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24 Stunden Verkehrsüberwachung
Den immensen, durch die vielen Staus verursachten Mehrkosten steuern Bund und Länder jetzt mit modernisierter Verkehrs-Infrastruktur gegen. Mit besserem Verkehrsmanagement wollen sie die Straßen optimal nutzen. Wie's funktionieren könnte, zeigt Baden-Württemberg: Erst im März ging in Stuttgart eine der modernsten Verkehrsrechnerzentralen (VRZ) in Betrieb.
In einem unscheinbaren Bürogebäude an einer der verkehrsreichsten Straßen Deutschlands hat der Südwest-Staat die Grundlage für eine effizientere Steuerung der Fahrzeugmassen gelegt. Und die werden in den kommenden Jahren noch deutlich zunehmen.
Laut Bundesverkehrsministerium sind bis 2025 allein rund 55 Prozent mehr Brummis auf deutschen Straßen zu erwarten. Die gefahrenen Kilometer erhöhen sich von 367 Milliarden Kilometer pro Jahr auf voraussichtlich 676 Milliarden Kilometer.
Umso stärker kommt es darauf an, den Verkehr bestmöglich zu lenken und auf Störungen unverzüglich zu reagieren. Laut DIHK sind schon heute fast 1000 Kilometer des deutschen Autobahnnetzes zu den Hauptverkehrszeiten permanent überlastet.
Schon geringe Störungen verursachen Staus
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Alle Autobahntunnel im Südwesten lassen sich per Videokamera beobachten
© Foto: iStockphoto - tirc83
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Alle Autobahntunnel im Südwesten lassen sich per Videokamera beobachten
In Baden-Württemberg – bundesweit mit vergleichsweise wenig Autobahnen ausgestattet – gilt dies insbesondere für das Autobahn-Viereck A5, A6, A8 und A81, den Hauptverkehrsrouten zwischen Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn und dem Rhein-Neckar-Raum. Hier wohnen viele sehr mobile Menschen.
Hinzu kommen wichtige Nord-Süd-Verbindungen in Richtung Frankfurt und Köln, in die Schweiz und nach Italien sowie auf der West-Ost-Route nach München, Österreich und Südosteuropa. Schon geringe Störungen auf diesen Strecken ziehen nicht selten einen Verkehrskollaps auf etlichen Kilometern Länge nach sich.
Nun soll die Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg mit ihrer neuen Verkehrsrechnerzentrale in Stuttgart vermehrt ins Geschehen eingreifen. In Zweier-Teams überwachen 13 Operatoren rund um die Uhr die Verkehrsströme auf Autobahnen und einigen Bundesstraßen im Land sowie in allen Autobahntunnels.
76 Kameras in einem Tunnel
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Kommandozentrale: Die Operatoren in Stuttgart haben Zugriff auf sämtliche Verkehrsdaten
© Foto: Jürgen Eberl
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Kommandozentrale: Die Operatoren in Stuttgart haben Zugriff auf sämtliche Verkehrsdaten
Allein im Engelberg-Tunnel im Großraum Stuttgart beobachten 76 Kameras das Geschehen in beiden Röhren. Wenn es irgendwo auf den Fernstraßen im Südwesten klemmt, bekommen die VRZ-Mitarbeiter es also mit. Alles, was an Verkehrsinformationen zur Verfügung steht, läuft hier zusammen, so Rolf Gildehaus von der Landesstelle für Straßentechnik.
In die Fahrbahnen eingelassene Magnetschleifen, Sensoren, Live-Kameras und Webcams liefern jede Menge Fakten zur Verkehrssituation – Angaben zu Fahrzeugaufkommen, Fahrzeugarten und Tempo inklusive.
Verkehrsmeldungen der Landespolizei, die Zusammenarbeit mit der Verkehrsleitstelle der Landeshauptstadt Stuttgart, Infos der Wetterdienste, Glättemeldeanlagen, ein effektives Baustellenmanagement mit GPS-Ortung sowie der Datenaustausch mit anderen Bundesländern und Kommunen runden die Datenlage ab.
Das ist allerdings nur der derzeitige Stand der Dinge. Das Wissen um die Verkehrslage hilft letztlich wenig, solange sie sich nicht beeinflussen lässt. Im Südwesten weiß man dies.