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Joachim Scheible

11. Dezember 2008

Bitkom: IT-Markt stagniert 2009

Der Bitkom formuliert es positiv: "Deutscher Hightech-Markt stemmt sich gegen den Abschwung". Tatsächlich hat der IT-Branchenverband seine Umsatzerwartung für das Jahr 2009 angesichts der negativen wirtschaftlichen Entwicklung nach unten korrigiert.

Danach wird der Markt für Informationstechnik, Telekommunikation und digitale Unterhaltungselektronik (ITK) in Deutschland stagnieren und mit einem Volumen von 144,6 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres bleiben. Im Jahr 2008 wächst der ITK-Gesamtmarkt noch um 1,2 Prozent.

"Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Hightech-Industrie drücken in einigen Marktsegmenten die Umsatzerwartungen nach unten", sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Während die IT-Nachfrage weiter wachse, müssten die Märkte für Telekommunikation und Unterhaltungselektronik Einbußen hinnehmen.

Auswirkungen auf die Arbeitsplätze

Die Auswirkungen für die Beschäftigten sind jedoch unterschiedlich: Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage wollen im kommenden Jahr 39 Prozent der ITK-Firmen trotz der Krise zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, ein Drittel will die Zahl der Beschäftigten stabil halten und 28 Prozent planen einen Stellenabbau.

Unterschiedlich werden sich im kommenden Jahr auch die einzelnen Marktsegmente entwickeln: Laut derselben Prognose wird etwa der Markt für Informationstechnik um 1,5 Prozent auf rund 66 Milliarden Euro zulegen.

Die IT-Ausgaben dürften trotz der konjunkturellen Turbulenzen weiter leicht wachsen, heißt es. Präsident Scheer: "Die Informationstechnik ist für Unternehmen in einer Krisensituation von strategischer Bedeutung, weil sie die Betriebe effizienter und leistungsfähiger macht."

Getragen werde das Wachstum im IT-Sektor von den Anbietern von Software und IT-Services, die im Jahr 2009 voraussichtlich um 3,1 Prozent auf 48,5 Milliarden Euro zulegen können. Der Umsatz mit IT-Hardware geht dagegen um 2,4 Prozent auf knapp 19 Milliarden Euro auf zurück.

TK-Markt weiter unter Preisdruck

Der Umsatz mit Telekommunikationsdiensten und Kommunikationstechnik wird laut Bitkom indes 2009 um 1,2 Prozent auf 65,4 Milliarden Euro sinken. "Der TK-Markt steht unabhängig von den wirtschaftlichen Turbulenzen unter starkem Preisdruck", so Scheer. "Aber auch im kommenden Jahr wird mehr telefoniert und länger im Internet gesurft."

Dabei führen die Markteingriffe der EU zu Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe. "Künstliche Preissenkungen sind nur vermeintlich gut für die Kunden. Mittelfristig behinderten sie den Ausbau der Netze", sagte Scheer.

Eine Trendwende deutet sich auf dem Markt für digitale Unterhaltungselektronik an. Nach einem erneuten, kräftigen Umsatzplus von 4,4 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro im Jahr 2008 dreht der Markt im kommenden Jahr mit 2,5 Prozent ins Minus. "Die Sonderkonjunktur durch die Fußball-EM und die Olympischen Spiele geht zu Ende", sagte Scheer. Davon habe im auslaufenden Jahr insbesondere der Verkauf von Flachbildfernsehern profitiert.

"Die Politik ist gefordert"

Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage forderte der Bitkom die Politik auf, Hightech-Projekte der öffentlichen Hand zu beschleunigen. Der Verband beziffert den Investitionsstau in den Verwaltungen, im Gesundheitssystem und im Bildungswesen auf rund acht Milliarden Euro.

"Investitionen in die öffentliche Hightech-Infrastruktur führen zu geringeren Kosten in der Verwaltung, senken die Bürokratiekosten für die Wirtschaft, verbessern die Services für die Bürger - und die Hightech-Firmen kommen so leichter durch das Konjunkturtal", so Scheer abschließend.


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