Software

ANTI macht jeden Android-Nutzer zum Hacker

ANTI heißt eigentlich Android Network Toolkit und wurde vom israelischen IT-Unternehmen Zimperium entwickelt. Die Android-App soll dabei helfen, Schwachstellen in Netzwerken aufzuspüren.

Hacker-Tool ANTI von Zimperium

© Zimperium

ANTI von Zimperium macht das Android-Smartphone zum Hacker-Tool

Die Software wurde auf der Hackerkonferenz Defcon vorgestellt. Eine kostenlose Basisversion soll noch in dieser Woche im Android Market angeboten werden, die Version für Unternehmen soll 10 US-Dollar kosten. Wie das Wirtschaftsmagazin Forbes scheibt, kann man damit Penetrationstests in Netzwerken durchführen - die App enthält alle nötigen Werkzeuge, um Schwachstellen in einem Wlan-Netz aufzuspüren und zu dokumentieren. Dabei handelt es sich um Tools, die bisher nur auf PC-Rechnern zur Verfügung standen.

Dazu gehören ein Wlan-Scanner, der ungesicherte Netzwerke und alle daran angeschlossenen Rechner anzeigt. Die lassen sich über eine benutzerfreundliche Oberfläche mit dem Smartphone angreifen, etwa über so genannte "Man in the Middle"-Attacken. Auf der Defcon kaperte Zimperium-Gründer Itzak Avraham fremde Rechner und Geräte zu Demonstrationszwecken, dabei nutzte er seit längerem bekannte Schwachstellen, etwa das SSH-Leck bei gejailbreakten iPhones oder einen Windows-Exploit, über den der Conficker-Wurm im Jahr 2009 eindrang.

Bestandteil von ANTI ist außerdem ein Windows-Trojaner, der es dem Android-Smartphone erlaubt, Befehle auf einem gekaperten PC auszuführen, zum Beispiel Screenshots zu machen, eine CD auszuwerfen oder den Taschenrechner zu starten. Bisher gibt es keine Smartphone-Software, die so komplexe und gefährliche Hacker-Werkzeuge in einer intuitiven Oberfläche bündelt. Hacken wird damit zu einem Kinderspiel.

"Wir wollten ein Penetrationstest-Tool für die Massen machen. Es geht darum, das zu können, wozu auch fortgeschrittene Hacker imstande sind - aber mit einer wirklich guten Anwendung. Im Hosentaschenformat", erklärte Avraham im Gespräch mit Forbes. Als primäres Einsatzziel sieht er Unternehmen. Der Zimperium-Gründer ist sich aber bewusst, dass ANTI auch missbrächlich genutzt werden kann. Die Nutzungsbedingungen der App sehen daher vor, dass sie nur im eigenen Netzwerk angewendet werden darf. Dass sich echte Angreifer kaum um solche Nutzungsbestimungen kümmern dürften, ist auch Avraham klar. Aber das sei nun mal "das Risiko, wenn man Menschen helfen möchte, ihre Sicherheit zu erhöhen".

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