Joachim Scheible mit pte

20. Dezember 2007

Faraday-Tasche schirmt Handys ab

Eine Faraday-Tasche für Mobiltelefone soll künftig die Arbeit der Polizei erleichtern. Datenmanipula- tionen von außen seien damit nicht mehr möglich, sagt der Hersteller des Zubehörs.

Das von dem auf Datenwiederherstellung und Computer-Forensik spezialisierte britische Unternehmen Disklabs hergestellte "Phone Shield" erlaubt Polizeikräften, Daten auf Mobiltelefonen sofort auf sichere Art einzusehen und so die Integrität des Beweismaterials zu erhalten.

Das Prinzip des "Phone Shield" basiert auf dem "Faradayschen Käfig": Die Tasche ist so konstruiert, dass sie ein darin befindliches Mobiltelefon gegen alle äußere elektromagnetische Strahlung abschirmt. Damit verhindert sie jegliche Verbindung zu Mobilfunknetzwerken; auch eingeschaltete Mobiltelefone sind darin sicher verwahrt.

Gleichzeitig bietet die "Phone-Shield"-Tasche die Möglichkeit, durch ein Sichtfenster die auf dem Handy gespeicherten Daten anzusehen. Ermittler können also direkt vor Ort eine Erstsichtung sichergestellter Mobiltelefone vornehmen.

Ohne diese Abschirmung bestünde nämlich die Gefahr, dass vom Handy eine Verbindung zum Netzwerk aufgebaut wird. Das konnte dazu führen, dass Daten vor Gericht als korrumpiert und somit nicht als beweiszulässig angesehen werden.

Spart Kosten und erhöht die Aufklärungsquote

Bisher war es nötig, alle beschlagnahmten Geräte abzuschalten und erst unter sicheren Bedingungen in einem großen "Faradayschen Käfig" zu untersuchen. Das habe jedoch zu hohe Kosten verursacht und zu viel Zeit erfordert, erklärt ein Manager von Disklabs.

Durch das "Phone Shield" werde demgegenüber eine Erstsichtung vor Ort möglich. Verwertbares Beweismaterial könne identifiziert werden, Mobiltelefone ohne belastendes Material seien leicht und umgehend aus dem Ermittlungsprozess auszuscheiden. Neben dem Einsparungspotenzial soll sich dank sicher zulässigen Beweismaterials vor allem die Rate erfolgreicher Strafverfolgung erhöhen.

Eingesetzt wird das "Phone Shield" ab sofort von verschiedenen britischen Behörden, soll aber nicht lange auf Großbritannien beschränkt bleiben. Distributoren sollen dafür sorgen, dass die Tasche generell europäischen Behörden zugänglich gemacht werden kann.


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