Menü
Microsoft kauft Nokia

Was ändert sich durch die Nokia-Übernahme?

Nokia Lumia 625
Anzeige
Warum kauft Microsoft die Handy- und Dienste-Sparte von Nokia? Und was bedeutet die Übernahme für den Markt und für uns Kunden?

Die Ankündigung von Microsoft, die Handy- und Dienste-Sparte von Nokia für 5,44 Milliarden Dollar zu übernehmen, sorgte heute morgen für lange Gesichter. Jetzt also doch? Wo sieht Microsoft seine Chance? Was bleibt von Nokia eigentlich über?

Und doch kam die Ankündigung letztlich nicht unerwartet. Über einen Kauf wurde spekuliert seit der Microsoft-Mann Stephen Elop die Geschicke bei Nokia übernommen hat. Die Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Nokia war längst sehr eng geworden.

Nokia verkauft Handysparte an Microsoft

Wir zeigen, was für Microsoft durch den Kauf drin ist, warum sich Nokia darauf einlässt und was sich für uns Endkunden durch die Übernahme ändern könnte.

Was ist für Microsoft drin?

  • Letztlich geht es Microsoft darum, Windows Phone als Smartphone-Plattform auf dem Markt zu etablieren, und das wird laut Microsofts Einschätzung im Alleingang leichter gelingen.
  • Microsoft wird damit auf einen Schlag zu einem guten Hardware-Hersteller mit viel Erfahrung. "Die geplante Übernahme ist der konsequente Schritt in unserer Entwicklung hin zu einem Unternehmen, dass neben Software auch Hardware und Services anbietet", so Christian P. Illek, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, in einer Stellungnahme.
  • Microsoft gilt vielen ja noch immer als der träge Software-Gigant, der sich vor Kraft kaum bewegen kann. Mit den Marken Nokia und Lumia könnte Microsoft sein Image womöglich verbessern. 10 Jahre darf Microsoft die Marken nutzen, so der Deal.
  • Microsoft bekommt einen direkten Zugang zum Mobilfunk-Markt. Nokia ist global aufgestellt und hat gewachsene Kontakte zu den Netzbetreibern, die auf dem Handymarkt eine gewichtige Rolle spielen.
  • Microsoft hat nun wie Apple bei iPhone und iOS die volle Kontrolle über das Zusammenspiel von Hard- und Software.
  • Für Microsoft dürfte die Übernahme ein Schnäppchen sein. Die Übernahme von Navteq als Grundlage der eigenen Kartendienst kam Nokia teurer als nun Nokias Herzstück für Microsoft.

Warum lässt sich Nokia darauf ein?

  • Nokia hat mit seinem Handy-Geschäft Verluste eingefahren und auch wenn sich die Verkäufe postiv entwickelt haben: eine schnelle Erholung war nicht in Sicht.
  • Was bleibt von Nokia dann eigentlich noch übrig? Nokia wird sich auf die Kartendienste Nokia Here, die Netzwerksparte NSN und die Technologie-Entwicklung und -Lizenzierung konzentrieren.
  • Das Unternehmen hat sich in seiner Geschichte schon mehrmals neu erfunden, hat als Papiermühle angefangen und im Lauf der Geschichte schon Gummistiefel und Fernseher produziert. Mit den Einnahmen durch den Verkauf soll die Neuausrichtung finanziert werden.

Was ändert sich für die Kunden?

  • Erstmal nicht viel. Zum einen soll der eigentliche Deal erst 2014 über die Bühne gehen. Zum anderen arbeiten Microsoft und Nokia bereits jetzt sehr eng zusammen.
  • Dass andere große Hersteller doch noch auf Windows Phone aufspringen, ist nun ein wenig unwahrscheinlicher geworden. Denkbar ist, dass Microsoft das Lizenzmodell ganz aufgibt und nur noch allein Windows Phones liefert. Das wäre das Prinzip, nachdem Apple mit iPhone und iOS arbeitet.
  • Denkbar auch, dass Microsoft ähnlich wie Google bei den Nexus-Modellen die Preise sehr tief ansetzt. Der Preiskampf auf dem Smartphone-Markt könnte sich also verstärken. Eine womöglich ungewollte und späte Rache von Nokia an der Hardware-Konkurrenz.
 
comments powered by Disqus
Anzeige
x