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Joachim Scheible

26. September 2008

Studie: IPTV kaum kostendeckend

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Viel Eifer, wenig Erfolg: IPTV deckt kaum die Kosten, besagt eine aktuelle Studie der britischen Medienanalysten Screen Digest. Dennoch ist die Deutsche Telekom in Sachen Internetfernsehen auf dem Weg in die globale Top Ten.

Die Studie "IPTV Business Models: Profit and Loss in the Telco TV Space" analysiert die Erfolgschancen und Strategien der Telekom-Unternehmen in 26 europäischen Ländern auf dem IPTV-Markt. Ihr Autor Richard Broughton vergleicht die Situation mit einer Szene aus "Alice im Wunderland". Die Rote Königin sagt zu Alice: „Du musst so viel laufen, wie Du kannst, um still zu stehen. Um einen anderen Ort zu erreichen musst Du mindestens zweimal so schnell laufen.“

Positiver Trend durch Kabelpenetration

Ursprünglich wurde IPTV als Möglichkeit gesehen, Kundentreue zu erhöhen und durch die Bündelung mit anderen Dienstleistungen das Gesamtpaket attraktiver zu gestalten. Laut der  Studie ist IPTV bisher allerdings nicht kostendeckend - weder durch höhere Kundenbindung noch durch positive Impulse für den Breitbandgesamtmarkt.

Trotzdem halten die Telekom-Unternehmen an ihren Plänen fest: Bis Ende dieses Jahres soll es in Europa mehr als zwölf Millionen IPTV-Abonnenten geben und bis Ende 2012 könnte diese Zahl deutlich über 22 Millionen liegen.

Ein positiver Trend kristallisiert sich in Ländern mit hoher Kabelpenetration wie Belgien, Schweden und Deutschland heraus: Einige IPTV-Anbieter dort können mit ihren Breitbandergänzungen ein stärkeres Wachstum als der übrige DSL-Markt verzeichnen, was sie zu den Wachstumsraten von Triple-Play-Konkurrenten aus dem Kabelnetz und dem durchschnittlichen Wachstum im gesamten Breitbandmarkt aufschließen lässt. Richard Broughton: „In diesen Märkten bringt IPTV den Unternehmen zwar keinen direkten Vorteil, allerdings weniger Nachteil.“

Deutsche Telekom im Vorteil

So konnte die Deutsche Telekom seit der Einführung von IPTV im Verhältnis zu den restlichen DSL-Anbietern schneller wachsen als verglichen mit dem gesamten Breitbandmarkt. Im Gegensatz zu anderen DSL-Anbietern, denen eine TV-Sparte fehlt, kann die Telekom Triple-Play anbieten und ist daher besser als andere DSL-Anbieter gegen die Konkurrenz aus dem Kabelnetz gerüstet, die ebenfalls mit Triple-Play aufwartet.

Screen Digest zufolge ist die Deutsche Telekom in einer guten Position dank ihrer Partnerschaft mit Premiere und mit guten Wachstumsraten im Breitband-Geschäft, was ihr zu einem hohen durchschnittlichen Gesamtumsatz pro Abonnent verhilft.

Preisreduktionen und Konzessionen haben das IPTV-Wachstum der Deutschen Telekom im vergangenen Jahr weiter angetrieben, wodurch die Telekom bis 2012 zum viertgrößten IPTV-Anbieter in Europa und einer der zehn größten Unternehmen auf diesem Markt weltweit werden könnte - nach Abonnenten gemessen.

Fußball-Bundesliga als Abo-Magnet

Die Fußball-Bundesliga ist ein großer Abonnentenmagnet für IPTV und hochauflösende Inhalte (HD) tragen ebenfalls zur Attraktivität bei. Aufgrund begrenzter Netzkapazitäten ist HD aber nur mit dem teureren VDSL-Anschluss empfangbar. Dies wiederum erhöht die Einnahmen pro Kunde.

Broughton fasst zusammen: “Die Zugaben kleiner Extras beim Inhalt oder neue interaktive Möglichkeiten ist sicherlich eine Strategie für Telekom-Unternehmen, den TV-Bereich profitabler zu machen, allerdings werden die wirklich zentralen Herausforderungen im Breitband- und TV-Geschäft nicht adressiert."

Und schließt: "Breitbandbetreiber, die IPTV-Dienste anbieten, verhalten sich daher wie die Rote Königin – sie müssen laufen, um auf der Stelle zu bleiben. Um tatsächlich voranzu-kommen, müssen sich diese Anbieter doppelt so schnell wie bisher bewegen.“

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