Die ideale Anlage für die Epos Encore 50

Die Epos Encore 50 ideal kombiniert

Jeden Monat gibt stereoplay ein herausragendes Gerät vor und sucht bei Händlern die optimale Ergänzung dafür. Diesmal war es die Epos Encore 50. Dieser Schallwandler ist eine der positivsten Überraschungen im Testjahr 2010 - klangstark, aufstellungsunkritisch, spielt fast mit jedem Verstärker. Man kann sich also auf die Klangoptimierung konzentrieren.

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© Archiv

Die Steiner Box in Erlangen ist ein durch und durch fränkischer Laden. Und doch zaubern die Macher vor allem mit britischem HiFi traumhafte Anlagen.

Wie gemacht für die Epos

Er nahm sich fast den ganzen Tag Zeit: Geschäftsführer Karlheinz Götz hatte unser Treffen auf den Ruhetag (Montag) gelegt, so hatten wir "Die Steiner Box" in Erlangen für uns.Ein angenehmer Laden, der den seltenen Spagat aus "edel und gemütlich" ausgesprochen elegant hinbekommt. Und im vorderen Demo-Raum, der zudem ansprechend hell ist, klingt es auch noch wunderbar natürlich.

Beste Voraussetzungen also, um eine Anlage aufzustellen, die alles aus der - auch in der Steiner Box hoch geachteten - Epos herausholen soll. Götz: "Das passiert uns auch nicht alle Tage. Der Epos-Vertrieb kam vorbei und ich war wegen des eher klassischen Designs erst einmal zögerlich. Aber die Encore hat uns sofort überzeugt: Eine solche Schwärze im Bass, diese Präzision und Struktur - so schnell bringt kaum eine andere Box die Musik auf den Punkt."

Das war ja auch der Eindruck von stereplay während des Encore-Tests. Aber wir hatten zum Schluss die überzeugendsten Musik-Ergebnisse mit Röhrenelektronik. Doch für die ist Götz nicht zu begeistern. "Da habe ich im Laufe meiner fast 25 Jahre zu viele schlechte Erfahrungen mit den Herstellern gemacht; der Support muss einfach stimmen, wenn der Kunde ein Problem hat. Und ich brauche eine klangliche Verlässlichkeit über viele Jahre hinweg. Da sind Hersteller wie Linn und Naim eine echte Bank."

Aber nicht nur deshalb entschloss sich Götz an dieser Stelle zu einer kompletten Linn-Kette. "Was ich an Linn so schätze, ist diese unglaubliche Deutlichkeit und Sprachverständlichkeit. Sie machen keinen ,Sound', sondern erzeugen Spannung durch Deutlichkeit und Rhythmik. Deshalb macht uns die Kombination mit der Epos so viel Spaß; die kann das nämlich ebenfalls so gut."

Die Verstärker

Doch Klang ist ja nur eine Seite, Vielseitigkeit eine andere. Und da liegt Linn, wie Götz unterstreicht, weit vorn. Die Vorstufe Akurate Kontrol beispielsweise hat einen AV-Prozessor eingebaut, weshalb man hier auch Digitalquellen wie DVD-Player oder DVB-Receiver anschließen oder ein Bassmanagement für Subwoofer einrichten kann. Bei klassischen Stereo-Quellen wird dieser Prozessor einfach umgangen.

Und das Endstufenangebot der Schotten ist ebensfalls breit gefächert: Neben den klassischen Stereo- bieten die Schotten auch Vier- und Sechskanal-Endstufen an. Warum das interessant ist? Das Terminal der Epos ist ein riesiges Experimentierfeld und lässt Single-, Bi- oder Tri-Amping zu.

Die Steiner-Box-Erfahrungen deckten sich hier mit denen von stereoplay: Bi-Amping klingt in 90 Prozent der Fälle besser, weil der Klirr im Hochton runtergeht. Außerdem hat man zumindest bei Linn die Möglichkeit, die einzelnen Bereiche des Lautsprechers pegelmäßig besser auf den Raum einzustellen.

Götz versuchte anfangs die konsequentere, aber schwächere Tri-Amping-Lösung mit Majik 6100, um dann aber doch bei der größere Bi-Amping- Endstufe Akurate 4200 zu landen. "Das war einfach druckvoller und durchsichtiger." Bei den meisten Firmen kommt die Anschaffung einer zweite Endstufe teuer. Mit Linn ist der Mehraufwand für Multi-Amping oder gar Aktivierung vergleichsweise gering, weil - zumindest bei dieser Lösung - alle Endstufen in einem Gehäuse stecken.

Die Quellen

Meistens wird die Musik dieser Kette wohl von der Festplatte kommen. Auf dem Server der Steiner Box liegen hunderte von Alben abspielbereit. Daran erfreuen sich  nicht nur Besucher des Ladens. Götz: "Bevor es Streaming gab, konnte ich eigentlich nur Platte hören, weil mir die CD zu hart klingt."

Der Akurat DS Dynamik, der Wandler beziehungsweise Streaming Client dieser Kette, ist preisklassenbezogen das wohl beste Angebot am Markt und macht, wenn man ihm die Chance gibt, richtig Werbung für Musik im Netzwerk.

Seine Scheu vor dem neuen Medium sollte der geneigte HiFi-Fan ablegen. Götz: Die meisten Leute haben Angst davor, dass sie es zu Hause nicht bedienen können. Aber wir konfektionieren hier im Laden alles; damit vermeiden wir diese Probleme schon im Vorfeld."

Als zweite Quelle für diese Kette sieht Götz den LP 12 in Vollausstattung vor. Götz: "Früher war der LP 12 einer unter vielen interessanten Plattenspielern. Heute ist er mit Keel und Radikal einer der besten der Welt." Kunststück, für fast 20_000 Euro. Allerdings muss man zur Ehrenrettung des Schotten anfügen, dass er der Einzige ist, den man für 3_000 Euro kaufen und nach dem Baukastenprinzip immer weiter ausbauen kann. Und er ist der Einzige, der über eine so lange Zeit immer besser geworden ist.

Das Zubehör

Kabel sind auch in der Steiner Box ein großes Thema und zwar an Stellen, an denen es selbst der gelernte Elektro-Ingenieur Götz nicht vermutet hätte: "Schon als wir mit dem Streaming angefangen haben, mussten wir feststellen, dass es eindeutig hörbare Unterschiede unter den CAT-Kabeln gibt. Nach einer Reihe deprimierender Erfahrungen, verlegen wir deshalb nur noch qualitativ hochwertige und mechanisch belastbare CAT-Strippen."

Doch auch die klassischen Kabel kamen erst nach vielem  Durchprobieren in die Kette. Karlheinz Götz: "Das Linn-Boxenkabel (K 400 in der Bi-Wiring-Ausführung) ist echt fair vom Preis und harmoniert halt super mit der Linn-Elektronik, weil es eine vergleichsweise niedrige Induktivität hat. Deshalb probieren wir es bei Linn-Ketten immer zuerst. Und hier hat es halt gut gepasst. Ähnlich gehen wir auch NF-Verbindungen vor.  Hier sprach einfach nichts gegen die Silver Linn Interconnect."

Nicht nur schön anzuschauen, sondern ebenfalls ein wesentlicher Faktor um die letzten Prozente des Möglichen herauszukitzeln, sind die Racks von Time Table. Götz: "Sie unterstützen die Vorzüge der Kette: Sie klingen erkennbar offen und rhythmisch. Offensichtlich sind sie gut resonanzoptimiert. Die Times Tables sind ja nicht billig, verkaufen sich aber richtig gut; anfangs hatten wir sogar relevante Lieferzeiten."

Der Preis...

... ist ganz schön happig. Alles in allem kommt hier eine Kette für fast 50_000 Euro zusammen. Das ist eine Menge Holz. Aber davon gehen allein schon über 20_000 Euro auf das Konto des LP 12 und seiner Umgebung. Und wenn Sie mit mir diesen Montag in Erlangen verbracht hätten, würden Sie sicherlich meinem Urteil folgen: Die Anlage ist es wert; haptisch, optisch und klanglich ein Hammer.

Der Klang

Ohne mir die Unterschiede tatsächlich angehört zu haben, war ich froh, dass Götz die stärkeren Endstufen ausgewählt hatte; das ließ uns mehr Spielraum, diese Anlage auch richtig laut zu hören.

Denn die Epos ist dankbar auch für Hochpegeliges. Vor allem ihre Sauberkeit im oberen Bass und im Grundton lösen fast alle Spaßbremesen. Ich fand neben den obligatorischen HiFi-Aufnahmen a la Kari Bremnes & Co. auch ziemlich viel schräge Musik auf dem Server - und wählte erfreut an. Wir machten einen Zeitsprung mit Kraftwerks "Autobahn" und gaben uns Helge Schneiders erstaunlich gut aufgenommene " Akopalüze Nau - Live 2007" in annährender Live-Lautstärke. Das war - mir fällt hier kein anderes Wort ein - mitreißend. So plastisch, so akzentuiert, so direkt, so echt wie Schneider da im Raum stand, mit welcher Leichtigkeit auch kleinste Dynamik-Sprünge wiedergegeben wurden, das war schlicht sensationell.

Es gibt sicher Ketten, die mehr Klangfarben auf der Palette haben. Geschenkt. Denn diese Linn/Epos-Kombi schafft Gänsehaut-Emotion durch Präzision. Das ist selten  - und verlangt nach immer mehr. Nach vielen Stücken saßen wir auf dem Hörraum-Sofa und sagten erst einmal nichts. Durchatmen, Nachspüren, Sackenlassen. "Das ist es doch irgendwie, oder?" hörte ich mich fragen. "Ja irgendwie schon", hörte ich Götz sagen.

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Die Steiner Box in Erlangen
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Holger Biermann und Karlheinz Götz vor der Linn-Elektronik
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Karlheinz Götz: "Ich mag den harten Klang der CD einfach nicht. Bevor das Streaming kam, wollte ich eigentlich nur Schallplatten hören"
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Die Steiner Box in Erlangen
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Götz ist fasziniert von den praktischen Möglichkeiten und den klanglichen Fähigkeiten des Streamings. Mit dem MSI AE 2010 hat er ein Touch-Panel für nur 600 Euro ge- funden, das zudem einen PC mit 500- Gigabyte-Festplatte enthält. Klar: Der ist sehr bald im Test ...

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