Ericsson: "Cooperative Cars" erfolgreich
Ericsson meldet die erfolgreiche Durchführung des Forschungsprojekts "Cooperative Cars". Dabei tauschen verschiedene Autos untereinander sicherheitsrelevante Informationen via Mobilfunk aus.
Das im Rahmen der Forschungsinitiative "Aktiv" durchgeführte Projekt steht unter der Leitung des schwedischen Technologiekonzerns. Unterm Strich bewertete Ericsson die derzeitige Leistungsfähigkeit der hiesigen Mobilfunknetze dafür als geeignet. Eine Live-Demonstration des Systems heute auf dem MAN-Testgelände in München hat funktioniert.
Gegenstand von "Cooperative Cars" ist die Nutzung von Mobilfunknetzen für kooperative Fahrzeuganwendungen. Diese sollen eine optimale Abstimmung zwischen den einzelnen Verkehrsteilnehmern und den jeweiligen Umgebungsbedingungen ermöglichen. Damit soll es auf den Straßen wesentlich sicherer, effizienter und flüssiger zugehen.
Bei den Vorführungen zeigte sich, welche Sicherheitsvorteile es bringt, wenn Verkehrsteilnehmer rechtzeitig auf kritische Verkehrssituationen aufmerksam gemacht werden. Unter realitätsnahen Bedingungen wurden sicherheitsrelevante beziehungsweise den Verkehrsfluss hemmende Alltagsszenarien simuliert.
Aktuelle Mobilfunknetze dafür geeignet
Dabei kamen speziell ausgestattete Fahrzeuge zum Einsatz, die zum Empfang und Versand der Signale mit entsprechender Hard- und Software ausgerüstet waren. Die Anzeige der automatischen Warnmeldungen erfolgte über Displayanzeigen im Cockpit, wobei zum Empfang auch handelsübliche Handys oder Navigationsgeräte verwendet werden können.
Die Informationsübermittlung erfolgte über Ericsson-Technologie im Mobilfunknetz von Vodafone. Das System präsentiert dem Fahrer relevante Informationen in Echtzeit, sodass er auf potenzielle Gefahrensituation schneller reagieren kann.
Eines der wichtigsten Ziele des Projektes war es, die Eignung heutiger Mobilfunksysteme für entsprechende Fahrzeuganwendungen zu untersuchen. Dabei ging es insbesondere um eine ausreichende Leistungsfähigkeit der Netze.
Die technische Basis bei den Versuchen bildeten Mobilfunknetze der 3. Generation (UMTS/HSPA). Zudem wurde die getestete Lösung so ausgelegt, dass sie auch in EDGE-und den kommenden LTE-Netzen eingesetzt werden kann.
Markteinführung ohne hohe Investitionen
Umfassende Marktstudien wurden bereits durchgeführt. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die schrittweise Einführung gelegt, sodass auch Bestandsfahrzeuge davon profitieren können. Deshalb sei ein flächendeckender Start der Anwendungen nicht unbedingt erforderlich, bei dem alle Fahrzeuge mit entsprechenden Lösungen ausgerüstet sind, hieß es seitens der Projektleitung.
Da zum Austausch der Informationen moderne Mobilfunknetze verwendet werden, seien zudem größere Investitionen in eine separate Infrastruktur nicht erforderlich. Allerdings müsse mobile Breitband flächendeckend verfügbar sein, sollte "Cooperative Cars" durch die Bank funktionieren.
Das vom Bund unterstützte Projekt hatte ein Budget von rund vier Millionen Euro zur Verfügung. Weitere Teilnehmer neben Ericsson, Vodafone und MAN waren Volkswagen, Daimler, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen sowie die Universitäten Bremen und Erlangen-Nürnberg. In Folgeprojekten soll die Einbeziehung von LTE und WLAN getestet werden.