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Photohop & Co. aus der Wolke Adobe Creative Cloud im Test

von
Adobe Creative Cloud
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Adobe hat angekündigt, seine Creative Suite in Zukunft nur noch als Cloud-Service anzubieten. Über die Creative Cloud sind bereits jetzt alle Adobe-Programme von Photoshop bis Dreamweaver im Abo nutzbar. connect iOS hat’s ausprobiert.

Adobe Creative Cloud
  • +Zugriff auf alle Apps der Creative Suite
  • +stets die neuesten Versionen
  • +offline arbeiten geht
  • -nach Kündigung nicht mehr nutzbar
  • -ältere Versionen nur mit Tricks für die Zukunft archivierbar
  • -Upgrade-Angebot von früherer Kauflizenz zeitlich limitiert

Photoshop, Illustrator, InDesign, aber auch Premiere, After Effects, Dreamweaver, Flash und andere: Die Programme aus der „Creative Suite“ von Adobe sind für Kreativarbeiter ebenso unverzichtbar wie Microsoft Office für Büromenschen.

Allerdings sind die Pakete mit Kaufpreisen ab 1600 Euro recht teuer. Und die Versuchung, das Ganze zu knacken und zu kopieren statt zu kaufen, ist wohl einfach zu groß. Nicht zuletzt aufgrund der vielen illegalen Kopien hat Adobe nun verkündet, dass auf die Creative Suite 6 keine weitere käuflich erwerbbare Version mehr folgen soll und nur noch kleinere Updates für die Version 6 angeboten werden.

Photoshop und Co. per Abo

Als Alternative hat sich Adobe etwas Neues ausgedacht: die „Creative Cloud“. Alle Programme der Suite gibt es im Abo aus der Cloud. Das kostet den Kunden monatlich 61,49 Euro, wenn er ein Jahresabo eingeht. Will er dieses Abo monatlich kündigen können, steigt die Gebühr auf 92,24 Euro/ Monat. Für rund 25 Euro pro Monat können auch einzelne Anwendungen abonniert werden, zum Testen gibt es einen kostenlosen Zugang für 30 Tage.

Wer schon eine alte Creative Suite hat und dafür upgradeberechtigt wäre, zahlt dafür im Rahmen eines Jahresvertrags 36,89 Euro/ Monat. Dieses attraktivste Angebot will Adobe jedoch zeitlich begrenzen, die genaue Frist ist noch offen.

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Gerade für Nutzer, die regelmäßig mehrere Programme aus der Suite einsetzen wollen oder müssen, ist das Angebot eine Überlegung wert, denn zum Abopreis gibt es Zugriff auf die maximale Ausbaustufe, die bei klassischem Lizenzkauf sonst über 3600 Euro kosten würde. Allerdings gilt: Zugriff auf die Programme hat der Nutzer nur, während er auch sein Abo bezahlt. Wer irgendwann kündigt, kann mit den Programmen nicht mehr arbeiten.

Schüler, Studenten und Lehrer bekommen einen Sonderpreis. Entfallen diese Voraussetzungen (etwa nach Studienende), wechselt das Abo auf den Standardpreis.
Schüler, Studenten und Lehrer bekommen einen Sonderpreis. Entfallen diese Voraussetzungen (etwa nach Studienende), wechselt das Abo auf den Standardpreis. ©

Lokal und offline arbeiten

Eine andere Sorge ist allerdings unbegründet: Die Arbeit mit der Creative Cloud erfordert keine Mega-Breitbandverbindung. Der Creative-Cloud-Abonnent lädt alle Programme einmalig auf seinen Rechner herunter und installiert sie dort.

Gearbeitet wird dann ganz normal lokal, bei Bedarf auch offline. Nur einmal im Monat will das Cloud-Verwaltungsprogramm „Adobe Application Manager“ Kontakt zum Internet, um die Gültigkeit des laufenden Abonnements zu überprüfen.

Aus diesem Programm wählt der Nutzer auch aus, welche Komponenten er verwenden will. Auch wenn die Lizenz sämtliche Programme der Suite abdeckt, braucht ja nicht jeder alles und möchte vielleicht aus Gründen der Übersicht oder zum Sparen von Festplattenplatz nicht alle Programme installieren.

Der Application Manager verwaltet die abonnierten Programme und erlaubt die Installation weiterer Suite-Apps.
Der Application Manager verwaltet die abonnierten Programme und erlaubt die Installation weiterer Suite-Apps. ©

Übrigens: Genau wie bei der klassischen Suite nach Lizenzkauf-Modell können Cloud-Kunden die Software parallel auf einem zweiten Rechner installieren und dort nutzen, etwa auf einem Notebook oder einem Heim-Mac neben der Arbeitsmaschine.

Wer sie allerdings auf einem dritten Mac braucht, muss für jeweils zwei Maschinen ein weiteres Cloud-Abo abschließen. Zum Abo gehört zudem eine Sharing-Plattform mit 20 GB Onlinespeicher, die sich etwa für Teamarbeit eignet. Wer sie nicht braucht, muss sie allerdings nicht installieren oder nutzen.

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In der Praxis gibt es bei der lokalen Arbeit auf dem Mac keinen spürbaren Unterschied zu den klassischen Retail- Versionen – nur dass auf Wunsch wirklich alle Komponenten der Suite zur Verfügung stehen.

Trick: Installer archivieren

Zudem erhalten Cloud-Abonnenten immer die neuesten Versionen der Programme. Wenn also etwa im Herbst 2013 die gegenwärtig aktuelle Creative Suite 6 den erwarteten Nachfolger 6.5 bekommt, können Cloud-User diese neueste Ausgabe downloaden und installieren.

Wer noch detailliertere Fragen hat, findet viele Informationen auf der Adobe-Webseite www.adobe.de/creativecloud.
Wer noch detailliertere Fragen hat, findet viele Informationen auf der Adobe-Webseite www.adobe.de/creativecloud. ©

Die Lizenzbedingungen erlauben es aber auch, dass man weiter mit den im Rahmen des Cloud-Abos bezogenen Vorgängerversionen arbeitet, solange diese auf der Festplatte des Macs installiert sind. Das ist für Dienstleister wichtig, die mit Kunden oder Druckereien zu tun haben, die nicht jeden Sprung etwa auf die neueste InDesign-Version mitmachen.

Allerdings werden nach einem Upgrade die Installer der Vorversionen nicht mehr online verfügbar sein. Wer sie zur Sicherheit archivieren will, muss etwas tricksen, denn normalerweise versteckt der Application Manager die Installationsdateien. Während des Aufspielens der Software liegen sie aber sichtbar auf dem Desktop, sodass man sie parallel zur Installation schnell komprimieren und für den künftigen Bedarf archiveren kann.

Fazit: Faires Angebot

Ein insgesamt faires Angebot für Privatkunden und kleine Kreativ-Dienstleister. Wie bei Abos üblich, kettet man sich aber an den Anbieter und ist möglichen Preiserhöhungen ausgeliefert.

 
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