DSL-Anschlüsse

Telekom-Drosselung: Verbraucherschützer planen Klage

Die Telekom hat im Juni ihre DSL-Drosselungspläne abgemildert. Die Verbraucherzentrale NRW plant jetzt eine Klage, falls die Telekom nicht ganz auf die geplante Drosselung der Flatrates verzichtet.

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Der Streit um die von der Telekom geplante DSL-Drosselung geht weiter. Wie der Spiegel jetzt meldet, plant die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen eine Klage gegen den Bonner Telekom-Riesen, falls das Unternehmen nicht die von den Verbraucherschützern geforderte Unterlassungserklärung abgibt.

In dieser Erklärung soll sich die Telekom verpflichten, auf die geplante Drosselung der DSL-Geschwindigkeit bei Überschreitung eines bestimmten monatlichen Übertragungsvolumen zu verzichten. Die Verbraucherzentrale strebt ein Grundsatzurteil an, um den Flatrate-Kunden Sicherheit zu geben.  Seit Mai 2013 hat die Telekom in ihren neuen DSL-Verträge eine Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit festgelegt, sobald ein Kunde bei der Internet-Nutzung eine bestimmte Datenmenge im Monat überschreiten. Nach heftigen Protesten erhöhte die Telekom die geplante Drossel-Geschwindigkeit von 384 Kbit/s auf 2 Mbit/s. Die Telekom will jedoch die Tempobremse für Flatrate-Nutzer - wie geplant - im Jahr 2016 einführen.

Telekom drosselt (etwas) weniger (vom 12. Juni 2013)

Die Telekom bessert nach heftiger Kritik von Verbrauchern, Politik und Regulierungsbehörde bei ihrer geplanten DSL-Drosselung nach - zumindest etwas. Zwar hält der Bonner Telekom-Riese daran fest, ab 2016 die Surfgeschwindigkeit seiner Kunden zu drosseln, sobald ein Flatrate-Kunde das definierte monatliche Datenvolumen seiner Flatrate überschreitet. Doch die geplante Tempobremse fällt nicht mehr ganz so rigide aus.

Statt 384 Kbit/s wird der Zugang "nur" auf 2 Mbit/s reduziert. Aber auch bei diesem Tempo sind nicht alle Internet-Anwendungen (z.B. Videostraming in hoher Auflösung) voll nutzbar.Wer mehr als die in seinem Flatrate-Vertrag freigegebene Datenmenge im Monat bei vollem Tempo nutzen will, kann dies zukünftig - so die aktuellen Pläne der Telekom - nur noch gegen einen Aufpreis können. Wie hoch dieser Aufpreis sein wird, nennt die Telekom auch diesmal nicht.

Die Telekom begründet ihre Anpassung folgendermaßen. "Wir haben in den vergangenen Wochen einen intensiven Dialog mit unseren Kunden geführt und die Sorgen verstanden", sagte Niek Jan van Damme, Deutschlandchef der Telekom.

Die neue Surfgeschwindigkeit gilt rückwirkend auch für Verträge, die seit dem 2. Mai 2013 abgeschlossen wurden.

DSL-Drosselung: Das müssen Sie wissen     

Am 2. Mai hatte die Telekom für alle DSL-Neukunden die begrenzten Flatrate-Tarife eingeführt. Sobald die monatliche Datenobergrenze überschritten wird, wird die Geschwindigkeit der Internetverbindung zukünftig gedrosselt werden. Abhängig vom Flatrate-Vertrag steht den Nutzern ein unterschiedlich großes monatliches Datenvolumen ungedrosselt zur Verfügung. Bislang war eine Drosselung auf 384 Kbit/s vorgesehen, mit der viele Internetdienste kaum mehr nutzbar gewesen wären. Nur sogenannte "Managed Services" sollen dann weiterhin ungebremst funktionieren. Die geplante Drosselung ihrer Netze will die Telekom im Jahr 2016 aktivieren.

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