Kommentar

Lenovo-Google-Deal: Wer profitiert beim Motorola-Kauf?

Lenovo kauft in Motorola einen defizitären Handy-Hersteller, den Google vor nicht mal zwei Jahren für über das Vierfache gekauft hat. Warum sich der Deal dennoch für alle lohnen wird? Ein Kommentar.

Motorola-Kauf Google Lenovo

© Motorola

Motorola-Kauf Google Lenovo

Kann Google nicht rechnen? Hat Lenovo zu viel Geld übrig? Der Verkauf von Motorola an Lenovo scheint auf den ersten Blick für keinen der Beteiligten wirklich vorteilhaft. Lenovo zahlt 2,91 Milliarden US-Dollar für einen Handyhersteller, der im letzten Jahr gerade mal zwei Smartphones auf den Markt gebracht hat: Das Moto X gab's bislang nur in den USA, das Moto G ist der Renner, weil es spottbillig zu haben ist.

Google wiederum bekommt 2,91 Milliarden-US-Dollar für ein Unternehmen, für das der Suchmaschinen-Riese vor nicht mal zwei Jahren 12,5 Milliarden Dollar hingeblättert hat. Tatsächlich wird sich das Geschäft wohl für alle Beteiligten mittel- und langfristig lohnen. Warum? Hier ein paar gute Gründe für den Deal:

Was bekommt Google?

  • Google ist sein defizitäres Handy-Geschäft los.
  • Die Spekulationen, ob Motorola bei Android bevorzugt behandelt wird, sind vom Tisch. Das ist ein klares Signal an die Android-Vertreter wie Samsung, Sony, LG und Co. Wie groß der Druck von deren Seite bereits war, darüber lässt sich nur spekulieren.
  • Google behält jede Menge Patente, die mit dem Kauf von Motorola erworben wurden, und ist damit für die Patent-Streitigkeiten mit anderen Plattformen gerüstet.

Was bekommt Lenovo?

  • Lenovo kauft sich technisches Mobilfunk-Knowhow.
  • Lenovo hat nun eine angesehene Marke, mit der sich außerhalb Asiens sicher leichter Fuß fassen lässt, als mit der Lenovo-Brand.
  • Die Vertriebsstrukturen von Motorola beispielsweise in Europa, der Draht zu den wichtigen Netzbetreibern dürften die Expansionspläne in Richtung Europa und Deutschland erleichtern.

Und Motorola beißen die Hunde?

Motorola schien sich unter dem Dach von Google recht wohl zu fühlen. Ein jüngeres Image, Produkte, die durchaus für Aufsehen sorgten, und nicht zuletzt die Gewissheit, ohne direkten Druck der Finanzmärkte am Comeback arbeiten zu können: Nach außen wirkte das Unternehmen in den letzten Monaten geradezu entspannt und doch durchaus angriffslustig. Lenovo wäre schlecht beraten, diese Aufbruchstimmung abzuwürgen. Sie war sicher ein weiteres Kaufargument.

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