
Bundesverband Glasfaseranschluss gegründet
Die Deutsche Telekom muss sich mit einer neuen Macht auseinandersetzen: Mehrere regionale und lokale Glasfaser-Unternehmen haben sich jetzt zusammengetan und den Bundesverband Glasfaseranschluss gegründet.
NetCologne (Köln), M-net (München), wilhelm.tel (Norderstedt), willy.tel (Hamburg), die Stadtwerke Schwerte (Schwerte), HeliNet (Hamm), accom (Aachen), VSE NET (Saarbrücken) und HL Komm (Leipzig) planen, bis 2012 mehr als eine Haushalte mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen.
Darüber hinaus will sich der neue Verband für die Etablierung von stabilen Rahmenbedingungen ein setzen, "um so dem dringend erforderlichen Breitband-Infrastrukturausbau die notwendige Planungssicherheit zu verleihen", wie es in einer heute verbreiteten Erklärung dazu heißt.
In einer ersten Stellungnahme hat der Verband die Bundesregierung aufgefodert, den Breitbandausbau auf Bundes- und EU-Ebene durch Fördermittel zu unterstützen. Nur so könne eine größtmögliche Abdeckung mit Hochgeschwindigkeits-Internetanschlüssen erreicht werden. Zahlreiche Regierungen in Europa, etwa in Skandinavien oder Frankreich, aber auch die USA führten dies derzeit eindrucksvoll vor.
"Telekom gefährdert Umsatzpotenzial des Marktes"
Wesentlich für die Bereitschaft umfassender Investitionen in den Infrastrukturausbau sei jedoch die Frage der Preisgestaltung für Vorleistungen. Hierbei nehme die Bundesnetzagentur bei den kommenden Regulierungsentscheidungen eine entscheidende Rolle ein - Stichwort TAL-Preis.
Die Unternehmen des Bundesverbandes Glasfaseranschluss sehen insbesondere die Gefahr, dass die von manchen Branchenverbänden geforderten Senkungen für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL-) und Bitstrom-Vorleistungen der Deutschen Telekom die für den Standort Deutschland dringend notwendigen Infrastruktur-Projekte gefährden und dem Markt notwendiges Umsatzpotenzial entziehen.
Ein weiteres Ziel der Glasfaserinitiative liegt in der Entwicklung von Branchenstandards für "Open Access"-Modelle sowie technologischen, wirtschaftlichen und vertrieblichen Standards.
Thomas Wald, Geschäftsführer der HeLiNet: "Nur als Open-Access-Anbieter können wir gemeinsam mit anderen Partnern die technologische Weiterentwicklung vorantreiben können, um unsere Potentiale im Wiederverkauf der Anschlüsse voll nutzen zu können."
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