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Richter blockiert WhatsApp in Brasilien

In Brasilien hat ein Richter eine landesweite dreitägige Sperre von WhatsApp angeordnet, um die Herausgabe von Gesprächsprotokollen zwischen Drogenbossen zu erzwingen. Ein Berufungsgericht hat die Sperre inzwischen aufgehoben.(Update)

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100 Millionen Menschen nutzen WhatsApp in Brasilien - auf Anordnung eines Richters steht ihnen der Messaging-Dienst bis Donnerstag-Nachmittag nicht mehr zur Verfügung. Seit Montag-Nachmittag gilt eine angeordnete 3-Tages-Sperre, die den Mobilfunkanbietern des Landes mitgeteilt wurde und ihnen bei Strafandrohung eine Verbreitung untersagt. WhatsApp bezeichnet diese richterliche Verfügung als unverständlich und völlig überzogen.

WhatsApp hat Berufung gegen diese Entscheidung eingelegt. In zweiter Instanz wurde ihr am Dienstag stattgegeben und die Blockade aufgelöst. Inzwischen funktioniert WhatsApps wieder in Brasilien. (UPDATE vom 04.05.2016).

Nicht die erste drastische Maßnahme gegen WhatsApp

Hintergrund für diese drastische Entscheidung von Richter Marcel Montalvao war die Weigerung von WhatsApp Brasilien, Chat-Protokolle mutmaßlicher Drogenhändler an die Behörden herauszurücken. Bereits früher übten in Brasilien Richter Druck auf den Messenger-Anbieter aus, um die Herausgabe von Gesprächsprotokollen zu erzwingen, die im Zusammenhang mit Verbrechen stehen.

So wurde beispielsweise Diego Dzodan, der Vice-President der WhatsApp-Muttergesellschaft Facebook für Latein-Amerika, Anfang März kurzzeitig inhaftiert. Im Dezember war WhatsApp für einen Tag komplett blockiert worden.

Die Blockade von WhatsApp bringt gleichzeitig der WhatsApp-Alternative Telegram viel Zulauf. Über eine Million neue Nutzer sollen sich dem Dienst nach Angaben des brasilianischen News-Portals O Globo innerhalb weniger Tage angeschlossen haben.

WhatsApp seit April mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

WhatsApp hatte Anfang April 2016 eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung seiner Chats eingeführt, die es nach Angaben von WhatsApp dem Unternehmen heute unmöglich macht, die Gepräche seiner User zu lesen und deren Inhalte weiterzugeben.

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