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Mark Stichler

16. Juni 2009

Umsatzrückgang in der IT-Branche

Einer Prognose des Branchenverbands Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) zufolge wird der Umsatz mit Produkten und Diensten der Informations- und Kommunikationstechnik in der EU in diesem Jahr um 1,7 Prozent auf 716,6 Milliarden Euro sinken.

Trotzdem zeigt der Verband sich zuversichtlich: Bereits nächstes Jahr erwartet der Bitkom wieder ein Wachstum von 0,3 Prozent und einen Umsatz von 718,6 Milliarden Euro. Laut Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer geht die Wirtschaftskrise an der europäischen Hightech-Industrie nicht spurlos vorbei. Sie wäre aber nicht so stark betroffen wie die meisten anderen Branchen, so Scheer.

Nach der Prognose des Bitkom, die auf Zahlen des Tochterunternehmens European Information Technology Observatory (EITO) basieren, entwickelt sich die ITK-Industrie besser als die Gesamtwirtschaft. Die EU-Kommission und die OECD rechnen in der EU dieses Jahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um vier Prozent.

Ein stabilisierender Faktor der Branche ist EITO zufolge die Telekommunikation. 2009 soll der Umsatz mit Telekommunikationsgeräten und Diensten lediglich um 0,1 Prozent zurückgehen und einen Umsatz knapp auf dem Vorjahresniveau von 362 Milliarden Euro erreichen.

Allerdings gebe es starke Marktverschiebungen innerhalb der einzelnen Segmente: Der Umsatz mit Festnetztelefonaten soll um 6,8 Prozent auf 70,2 Milliarden Euro zurückgehen. Bei den Internet-Zugängen dagegen wird ein Umsatzplus von 7,1 Prozent auf 36,3 Milliarden Euro prognostiziert.

Der Mobilfunkmarkt bleibt den Zahlen zufolge trotz steigender Nutzerzahlen bei einem Umsatz von 109 Milliarden Euro stabil. Scheer führt das auf die Regulierungsmaßnahmen der EU zurück, die den Mobilfunkanbietern unter anderem eine Preisobergrenze für Gespräche innerhalb Europas auferlegt hat.

Die Umsätze in der Informationstechnik sollen der EITO-Prognose nach dieses Jahr um 2,2 Prozent auf 296 Milliarden Euro sinken. Der Umsatz mit IT-Hardware fällt demnach um 6,6 Prozent auf 85,7 Milliarden Euro. Den Rückgang führen die Analysten auf fallende Preise und Verschiebungen von IT-Investitionen bei Firmenkunden zurück.

Bei Software und IT-Diensten erwartet EITO einen leichten Umsatzrückgang von 0,3 Prozent auf 210,4 Milliarden Euro.

Härter trifft es die digitale Unterhaltungselektronik: Nach mehreren Jahren mit hohen Wachstumsraten soll der Umsatz 2009 um 8,2 Prozent auf 58,5 Milliarden Euro schrumpfen. Das Minus führt EITO hauptsächlich auf den Umsatzrückgang bei den Flachbildfernsehern zurück.

In der EU sollen zwar ungefähr 42 Millionen LCD-Geräte verkauft werden, mehr als je zuvor. Die Umsätze sinken der Prognose nach aber um 10,3 Prozent auf 26,3 Milliarden Euro, da die Preise sinken.

Auch die Umsätze bei Digitalkameras, MP3-Playern und Navigationsgeräten sollen schrumpfen. Steigenden Umsatz erwartet EITO bei Blu-Ray-Playern, digitalen Set-top-Boxen für den Fernsehempfang und bei Spielekonsolen.



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