Mobilfunkmarkt

E-Plus und Base im Anbieter-Check

Mit günstigen Tarifen sorgt E-Plus seit Jahren für Kundenzuwachs - und will auch in den Netzausbau fürs schnelle Internet investieren. Wir widmen uns dem derzeitigen Zustand des Anbieters und seiner Marken wie Base.

E-Plus/Base

© E-Plus; Base

E-Plus/Base

Pro

  • günstige Tarifpakete für Smartpone-Nutzer
  • Flexibilität bei den Tarifen: Base-Go-Kunden können ihr Paket je nach Nutzung und Laufzeit individuell zusammenstellen
  • E-Plus bietet die günstigsten Roaming-Tarife für Vertrags- und Prepaid-Kunden: Die Düsseldorfer rechnen nur noch mit zwei Länderzonen ab und verlangen weltweit nicht mehr als 99 ct pro Minute und pro MB

Contra

  • die Netzbetreiber-Konkurrenz ist beim Ausbau ihrer schnellen Netze fürs mobile Internet deutlich weiter
  • außerhalb der Ballungsgebiete zeigt das E-Plus-Netz immer noch Versorgungslücken
  • Hotline-Kosten sind mit 99 ct/Anruf relativ hoch
  • die Webseiten von Base wirken unstrukturiert - nach detaillierten Preisinformationen kann man lange suchen

Als der E-Netzbetreiber vor 20 Jahren startete, musste er gegenüber den Vorreitern Telekom und Mannesman D2 (heute Vodafone) einiges aufholen: Das taten die Düsseldorfer vor allem mit innovativen Ideen und Produkten. So brachte E-Plus vor 14 Jahren als Erster mit "Time & More" Minutenpakete auf den Markt.

Marktübersicht: Netzbetreiber und Mobilfunkanbieter im Vergleich

Auch 2005 zeigte man sich revolutionär und stampfte mit Simyo den Discount-Markt aus dem Boden. Seitdem verfolgt E-Plus konsequent eine Mehrmarkenstrategie, die vor allem in den letzten Jahren ein überproportionales Wachstum an Kunden bescherte. Zur Familie gehören neben Base, Simyo und Blau.de auch die Ethnomarken Ay Yildiz und Ortel Mobile sowie Yourfone, die mit der günstigen 20-Euro-Allnet-Flat den Markt aufmischte. Nicht zu vergessen die Kooperation mit Discounterkönig Aldi, der mit Aldi Talk die meisten Mobilfunk-Discountkunden zählt.

HSPA+ nahezu im gesamten Netz

Als Smart Follower sah sich der E-Netzbetreiber, der eher auf innovative Tarifmodelle statt auf neueste Netztechnik setzte, lange Zeit im Recht. Nun schwenken die Düsseldorfer um und setzen ebenfalls voll auf Daten. Kein Wunder: Schließlich werden schon 42 Prozent der Kundenumsätze auch bei E-Plus mit Datendiensten erreicht.

So investiert die Tochter des niederländischen Netzbetreibers KPN seit 2010 über 500 Millionen Euro jährlich in den Netzausbau. Mittlerweile hat E-Plus nahezu sein gesamtes UMTS-Netz mit HSPA+ aufgerüstet, was bis zu 21,6 Mbit/s ermöglicht, und versorgt 85 Prozent der Bevölkerung mit Highspeed.

Mit LTE lassen sich die Düsseldorfer wiederum Zeit und wollen erst in diesem Jahr langsam mit dem Ausbau beginnen. Dazu setzt man auf die Technologie des chinesischen Netzlieferanten ZTE und will zunächst mit den 1800er-Frequenzen, die bislang einzig die Telekom nutzt, den Datenturbo in den Städten bedarfsgerecht ausrollen.

Gleichzeitig plant man einen Sonderweg: Mit dem Kauf der beiden deutschen Wimax-Anbieter Inquam Broadband und Clearwire Germany verfügt die KPN-Tochter als einziger deutscher Netzbetreiber nun auch über Frequenzen im 3,5-GHz-Bereich, mit denen hohe Datenraten selbst bei vielen LTE-Nutzern in einer Zelle möglich sind. Ob das reicht, die bis dahin längst etablierte Konkurrenz zu verdrängen, bleibt abzuwarten.

Cloudspeicher und Musik

In puncto Tarife folgt E-Plus mit der Hauptmarke Base dem Diktat des Marktes und unterscheidet beim Monatspreis seiner All-in-Bundles nach dem Highspeed-Volumen. Bis auf die Einsteigerangebote sind Sprache und SMS unbegrenzt enthalten.

Als Besonderheit bietet man Cloudspeicher und Musikstreaming und will für Neu- wie Bestandskunden das Surftempo werbewirksam auf bis zu 21,6 Mbit/s erhöhen. Allerdings endet die Tempo-Offensive schon Ende des Jahres: Ab 01.01.2014 wird laut Fußnote wieder auf 7,2 Mbit/s heruntergeschaltet.

Dafür sind die Preise niedrig: So gibt's das Premium- Bundle mit 10 GB HSDPA-Volumen schon für unter 50 Euro.

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