Interview

T-Mobile Austria: "In Innsbruck ist der Vollausbau abgeschlossen"

Connect sprach mit Rüdiger Köster, Geschäftsführer IT und Technik, T-Mobile Austria, über die LTE-Strategie des Netzbetreibers.

Rüdiger Köster, Geschäftsführer IT und Technik, T-Mobile Austria

© T-Mobile Austria

Rüdiger Köster, Geschäftsführer IT und Technik, T-Mobile Austria

Der LTE-Ausbau hat begonnen. Wie sieht Ihre Strategie für 2012 und darüber hinaus aus?

LTE ist für uns die Zukunft des mobilen Breitbands im Mobilfunk und wir sind zufrieden mit dem zügigen Netzausbau. Wir sind als erster Mobilfunkanbieter in Österreich bereits im Juli 2011 in den Live-Betrieb gegangen. Schon jetzt können über 600.000 Österreicherinnen und Österreicher in Wien, Linz, Graz und Innsbruck die neue mobile Breitbandtechnologie nutzen. 2012 bauen wir in diesen Gebieten weiter aus und ermöglichen es unseren Kunden mit bis zu 100 Mbit/s mobil zu surfen. Es ist aber im Moment wie erwartet ein Produkt für Early Adopters, aber das wird in wenigen Jahren ganz anders aussehen. Für die kommenden Jahre setzen wir neben einer flächendeckenden Versorgung mit HSPA+ weiter auf den Ausbau des LTE-Netzes.

Welche Rolle spielt es dabei, dass die Frequenzbänder um 800 MHz in Österreich noch nicht versteigert wurden?

Um langfristig und wirtschaftlich planen zu können, ist es wichtig, dass die Frequenz-Auktion nicht weiter verzögert wird. Wir wünschen uns eine investitionsmaximierende Vergabe der Frequenzen, die den Standort Österreich langfristig stärkt und uns Betreibern ermöglicht, den Ausbau der Netze weiter voran zu treiben. Erst mit den neuen Lizenzen zu Beispiel um 800 MHz kann im ländlichen Gebiet effizient ausgebaut werden. Wichtig ist dabei aber auch, dass alle Frequenzen technologieneutral genutzt werden können, also immer die wirtschaftlich sinnvollste und technisch effizienteste Technik eingesetztt werden kann. Wir hoffen sehr, dass die Auktion noch 2012 stattfinden wird.

Werden Sie in den Städten nur Hotspots mit erhöhtem Datenaufkommen versorgen oder planen Sie den Vollausbau?

In Städten wie Innsbruck hat T-Mobile bereits den Vollausbau abgeschlossen. Wir planen unsere Netze für den Kunden, wo der Bedarf am größten ist werden wir auch im Sinne des Kunden handeln und den LTE -Netzausbau weiter vorantreiben ohne jedoch die Bedürfnisse unserer Kunden in den übrigen Regionen zu vernachlässigen. LTE als Technologie bietet das Potential für den Vollausbau.

Wird die Versorgung grundsätzlich auch auf die Anwendung zu Hause ausgerichtet oder eher für den Mobilitätsfall gesehen?

Wir wollen unseren Kunden die Wahl lassen, ob sie unseren Service daheim oder unterwegs nutzen wollen. Je nach Anwendungsfall bietet T-Mobile das dafür passende Produkt.

So hat T-Mobile als erster Anbieter in Österreich ein Tablet im Programm, das unser LTE-Netz auch voll nutzen kann. Für den stationären Fall bieten wir einen WLAN-Router, sodass die ganze Familie in den Genuss des superschnellen LTE-Internetzugangs kommen kann.

Ab wann rechnen Sie damit, dass LTE-Endgeräte eher zur Regel werden als die Ausnahme zu sein?

LTE wird sich nicht zuletzt aufgrund seiner Wirtschaftlichkeit langfristig als die dominante Mobilfunktechnologie durchsetzen. Wie lange dieser Prozess dauern wird hängt stark von dem Kundenbedarf, insbesondere im mobilen Datenbereich, ab. Ähnlich wie bei UMTS heute wird LTE in den kommenden Jahren zur Grundausstattung in neuen Endgeräten hinzukommen.

Welche Endgeräte-Kategorien sehen Sie im LTE Umfeld?

Datensticks, Tablets, Router und schließlich Smartphones. LTE ist auch im Bereich M2M anwendbar, wenn der Transport größere Datenmengen erforderlich ist.  Es werden sich in Zukunft aber sicherlich immer mehr Einsatzgebiete auftun.

Mit LTE kommt der mittlerweile dritte digitale Mobilfunkstandard auf die Geräte, werden damit GSM oder UMTS auf längere Sicht zum Auslaufmodell?

Mit GSM wird noch für viele Jahre eine flächendeckende Grundversorgung existieren, die praktisch überall auf der Welt funktioniert. So, dass jeder überall erreichbar ist und anrufen kann. Mit der weiteren Vergabe von Frequenzen in Österreich muss jedoch auch eine Frequenzneutralität verbunden sein, die es den Betreibern ermöglicht neben dem GSM Standard ihre Frequenzen so effizient wie möglich für andere Technologien wie UMTS oder LTE zu verwenden. Mit dem Swap unserer 2G-Systemtechnik auf modernste Mulitstandardtechnik sind wir für alle Varianten bestens gerüstet.

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