen 1200 dieser Smartphones bestellt haben. Das Secusmart basiert auf einem Blackberry Z10. 

Blackberry Z10 im Test

Beide Smartphones gelten als abhörsicher. Sie verschlüsseln Kontakte, E-Mails sowie Kalenderdaten. Während das SiMKo 3 neben Android zusätzlich ein zweites,  hochsicheres Betriebssystem besitzt, nutzt Secusmart ein optimiertes Blackberry-Betriebssystem.

Merkel-Phone SimKo 3 (10.09.213)

Bundesregierung, Mitarbeiter von Ministerien und Bundesbehörden bekommen demnächst ein neues, abhörsicheres Smartphone. Das Security-Smartphone SiMKo 3 der Telekom, auch als Merkel-Phone oder Kanzler-Handy bekannt, ist äußerlich ein Samsung Galaxy S3.

Es enthält jedoch den neu entwickelten L4-Hochsicherheits-Mikrokern als Betriebssystem. Er gilt als abhörsicher. Zudem kommt eine Kryptokarte zum Einsatz, die alle Daten auf dem Smartphone verschlüsselt.  
 
Das SiMKo 3 erlaubt seinen Besitzern neben der Nutzung von besonders gesicherten Diensten auch die Nutzung von offenen Anwendungen und Apps. Dabei sorgt der L4-Kern des SiMKo3, dass sich das Smartphone wie zwei autarke Geräte verhält. Es trennt Daten und Anwendungen zwischen dem gesicherten Bereich und dem offenen Bereich strikt voneinander.
 
SiMKo 3 schützt nicht nur Datenanwendungen wie Mail, Kalender, Kontakte und Aufgaben. Es lässt sich auch als abhörsicheres Krypto-Telefon verwenden, das künftig verschlüsselte Telefonate auf Basis von Voice over IP mit hochsicheren Verschlüsselungsverfahren bieten soll. Zusätzlich wird der Behörden-Standard SNS (Sichere Netzübergreifende Sprachverschlüsselung) in den nächsten Monaten entwickelt.
 
Datensicherheit - NSA knackt alle Smartphone-Plattformen

Verliert ein Besitzer sein SiMKo 3, dann kann niemand die Daten anschauen und auslesen, die darauf gespeichert sind. Die Kryptokarte sorgt für die Authentisierung des Benutzers und verschlüsselt alle Daten auf dem Gerät. Zudem lässt sich der Inhalt des Smartphones aus der Ferne löschen.
 
Das SiMKo 3 wurde jetzt vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für den Einsatz in der Geheimhaltungsstufe VS-NfD (Verschlussache – Nur für den Dienstgebrauch) zugelassen.

Das Security-Phone ist ab sofort verfügbar und wird nicht nur an Behörden verkauft. Es kostet ab 1.700 Euro – bei Abschluss eines Mobilfunkvertrags.
 
Wie die Telekom mitteilt, gibt es demnächst eine SiMKo-Produktfamilie mit Tablets oder Notebooks für den Heimarbeitsplatz. Ebenfalls in Kürze kommt eine SiMKo 3-Version auf den Markt, die in LTE-Netzen einsetzbar ist.

Blackberry Sicherheitshandy

Auf der CeBit 2013 wurde neben dem Telekom-Modell auch ein zweites Sicherheitshandy vorgestellt. Es ist eine Entwicklung von Blackberry und Secusmart. Wann dieses Modell die Zulassung durch das Bundesamt für Informationationstechnik bekommt, ist bislang nicht bekannt.

comments powered by Disqus
x