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Joachim Scheible

30. April 2009

Die Telekom stellt sich neu auf

Die Deutsche Telekom AG hat die angekündigte Umstrukturierung ihres Deutschlandgeschäftes beschlossen. Dabei werden die Sparten Mobilfunk und Festnetz zusammengelegt (connect online berichtete).

Der Aufsichtsrat des Konzerns stimmte diesem Vorschlag des Vorstandes gestern Abend zu, heute wurde er der Hauptversammlung in Köln vorgestellt. Eine außerordentliche Hauptversammlung muss die Verschmelzung von Mobilfunk und Festnetz allerdings noch absegnen. Sie wird noch in diesem Jahr einberufen.

Demnach soll es in Deutschland nur noch eine Gesellschaft geben, in der die beiden Bereiche unter einem Dach agieren. "Mobilfunk und Festnetz werden künftig aus einem Guss geplant, gebaut, geführt und vermarktet", erklärte Vorstandschef René Obermann den Aktionären.

Er zog dabei eine positive Zwischenbilanz zu den strategischen Maßnahmen des Konzerns: So habe sich das Deutschlandgeschäft ordentlich entwickelt und das Auslandgeschäft sei etwa durch die Beteiligung an dem griechischen Telekommunikationskonzern OTE gestärkt worden.

Der Erfolg mit mobilen Internetdiensten bestätige die Konzernstrategie ebenso, und auch bei der Tochter T-Systems zeige sich nach deren Neuausrichtung ein positiver Trend. Obermann beruhigte deshalb die Gemüter: "Der Wind bläst auch uns stärker ins Gesicht. In Zeiten der schlimmsten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren steht unser Unternehmen aber vergleichsweise stabil da."

Mit der Neustrukturierung des Deutschlandgeschäfts setzt die Deutsche Telekom jetzt den Weg fort, den sie im Herbst 2006 mit dem integrierten Vertrieb und Kundenservice in Deutschland eingeschlagen hatte. Die neue Struktur soll - vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre und der Finanzbehörden - in zwei Schritten erreicht werden.

Die Vorteile für die Kunden

Zunächst wird die T-Mobile International AG auf die Deutsche Telekom AG verschmolzen und als T-Mobile Deutschland GmbH zur direkten Tochter der AG. Anschließend sollen die beiden Einheiten T-Home und T-Mobile Deutschland GmbH in einer Gesellschaft zusammengeführt werden, die wiederum eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Telekom AG ist.

Die drei Servicegesellschaften der Telekom sowie die Telekom Shop Gesellschaft sollen hundertprozentige Töchter der neuen Gesellschaft für das Deutschlandgeschäft werden.

Für die Kunden habe die neue Struktur den Vorteil, dass ihre Anliegen künftig nicht mehr nach Festnetz und Mobilfunk getrennt bearbeitet werden, sondern dass sie integrierte Angebote und Service aus einer Hand bekämen, erklärte Obermann.

"Festnetz und Mobilfunk wachsen zusammen – das zeigen beispielsweise Laptops, die per Festnetz und Mobilfunk den Internetzugang ermöglichen", begründete der Vorstandschef die Maßnahme. Ein weiteres Beispiel dafür sei das iPhone, das bei verfügbarem WLAN das Festnetz für Internetverbindungen nutze.

"Vernetztes Leben und Arbeiten"

Die Deutsche Telekom wolle ihren Kunden in Deutschland aufgrund dieser technischen Entwicklung deshalb noch mehr integrierte Dienste bieten, die das vernetzte Leben und Arbeiten ermöglichen. Obermann: "Dafür braucht es eine effiziente Steuerung aus einer Einheit."

Dadurch könne der Konzern zudem zusätzliche Umsatzpotenziale realisieren. Beispielsweise könnten Kunden, die bisher nur Festnetzprodukte der Telekom nutzen, einfacher passende Mobilfunkangebote gemacht werden. Insgesamt ließe sich nach der Umstrukturierung darüber hinaus einiges an Prozess- und IT-Kosten einsparen, etwa dadurch, dass es von nun an nur noch ein IT-System für das Kundenmanagement geben werde.

Die Zusammenlegung von Festnetz und Mobilfunk in Deutschland ist angeblich nicht mit einem neuen Personalabbauprogramm verbunden. Das habe man mit den Sozialpartnern so vereinbart, erklärte Obermann. Bis zur Umsetzung der neuen Struktur werde es weiterhin die Organisationseinheit T-Home, Sales & Service sowie die T-Mobile Deutschland GmbH mit ihren Gremien geben.



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