Deutscher Musikpreis

Alle Gewinner des Echo 2013

Der Echo 2013 ist vorüber. Neben vielen Preisen für Favoriten wie Die Toten Hosen gab es nur wenige Überraschungen, aber dafür seltsame Momente.

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© Matias Corral

Die Verleihung des Echo 2013 in der Messe Berlin ging ruck, zuck über die Bühne. In guten zweieinhalb Stunden gab es eine etwas holprige Moderation von Schlagerstar Helene Fischer, erwartete und unerwartete Preisträger, echte und nicht ganz glaubhafte Tränen sowie eine kleine Überraschung. Doch der Reihe nach.

Der erste Echo des Abends wurde von Peter Maffay vergeben. Er überreichte den wichtigsten deutschen Musikpreis in der Kategorie "Rock/Pop Gruppe National" an Die Toten Hosen. Für die Düsseldorfer Band sollte dies nicht die letzte Auszeichnung bleiben, und auch Peter Maffay sollte die Bühne noch einmal betreten.

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Leicht irritierte Gesichter hinterließen Alec und Sascha von The Boss Hoss, die den Echo für die beste "Künstlerin Rock/Pop national" etwas fahrig an Ivy Quainoo vergaben. Die Sängerin kennen die beiden aus der Casting-Sendung "The Voice of Germany", in der die Boss-Hoss-Mitglieder als Jury mitgewirkt hatten.

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In der Kategorie "Rock/Alternative international" sahnten Linkin Park ab und nahmen den Preis von Til Schweiger entgegen, der seine Laudation etwas unbeholfen ablesen musste. Linkin-Park-Gitarrist Mike Shinoda bedankte sich sehr sympathisch auf Deutsch bei den Fans.

Der nach wie vor unvermeidliche "Graf" von der Band Unheilig strich anschließend gleich zwei Auszeichnungen ein: Den Echo für den erfolgreichsten nationalen Act im Ausland und für Rock/Alternative national.

Das beste Video national ging an die etwas befremdlich quietschende und weinende Lena, die auf seltsame Weise etwas zu tränenüberströmt mehrfach skandierte, "total überwältigt" zu sein. Deutlich gefasster sackten direkt im Anschluss Die Toten Hosen ihren zweiten Echo für das beste Album 2013 ein.

Den Echo in der Kategorie Club/Dance/Electronic sicherten sich Deichkind, die mit den bandtypischen Pyramidenhüten auf die Bühne kamen und - gewohnt schräg - die Dankesrede von einem Lady-Gaga-Double verlesen ließen.

Depeche Mode veröffentlichen "Delta Machine" im Netz

Der wie immer stilsicher auftretende Max Raabe hielt die Laudatio für die Künstlerin Rock/Pop International. Preisträgerin Lana Del Rey bedankte sich mit warmen Worten und einer Liebeserklärung an Berlin und konnte damit eher unerwartet ihr so unterkühltes Image etwas aufwärmen.

Da gönnte man es ihr, dass sie dann auch gleich noch die Trophäe in der Kategorie "Newcomer International" gewann. Selbst der TV-Kommentator des Abends merkte an, wie nett es sei, die kühle Diva einmal lächeln zu sehen.

Bester Künstler Rock/Pop national und damit Preisträger des Echo 2013 wurde Teufelsgeiger David Garrett. Im Anschluss an dessen Auszeichnung kam dann endlich der sechsmal nominierte Panda-Masken-Rapper Cro auf die Bühne, um den Echo in der Kategorie Hip-Hop/Urban in Empfang zu nehmen.

Etwas seltsam mutet es immer an, wenn der Gastgeber oder die Gastgeberin einer Veranstaltung selbst ausgezeichnet wird. So war es auch, als Moderatorin Helene Fischer anschließend in der Kategorie "Schlager" geehrt wurde und zudem noch den Preis für die beste DVD-Produktion verliehen bekam. Weniger verfänglich wurde es dann wieder, als Crooner Michael Buble nachfolgend auf die Wise Guys traf, und den Echo 2013 im Bereich "Crossover" an die Kölner Band übergab.

Als bester Künstler Rock/Pop international wurde Robbie Williams geehrt, der nicht zur Show erscheinen konnte, jedoch von Helene Fischer im Vorfeld der Verleihung aufgesucht worden war. Der Ex-Take-That-Sänger lockerte das bis dahin doch eher dröge Danksagungsprogramm auf, indem er sich selbst für seine Existenz und Brillanz dankte.

Für einen Höhepunkt im Live-Programm sorgten Depeche Mode. Sänger Dave Gahan versemmelte zwar das Playback zur Single "Heaven", der Freude der deutschen Fans über den Auftritt der Briten tat das jedoch keinen Abbruch.

"Delta Machine" von Depeche Mode im Hörtest

Die Auszeichnung als bester Newcomer national ging wiederum an den Stuttgarter Rapper Cro, bevor es dann endlich eine Überraschung gab: Den Radio-Echo heimste völlig unerwartet Roman Lob ein, der beim Eurovision Song Contest 2012 für Deutschland an den Start gegangen war. Lob hatte sich in der Kategorie u. a. gegen Die Ärzte und Die Toten Hosen durchgesetzt. Der Preisträger des Radio-Echos wird per Abstimmung unter Radiohörern gefunden.

Dann kehrte Peter Maffay noch einmal auf die große Bühne zurück, diesmal jedoch als Preisträger in der Kategorie "Live-Act national". Die Auszeichnung für volkstümliche Musik nahmen Santiano entgegen.

Daraufhin klingelte für Die Toten Hosen zum letzten Mal die Echo-Glocke. Ihr Lied "Tage wie diese" wurde als erfolgreichster Hit 2013 mit dem Musikpreis geehrt. Diese Auszeichnung und der bereits am Vorabend vergebene Echo für das beste Produzententeam verhalfen den Düsseldorfern zu insgesamt vier Trophäen und damit zum Sprung an die Spitze der Preisträger des Abends. Ebenfalls bereits am Vortag wurden Kraftklub, Daniel Barenboim, der Sender Flux FM sowie die Expert AG ausgezeichnet.

Mit schwerem Gitarrenriff schloss dann die Ehrung von Led Zeppelin an. Die 1968 gegründete Band wurde für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Hosen-Sänger Campino hielt die Laudatio auf die Gruppe um Robert Plant. Jimmy Page und John Paul Jones nahmen den Preis entgegen.

Die letzte vergebene Auszeichnung für das Lebenswerk national nahm der 70-jährige Liedermacher Hannes Wader in Empfang, der anschließend seinen Klassiker "Heute hier, morgen dort" gemeinsam mit den Toten Hosen zum Besten gab. Die Band hatte den Song 2012 auf ihrer Bonus-CD "Die Geister, die wir riefen" veröffentlicht. Dennoch sorgte Sänger Campino während des Auftritts mit deutlichen Texthängern für die letzte Peinlichkeit des Abends.

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© Marco Prosch

Die Berliner Band Seeed nutzte den Heimvorteil und überzeugte live mit ihrem Song "Deine Zeit".
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© ARD Kimmig Entertainment GmbH

Robbie Williams nahm den Preis vorab in der Ferne entgegen.

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