WWDC 2015

Apple stellt iOS 9 vor - Release im Herbst

iOS 9 kommt. Apple hat auf dem WWDC 2015 den iOS-8-Nachfolger vorgestellt. Das Betriebssystem für iPad und iPhone soll nach einer Public-Beta-Phase im Herbst Release feiern.

Screenshot: Apple iOS 9 Preview

© Apple

Screenshot: Apple iOS 9 Preview

iOS 9 soll vor allem eines sein: proaktiv. Das betonte Apples Senior Vice President für Software-Entwicklung Craig Federighi bei der Präsentation der neuen iOS-Version im Rahmen der WWDC-Keynote immer wieder. Und noch ein Schlagwort wurde Federighi nicht müde zu wiederholen: Intelligenz.

Proactivity & Intelligence

Gemeint ist damit die konsequente Weiterentwicklung des mobilen Betriebssystems für iPad, iPhone und iPod als intelligentes Alltagswerkzeug. iOS 9 soll in der Lage sein, aus dem Nutzerverhalten zu lernen und dadurch kontextabhängig zu antizipieren, was der User gerade machen möchte. Was reichlich theoretisch klingt, sieht in der Praxis so aus: Wenn ein Nutzer für gewöhnlich am Morgen zu schneller Laufmusik ein paar Runden dreht, wird ihm iOS künftig beim Einstecken der Kopfhörer zu morgendlicher Stunde direkt die Musik-App mit passender Playlist vorschlagen. Ist derselbe Nutzer hingegen im Auto unterwegs, in dem er meist Hörbücher hört, ruft das iPhone direkt den zuletzt gehörten Titel auf.

iOS 9 merkt sich also, was der Anwender wann macht und bietet so schon im Sperrbildschirm passende Optionen an. Der Zugriff auf die richtige App geht so noch schneller.

Wer suchet, der findet - noch mehr

Darüber hinaus hat Apple an der Suche geschraubt: Diese bezieht nun auch Videodienste wie YouTube, Vimeo und Co. direkt in ihre Ergebnisse ein. Besonders wichtig für Entwickler: Apple stellt eine Suche-API bereit, sodass fortan auch Apps direkt mit der Suchfunktion gekoppelt werden können. Die Suche greift dann auch auf entsprechende installierte Apps zu, statt nur im Web passende Treffer abzufragen.

Dabei betont Apple, dass der Nutzer stets "in control" seiner Daten bleibe, also keine Weitergabe an Dritte erfolge. Die intelligente Suche soll nicht mit der Apple-ID verbunden sein und anonym arbeiten.

Apple Pay weiterhin nicht in Deutschland

Andere Neuerungen von iOS 9 betreffen Apple Pay - das jedoch nach wie vor keinen Starttermin für Deutschland erhält. Immerhin geht der iOS-Bezahldienst in Großbritannien an den Start, wo die Zahlungsmethode zum Start an 250.000 Bezahlstellen funktionieren soll. Darunter auch die öffentlichen Verkehrsmittel in der Hauptstadt London.

Aus dem bisher zur Verwaltung von Tickets und Käufen genutzen Passbook wird die neue App Wallet, die sämtliche Apple-Pay-Funktionen ordnet.

Notes mit feinen Verbesserungen

Viele praktische Verbesserungen erhält Notes, die in iOS integrierte Notiz-Anwendung. Neben Textformatierungen, dem Einfügen von Fotos und einer leichteren Kopie-Option für Links direkt mittels Teilen-Menü des Safari-Browsers wird vor allem das neue Zeichen-Feature viel Freude bringen. Unter iOS 9 wird es möglich, in Notes einfache Skizzen direkt mit den Fingern zu zeichnen.

Maps für Pendler

Maps wird weiter ausgebaut und um eine besonders für Pendler hilfreiche Funktion erweitert: Transit. Der neue Maps-Bestandteil, der sich auf die Streckenplanung und Navigation mit öffentlichen Verkehrsmitteln konzentriert, wird zunächst für einige ausgewählte Städte ausgerollt. In Deutschland ist Berlin zum Start von iOS 9 in Maps Transit vertreten.

Apple wird News-Lieferant

Gänzlich neu in iOS 9 ist News. Die personalisierte Nachrichten-App erinnert an Facebooks jüngste Bestrebungen als News-Lieferant (Instant Articles), denn ebenso wie das Social Network hat sich auch Apple mit namhaften Medienfirmen zusammengeschlossen, um Nutzern in speziellen Channels und Formaten ihre Texte und Bilder zugänglich zumachen. So werden in der neuen News-App Beiträge von ESPN, Wired, Vanity Fair und anderen zu finden sein.

Multitasking und Splitscreen-Apps kommen

Von vielen erhofft, nun endlich umgesetzt, kommt das wichtigste neue Feature von iOS 9: Multitasking. Abhängig von der jeweiligen Hardware können auf einigen iPads unter iOS 9 mehrere Apps gleichzeitig im Splitscreen arbeiten. Die Aufteilung des Bildschirms kann dabei frei gewählt werden, ist also nicht auf eine 50/50-Ansicht beschränkt. Besonders praktisch: Endlich können unter iOS Videos in einem eigenen Fenster abgespielt und beim Arbeiten mit anderen Apps weiterlaufen gelassen werden. Die Position des kleinen Video-Players ist dabei frei verschiebbar.

Ebenfalls zur Verbesserung der Nutzererfahrung beitragen soll das neue QuickType-Keyboard. Beim Benutzen von zwei Fingern wird aus der Tastatur automatisch ein Trackpad, was die Steuerung auf dem iPad-Display enorm erleichtert.

Weiterhin ausgebaut werden Apple-Projekte wie CarPlay und HomeKit, wobei es hier auf die Entwickler ankommt, spannende Anwendungsszenarien bereitzustellen. Gleiches gilt für den Einsatz der neuen Programmiersprache Swift. Deren Bereitstellung als Open Source wurde auf der WWDC-Keynote mit viel Jubel aufgenommen.

Wer bekommt iOS 9?

iOS 9 soll auf allen Geräten zur Verfügung stehen, die auch mit iOS 8 arbeiten können. Zudem benötige die Installation des iOS-Updates nur 1,3 GB. Zum Vergleich: Für die Installation von iOS 8 waren noch 4,6 GB freier Speicher nötig.

Die Beta-Phase für Entwickler beginnt mit dem WWDC, der offizielle Release von iOS 9 für alle Anwender soll im Herbst erfolgen. Neu ist allerdings die von Apple angekündigte "Public Beta", für die sich Nutzer zuvor bewerben können. Diese Testphase soll im Juli starten.

Kein Force Touch?

Ankündigungen zum Thema Force Touch blieb Apple beim WWDC-Event schuldig. Ob das Feature also für iOS 9 in Zukunft eine Rolle spielen wird, bleibt offen. Möglicherweise kommt die Unterstützung mit einer der folgenden iOS-9-Versionen und wird im Rahmen der Vorstellung neuer iPads enthüllt werden.

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