Augmented-Reality-Spiel

Interview mit Anne Beuttenmüller zu Google Ingress

Google veröffentlicht ein neues Augmented-Reality-Spiel für Smartphones. Was es mit Google Ingress auf sich hat, erklärt uns Anne Beuttenmüller, Product Marketing Manager Niantic Labs, im Interview.

Games Google Ingress

© Google

Games Google Ingress

Bereits im November 2012 veröffentlichte die Google-Tochter Niantic Labs die erste Version des Augmented-Reality-Spiels Ingress. Am 14.12.13 verlässt das Android-Game die Beta-Phase und wird dem breiten Publikum zur Verfügung gestellt.

connect hat Anne Beuttenmüller, Product Marketing Manager Niantic Labs, nach Einzelheiten zur Vermarktung, Monetarisierung und vielem mehr befragt:

connect: Mehr als Level 8 kann man momentan nicht erreichen. Wann darf die Community neue Aufgaben erwarten? Wird es eine dritte Fraktion geben, der man beitreten kann?

Es gibt tatsächlich viele Spekulationen über eine dritte oder sogar vierte Fraktion. Allerdings können wir über mögliche Weiterentwicklungen von Ingress nicht im Vorfeld sprechen - auch, um es spannend zu halten. Wir arbeiten permanent an Features, einige werden schon bald gelauncht.

connect: Was geben die Entwickler über die Schnittstelle preis? Mithilfe der IITCSchnittstelle kann man etwa im Detail nachsehen, womit die Spieler beschäftigt sind. Anhand der Positionsdaten könnte man von den Personen Bewegungsprofile erstellen. Wie geht Google mit dem Datenschutz um?

Der Datenschutz steht an erster Stelle. Wir nehmen das Thema sehr ernst. Darum muss jeder Spieler vor dem Spiel den Nutzungsbedingungen zustimmen, die unter anderem besagen, dass ein Nutzer nicht versuchen darf, Zugang zu Ortsinformationen zu erhalten, die für sein Spiel nicht von Belang sind.

Verstößt ein Nutzer gegen diese Bedingungen, handeln wir entsprechend und schließen gegebenenfalls das Spielerkonto.

Google Ingress App für Android

connect: Die GPS-Daten werden für den Spielverlauf gebraucht. Wie kann man diese Problematik lösen, ohne den Spielspaß zu schmälern?

Die Idee hinter Ingress beruht auf GPS-Daten. Vereinfacht ausgedrückt: Ohne GPS-Daten gäbe es kein Ingress. Als Spieler informiert man Mitspieler beispielsweise darüber, dass man ein bestimmtes Portal an einem bestimmten Ort gehackt hat .

Der Spielername wird mit diesem Ort verknüpft und für andere sichtbar - ähnlich wie ein öffentlicher Check-in bei Foursquare. Jeder Spieler muss daher der Verwendung der GPS-Daten vor dem Spielstart zustimmen.

connect: Für die Erstellung eines Portals schießen die Mitspieler ein Bild und reichen es zur Überprüfung ein. Wer hat das Urheberrecht an diesem Bild: Niantic Labs oder der Fotograf selbst?

Bei einigen unserer Dienste können Sie Inhalte einstellen. Sie behalten Ihre Rechte als Urheber und alle bestehenden gewerblichen Schutzrechte an den Inhalten, die Sie in unsere Dienste einstellen. Kurz gesagt: Was Ihnen gehört, bleibt auch Ihres.

connect: Dennoch wird Google und allen Vertragspartnern eingeräumt, die Inhalte der Nutzer zu Spielzwecken in vollem Umfang zu nutzen und auf eigenen Servern zu speichern. Sind diese Bilder mittelfristig auch für die Datenbank von Google Maps oder andere Produkte von Google vorgesehen?

Es wird zwar oft darüber spekuliert, dass Ingress zum Sammeln von Daten entwickelt worden sei, aber das ist nicht der Fall. Ingress wurde entwickelt, um Nutzern ein ganz neuartiges Spielerlebnis zu ermöglichen. Ein Abenteuer, das man zu Fuß und in der Gemeinschaft erleben kann.

connect: Wie will Google Ingress künftig monetarisieren? In Deutschland werden bereits Shops von Vodafone auf der Karte angezeigt. Sind spezielle Konditionen für Spieler in Restaurants oder Shops geplant, die mit Ihnen kooperieren? Was hat Google davon, Ingress entwickeln zu lassen?

Solche Modelle sind denkbar. Derzeit befinden wir uns in einem experimentellen Stadium, denn wir glauben, dass innovative Spiele wie Ingress innovative Refinanzierungsmodelle verlangen.

Im besten Fall bereichern mögliche Werbeformate das Spiel, sie dürfen jedoch auf keinen Fall die Nutzererfahrung beeinträchtigen. Deshalb experimentieren wir mit den unterschiedlichsten Partnern wie Vodafone in Deutschland, um ein Gefühl zu entwickeln, wohin die Reise gehen könnte.

connect: Wird es für Google Glass eine App für Ingress geben?

Das können wir nicht ausschließen.

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Google Ingress ist ab dem 14.12.13 in Google Play verfügbar.

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