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Apple verteilt kostenlose Schutzhüllen
Unter dem Stichwort "Antennagate" fand am vergangenen Freitag, dem 16. Juli, eine Pressekonferenz von Apple statt. Das Thema: Die Empfangsprobleme des iPhone 4 auf Grund eines Designfehlers bei der Antenne. Die Konferenz begann mit Selbstironie, denn Apple spielte den Antenna-Song über Youtube ein.
Doch dann ging es ans Eingemachte, natürlich mit Zahlen: 3 Millionen iPhone 4 habe Apple nun seit Marktstart vor verkauft. Eine Zahl, die später bei der Argumentation noch wichtig wird. Steve Jobs spricht von den ersten Videos im Netz, die das Empfangsproblem aufzeigen. Wenn man mit den Fingern gewisse Stellen der Antenne verdeckt, verschwinden die Balken bei der Empfangsanzeige nach und nach. Darauf hin habe man 22 Tage lang intensiv das Problem untersucht, auch mit anderen Smartphones verglichen und auch dort ein ähnliches Phänomen festgestellt. Etwa beim RIM BlackBerry Bold 9700 oder beim HTC Droid Eris und auch beim Samsung Omnia 2.
Es sei also ein grundsätzliches Problem, das bei allen Smartphones auftauche. "Mobiltelefone sind nicht perfekt" so Jobs. "Wir sind nicht perfekt". Dann habe man auch noch die empfindliche Stelle sehr gut markiert, damit auch jeder wisse, wo er hinfassen müsse, um das Phänomen zu beobachten. "X marks the spot" - die Stelle an der linken unteren Ecke, an der die beiden Antennenteile voneinander isoliert sind. Trotz allem Messequipment und Testing und jahrelanger Entwicklung haben Smartphones immer eine Schwachstelle, so Jobs.
Doch was das iPhone 4 angeht sei das Problem nicht so verbreitet, wie man glaubt. Jobs präsentiert Zahlen des Garantiedienstes AppleCare. Nur 0,55 Prozent aller iPhone 4-Nutzer haben sich bei dem Dienst wegen dem Empfangsproblem gemeldet. Das wären auf die Gesamtmasse gerechnet nur 16.500 Menschen. Bei AT&T, dem exklusiv vertreibenden Mobilfunkanbieter in den USA sind nur 1,7 Prozent aller verkaufen iPhones wieder zurückgegeben oder umgetauscht worden. Beim iPhone 3GS waren es in der gleichen Zeit 6 Prozent. Beim iPhone 4 komme es nur zu einem Gesprächsabbruch pro 100 Gesprächen mehr als beim iPhone 3GS.
Also alles gar nicht so schlimm?
Den Fehler bei der Berechnung und der Darstellung der Empfangsbalken hat man ja schon in einem offenen Brief erklärt. Mit dem Firmwareupdate auf iOS 4.0.1, das gestern erschienen ist, hat man das schon behoben. Und aus sicht Apples damit wohl einen Großteil des Problems. Das Fazit soweit: Es sind nur wenige Nutzer betroffen ("Aber wir kümmern uns um jeden Nutzer" - so Apple), jedes Mobiltelefon hat ein solches Problem, die Balkendarstellung war schuld und: Schutzhüllen lösen das Problem - so behaupten es laut Apple sehr viele Berichte. Auch connect hat dies in einem Labortest festgestellt und mit Messwerten belegt .
Schutzhüllen für Alle
Deswegen gibt es jetzt Schutzhüllen für alle. Kostenlos. Jeder, der bereits eine gekauft hat, bekommt sein Geld zurück. Das gilt für alle iPhone 4-Nutzer, die ihr Gerät bis zum 30. September gekauft haben. Natürlich könne man auch das iPhone innerhalb von 30 Tagen ab Kauf zurückgeben. Man bekommt sein Geld zurück.
Zu guter Letzt gibt Jobs auf der Antennagate-Pressekonferenz einen Ausblick auf ein Update, dass die Probleme beim Annäherungssensor beheben soll und auf das weisse iPhone, das Ende Juli erscheinen wird. Zudem kommt das iPhone am 30. Juli in 17 weitere Länder. Darunter unsere Nachbarn Schweiz, Österreich, Italien, und Benelux und Dänemark.
connect meint: Die Empfangsprobleme basieren auf einem Designfehler bei der Hardware. Unsere Messungen belegen dies . Apple gibt es nun offen zu aber redet das Problem klein. Es tauche nur bei einer geringen Zahl von Nutzern auf. Somit reiche es, mit Trostpflastern in Form von kostenlosen Schutzhüllen auszuhelfen. Die wohl kostengünstigste (für Apple) aber zugegeben auch effektivste und schnellste Lösung für das Problem. Optik und Haptik des iPhone leidet natürlich unter einer Schutzhülle. Einen Imageschaden hat Apple durch das "Antennagate" bereits erlitten. "Ein 1000-Euro-Handy, das man auf eine bestimmte Art und Weise halten oder eine Schutzhülle verwenden muss, um Empfang zu haben", so der Tenor.
Beim nächsten iPhone wird die Welt wieder ganz genau hinsehen, wie sich die Empfangsbalken verhalten. Jobs sollte das Problem bis dahin im Griff haben, auch wenn er noch so hartnäckig darauf verweist, dass es kein exklusives Problem des iPhone ist.
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