Hintergrund

Darum kommt das Galaxy Note 5 nicht nach Deutschland

Mit dem Galaxy Note hat Samsung das Phablet quasi erfunden. Die Note-Serie ist in Deutschland sehr beliebt und viele Fans fragen sich jetzt, wieso das Galaxy Note 5 nicht nach Deutschland kommt. connect erklärt die Hintergründe.

Samsung Galaxy Note 5

© connect

Der Stylus des Note 5 ist mit einem Federmechanismus im Gehäuse verankert.

Als Samsung das Galaxy Note im September 2011 auf der IFA präsentierte, waren alle überrascht. Zu groß für eine Hand und mit Stylus erinnerte das Ding mehr an einen alten PDA als an ein modernes Android-Smartphone. Doch entgegen vieler Prognosen wurde das Note ein Riesenerfolg und gilt heute als der Urvater aller Phablets, jener Riesenflundern mit Displays jenseits der 5-Zoll-Marke, die irgendwo zwischen Smartphone und Tablet angesiedelt sind. Aufgrund der unhandlichen Größe und der gewöhnungsbedürftigen Stylus-Bedienung sind die Note-Modelle zwar keine Megaseller wie die Flaggschiffe der S-Serie, aber sie bedienen überaus erfolgreich eine sehr spitze Zielgruppe, die in einem Smartphone mehr sieht als nur einen Gebrauchsgegenstand. Mit dem Galaxy Note (Test) ist es wie mit einem Auto von Saab oder Schuhen von Vans: Es ist ein persönliches Statement und ein Erkennungsmerkmal unter Eingeweihten.

Daher ist der Aufschrei vorprogrammiert, der durch die Foren und sozialen Netzwerke branden wird, weil Samsung jetzt bekannt gegeben hat, dass das Galaxy Note 5 nicht nach Deutschland kommt. Stattdessen bringen die Koreaner im September ein XXL-Modell ihres Flaggschiffes S6 Edge. So unverständlich diese Entscheidung für die Fans auch sein mag, aus Sicht des Herstellers ist es die einzig richtige. Denn S6 Edge Plus und Note 5 sehen sich nicht nur sehr ähnlich, sie sind auch technisch nahezu identisch ausgestattet. Anders gesagt: Das Galaxy S6 Edge Plus (Test) ist ein Galaxy Note 5, nur ohne Stylus. Tatsächlich markieren der Stift und das an den Rändern gebogene Display die einzigen Unterschiede.

Fokus auf ein Premium-Produkt

Für Samsung ergibt es überhaupt keinen Sinn, zwei fast baugleiche Premium-Produkte parallel im Portfolio zu führen. Kaum ein Netzbetreiber würde seine Verkaufskanäle für beide Modelle öffnen, sondern sich für eines von beiden entscheiden (müssen) – und in einem Markt wie dem deutschen, in dem fast alle teuren Smartphones über T-Mobile, Vodafone & Co. verkauft werden, ist das ein ganz entscheidendes Argument. Hinzu kommen die Ausgaben für das Marketing, die auf zwei Produkte und Marken (Galaxy S6, Galaxy Note 5) aufgeteilt werden müssten, was bedeutet, dass sie auch nur die Hälfte der Wirkung erzielen würden.

Samsung hat sich daher dazu entschlossen, den Fokus auf ein Produkt zu legen, und zwar auf das massentauglichere. Denn so kultig die Bedienung mit Stift auch sein mag, in Deutschland wird sie nur von einer verschwindend kleinen Minderheit praktiziert. Ganz anders sieht es in Asien aus, wo Stylus (und Phablet) aufgrund der komplexen Schriftzeichen eine viel größere Rolle spielen. Es ist kein Zufall, dass das Note 5 hier an den Start gehen wird.

Der Hersteller hat sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, das haben uns mehrere Samsung-Vertreter im Vorfeld der Präsentation unabhängig voneinander zu verstehen gegeben. Und wer weiß, wenn die Proteste zu lautstark werden, kann es durchaus sein, dass das Unternehmen umschwenkt und das Note 5 doch noch bei uns in den Handel bringt. Das wollte man auf Nachfrage zumindest nicht ausschließen.

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