Die HiFi-Welt von AUDIO und stereoplay

Messereport High End 2008

Die High End in München wird immer internationaler, immer vielfältiger - und letztendlich immer besser.

High End 2008

© Archiv

High End 2008

Auf der Pressekonferenz zum Start der Messe gab Dr. Kurt Hecker, Vorstand der High End Society, seiner Hoffnung Ausdruck, diese fünfte Münchener High End möge die beste von allen werden.Heckers Hoffnung trog nicht. Weil selbst diese Branche insgesamt immer professioneller wird, war die Präsentation der Neuigkeiten dieses Jahr gelungen wie  nie - was von den Besucher durchaus wahrgenommen wurde. Auch international gibt es mehr Besucher und bezüglich des Werts der High End keine zwei Meinungen: Nach der CES ist die High End die wichtigste Messe dieser Art. Auf meinem Abschlussrundgang am letzten Messetag zeigten sich die Aussteller - allein schon, weil über 1000 Besucher mehr als letztes Jahr nach München kamen -  fast alle hoch zufrieden.Vor allem die Neulinge ASW und Nubert waren begeistert; bei Nubert war über die drei öffentlichen Tage quasi kein Hereinkommen...

Allerdings bleibt die High End ein Mekka des Audiophilen: Trotz des vielversprechenden Messeslogans "Der beste Ton, das beste Bild" gab es auch in diesem Jahr vom "besten Bild" nur wenig zu bestaunen. Eigentlich schade. Dennoch kann sich auch die High-End-Szene der Moderne nicht entziehen. So sind Netzwerk-Anschlüsse zum wichtigen Thema geworden. Alle größeren Anbieter arbeiten an entsprechenden Lösungen. Auf der Messe wurde zum Beipsiel der Naim HDX vorgestellt, ein Netzwerkplayer für stolze 6800 Euro, der aber sowohl klanglich als auch hinsichtlich seiner Anbindungsmöglichkeiten weit vorn liegen dürfte.Allerdings hat auch das Netz natürlich seine Grenzen. Im Gespräch blieb Arcam-Mastermind John Dawson in Bezug auf HD-Filme zum Download skeptisch: "Wenn alle oder sehr viele HD-Filme über das Internet bezogen werden, bricht das Netz einfach zusammen."

Dennoch ist im Bereich der Quellen eindeutig ein Wandel zu erkennen: Zwar ist die CD immer noch das meistgehörte und -gespielte Medium, bekommt aber starke Konkurrenz. Elac zum Beispiel demonstrierte, dass auch mit dem MP3-Handy per Bluetooth ein ordentlicher Ton mit ihrer neuen Mini-Komplettanlage zu erreichen ist.Oft wurde natürlich der iPod als Zuspieler genutzt - besonders gut klang es bei Krell, wo der KID das iPod-Signal optimal abnahm. Sensationell klang es bei Audio Physic, wo Entwickler Manfred Diestertich seine neuen Scorpio mit Musik vom Festspeicher bespielte. Diestertich: "CD ist dagegen kalter Kaffee." Da steckt wirklich noch viel Potential drin.Natürlich aber beflügeln iPod, Netzanschluss & Co. nicht nur highendige Entwicklungen. So folgen nun auch die Top-Hersteller dem Trend zum kleinen Smarten:  Was für B&W die geniale Dockingstation Zeppelin ist, das soll für T+A das neue Caruso werden. Es ist eine Art hochmodernes, sehr edlesTischradio, das fast alles hat, was Laune macht: CD/DVD-Laufwerk, UKW-Tuner, iPod-Dockingstation, Netzwerkanschluss, drei eingebaute 30-Watt-Endstufen und noch vieles mehr.

Auch Caruso folgt der Erkenntnis, dass die Kunden nicht immer die Top-Anlagen, sondern manchmal nur pfiffige Lösungen wollen. Das hat auch Beyerdynamic erkannt. Weil die Standard-Anpassungen der In-Ear-Kopfhörer an die individuellen Besonderheiten des Ohrs Glücksache sind, kooperieren die Heilbronner Kopfhörerspezialisten mit der Hörgeräte-Kette Kind (über 400 Filialen), wo jeder den perfekt passenden Adapter für den DTX 50 findet. Der ist mit 180 Euro (beziehungsweise 260 Euro inklusiver Lärmfilter) nicht billig, aber einmalig in Sachen Klangqualität und Tragekomfort.

Noch eine schöne Lösung: mbl arbeitet an Geräten der Noble-Line, die problemlos ausbaubar sein werden. Das können viele. Hier aber ist Teil des Konzepts, dass beim Ausbau/Austausch der Händler die alte Komponente mit 100 Prozent des Preises zurücknimmt und dem Kunden so der ärgerliche Wertverlust beim Verkauf erspart bleibt. Gute Idee.

Zurück zum guten Ton - wo wir gleich bei mbl bleiben können. Die Berliner hatten die mit 40_000 Euro wohl teuerste Anlage, bestehend aus Komponenten der Reference-Line plus den Über-Boxen Extrema am Start. Beindruckend tönte auch der neue Vollbereichs-Elektrostat CLX von Martion Logan: große Klangbilder quasi aus dem Nichts - das hat was. Oder das weiterentwickelte OSS-System von ADAM Audio, das noch einmal viel feiner klang als letztes Jahr. Oder die imposante Kette bei AMI, wo ein Hush-Player mit Kron-Röhren und einem großen Dipol-Lautsprecher spielte.

Unmöglich, alle guten Vorführungen zu nennen. Vieles klang wirklich gut und war eine echte Werbung für unsere Sache. Die Diskussion um den "Best Sound Of The Show" wurde dieses Jahr bei stereoplay deshalb besonders kontrovers diskutiert. Einigen konnten wir uns aber doch: auf die Cabasse-Demo mit den Superboxen La Sphere, die schon vor zwei Jahren begeisterte und dieses Jahr noch ein bisschen mehr auf den Punkt spielte.Mal sehen, ob die Franzosen auch nächstes Jahr wieder vorn liegen.

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