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Mark Stichler

23. Juni 2009

Mobilfunk: weiter sinkende Preise

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Die Unternehmensberatung A.T. Kearney erwartet in einer Studie einen weiteren Preisverfall im Mobilfunk. Bis 2011 sollen sich demnach die durchschnittlichen Einnahmen für eine Mobilfunkminute bei 8,8 Cent einpendeln.

Dieser Preis entspreche, so die Analysten, den technischen Erstellungskosten. Die Gewinnmarge eines durchschnittlichen Mobilfunkanbieters beläuft sich bis 2011 also gegen Null. Weitergerechnet müsste ein Mobilfunkanbieter im Jahr 2012 theoretisch sieben Prozent pro Handy-Gespräch draufzahlen.

Laut A.T. Kearney müssen tragfähige Modelle der Kostensenkung her. Ein solches Modell sei das so genannte Network Sharing, das in Großbritannien, Schweden und Spanien bereits umgesetzt werde. Dort teilen konkurrierende Mobilfunkanbieter ihre vorhandene Sende- und Empfangsinfrastruktur miteinander oder bauen sie gar gemeinsam neu auf.

Nach einer A.T. Kearney-Analyse der Kostenstrukturen von rund 100 europäischen Mobilfunkanbietern können durch Network Sharing bis zu 59 Prozent der Gesamtkosten im Radio Acess Network (RAN) eingespart werden. Als RAN werden die Zugangsnetze bezeichnet, die das Bindeglied zwischen den Kunden-Handys und den Kernnetzen der Provider darstellen.

Der größte Einspareffekt wird laut Studie durch das gemeinsame Anmieten von physischen Sendeplätzen erzielt. Sparpotenziale von bis zu 69 Prozent seien möglich, so die Analysten. Das gemeinsame Errichten und die Inbetriebnahme einer neuen Anlage kann die Kosten um ungefähr 31 Prozent reduzieren. Kosten für den laufenden Betrieb können um bis zu 40 Prozent sinken.

Günstiger werden der Studie zufolge auch die Unterhaltung und Wartung der Anlagen und die Stromkosten. Kooperierende Unternehmen haben es zudem leichter, ihre Netzabdeckung zu optimieren und die vorhandenen Kapazitäten besser zu nutzen.

Hagen Götz Hastenteufel, Partner bei A.T. Kearney, ist der Meinung, Provider können mit Network Sharing auch über das Jahr 2011 hinaus profitabel wirtschaften. Ein gemeinsames Netzwerk sei allerdings nur dann angebracht, wenn der Anbieter sich durchs eigene Netzwerk nicht mehr entscheidend vom Wettbewerber absetzen könne.

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