Sprachassistent

Amazon Echo - Smarter Lautsprecher hört aufs Wort

Mit Amazon Echo hat der Online-Händler überraschend einen smarten Lautsprecher vorgestellt. Echo wird mit Sprachbefehlen aktiviert und greift für seine Antworten auf die Cloud zu. Eine Wanze im Wohnzimmer?

Amazon Echo

© Amazon

Amazon Echo

Das neue Amazon Echo erscheint wie eine konsequente Weiterentwicklung zu Amazon Fire TV. Bereits die Fernbedienung der Set-top-Box konnte mit einer sehr guten Spracherkennung beeindrucken. Amazon Echo konzentriert sich nun allein darauf: Der Netzwerklautsprecher wird stationär im Wohnzimmer aufgestellt und wartet dann auf sein Wecksignal: das Stichwort "Alexa". Nun kann der Nutzer dem Gerät Fragen stellen oder Sprachbefehle geben.

Amazon Echo soll auf diese Weise zahlreiche Funktionen übernehmen, wie man Sie von anderen Sprachassistenten wie Google Now, Apples Siri oder Microsofts Cortana her kennt. So lassen sich über Amazon Echo per Sprachbefehl Termine einstellen, der Wetterbericht abfragen, Produkte zur digitalen Einkaufsliste hinzufügen, ein Wecker oder eine Stoppuhr stellen oder Notizen und To-Dos erfassen. Daneben sind auch simple Fragen an "Alexa" möglich, für die Echo auf Wikipedia zugreift.

Nicht zuletzt ist Amazon Echo ein Netzwerklautsprecher und kann auf Wunsch Musik abspielen. Dafür kann Echo auch über eine App angesteuert werden. Für einen guten Klang sorgen sollen ein 2,5-Zoll-Subwoofer und ein 2-Zoll-Hochtöner, die beide nach unten gerichtet sind, um den Sound gleichmäßig im Raum zu verteilen.

An der Oberseite der Box hat Amazon sieben Mikrofone integriert. Sie sollen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Audio-Technologien sicherstellen, dass Echo auch Sprachbefehle aus größerer Entfernung versteht und auch während der Musikwiedergabe per Sprache bedienbar bleibt. Über zwei zusätzliche Buttons kann das Gerät ausgeschaltet werden oder nur die Mikrofone deaktiviert werden.

In diesem Video zeigt Amazon, wie sich das Unternehmen den Alltag mit Echo vorstellt:

Amazon Echo gibt es vorerst nur in den USA und auch dort nur, indem man eine Einladung anfragt. Der Preis liegt bei 199 US-Dollar - Kunden mit Amazon-Prime-Mitgliedschaft zahlen vorübergehend lediglich 99 Euro. Über einen Release in Deutschland gibt es noch keine Informationen.

Kommentar: Amazon Echo - eine Wanze im Wohnzimmer?

Beim Thema Datenschutz sorgt Amazon Echo natürlich für Kontroversen. Damit "Alexa" auf Sprachbefehle reagieren kann, muss Echo kontinuierlich in den Raum lauschen. Wer stellt sich im Zeitalter von Snowden-Enthüllungen und NSA-Skandal freiwillig eine Wanze ins Wohnzimmer? Wenn man ehrlich ist, hat man das im Regelfall bereits, denn viele aktuelle Smartphones weisen bereits ähnliche Funktionalitäten auf. So hören aktuelle Android-Geräte mit entsprechend konfiguriertem Google Now schon jetzt auf das Stichwort "Ok, Google", sobald der Bildschirm aktiv ist. Das Motorola Moxo X kann gar ebenso wie Echo komplett ohne Hände bedient werden.

Amazon betritt also nur insofern Neuland, als dass man mit Echo die Sprachbefehle auf ein Gerät bringt, das dedizidiert innerhalb der eigenen vier Wände untergebracht ist. Während sich Sprachsteuerung in der Öffentlichkeit nur schwer durchsetzt, könnte diese Beschränkung auf einen "Wohnzimmer-Assistenten" die Hemmschwelle senken. Klar ist jedenfalls: Ohne ein Lauschen auf Befehle und eine Verbindung zu Cloud-Datenbanken wird ein Sprachassistent aktuell nur beschränkte Möglichkeiten bieten können.

Amazon Echo - Sound

© Amazon

Das Innenleben: Amazon verbaut im Echo einen Subwoofer und einen Hochtöner.

Introducing Amazon Echo

Quelle: amazon
3:55 min

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