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Digitale Dividende: Verbände wehren sich
Alles dreht sich ums Land. Auch in bisher nicht mit Breitband versorgten Kommunen, so ein Beschluss der Bundesregierung, sollen in absehbarer Zeit - bis Ende 2010 - schnelle Internet-Zugänge verfügbar sein (connect berichtete).
Gegen die Entscheidung der Bundesregierung, die Versorgung ländlicher Gebiete mit drahtlosem Internet über Rundfunkfrequenzen zu ermöglichen, legen jetzt die Verbände EVVC (Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.) und APWPT (Verband der Nutzer und Hersteller drahtloser Produktionsmittel) Widerspruch ein.
Die Verbände fordern vom Bundesrat, über die geplante Verordnung erst nach sorgfältiger Prüfung der Auswirkungen auf die Kulturwirtschaft zu entscheiden. Nach Meinung von APWPT-Präsident Matthias Fehr müssen die Länder sicherstellen, dass drahtlose Produktionsmittel erst vollständig in einen zu gleichen Bedingungen nutzbaren Frequenzbereich verlagert sind.
Laut den Verbänden sind von der Entscheidung, die Digitale Dividende für schnelle drahtlose Internet-Zugänge zu nutzen, ungefähr 700.000 Funkmikrofone und andere drahtlose Produktionsmittel betroffen.
Diese müssen durch neue, für einen anderen Frequenzbereich geeignete Geräte ersetzt werden. Dadurch entstehen den Verbänden zufolge Kosten in Höhe von deutlich mehr als einer Milliarde Euro.
Die Verbände rechnen damit, dass es zu massiven Störungen bei öffentlichen Aufführungen, Konzerten, und Sportereignissen kommt, bei denen drahtlose Produktionsmittel eingesetzt werden, wenn der Mobilfunk und die Funkmikrofone bis 2015 denselben Frequenzbereich nutzen.
APWPT und EVVC gehen davon aus, dass bereits ein eingeschaltetes Handy ausreicht, um eine ganze Produktion oder Veranstaltung zu stören. Die Nutzer und Hersteller drahtloser Produktionsmittel müssten aber sicher sein, bis 2015 ohne Störungen und nach dem Übergang auf Ausweichfrequenzen weiter produzieren zu können, so das APWPT-Präsidium.
EVVC-Präsident August Moderer befürchtet eine Rückkehr zu kabelgebundener Mikrofonie, hält diese im 21. Jahrhundert allerdings für undenkbar. Die Verbände appellieren deshalb, erst nach gründlicher Prüfung über die von der Bundesregierung verabschiedete Verordnung zu entscheiden.
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