Systemfrage

Android 4 - Offenheit bietet Vielfalt

Das Erfolgsgeheimnis von Android liegt in seiner offenen Natur. Anfang 2009 kam mit dem T-Mobile G1 das erste Google-Handy nach Deutschland, drei Jahre später hat Android laut einer Gartner-Studie einen weltweiten Smartphone-Marktanteil von über 50 Prozent - damit ist das Google-OS mit Abstand Marktführer.

Sicherheitslücken bleiben

Google stellt den Quellcode seines mobilen Betriebssystems jedem Interessenten kostenlos zur Verfügung. Entwickler und Netzbetreiber nutzen diese Offenheit, um eigene, auf das OS ausgerichtete Anwendungen und Dienste in das Betriebssystem zu integrieren, während Hardware-Hersteller proprietäre Benutzeroberflächen basteln, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Multitasking-Ansicht

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Die Multitasking-Ansicht listet alle aktuell geöffneten Apps. Um eine davon zu beenden, genügt es, die Miniaturansicht rechts aus dem Bild zu schieben.

Das führt allerdings auch zu einer gewissen Defragmentierung der Plattform: Sobald Google eine neue Version freigibt, müssen Hersteller ihre Oberflächen erst einmal überarbeiten. Das dauert meist mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate, nicht selten kommen Updates für viele Geräte überhaupt nicht; das stellt nicht zuletzt ein Risiko dar, da die Updates häufig auch Sicherheitslücken im OS schließen.

Grundsätzlich ist der Sicherheitsaspekt bei Android kritischer zu bewerten als bei iOS und Windows Phone. Google kontrolliert seinen App-Store eher dilettantisch; allzu blauäugig sollte man also nicht jede Anwendung installieren, sondern kurz überlegen, ob das Tool für die versprochene Funktion tatsächlich Zugriff auf das Telefonbuch benötigt. Und wer sein Android-Gerät im Notfall aus der Ferne orten, sperren oder löschen möchte, braucht - anders als bei iOS und Windows Phone - eine Zusatz-App.

Noch anpassungsfähiger

Mit Android 4 führt Google seine Entwicklungslinien 2.x für Smartphones und 3.x für Tablets zusammen und vereint das Beste aus beiden Ansätzen. Insgesamt ist das neue Android mit dem Beinamen Ice Cream Sandwich flexibler: Ordner lassen sich jetzt einfach durch Aufeinanderschieben zweier Apps erstellen und einige ausgewählte Widgets auf die gewünschte Größe skalieren. So kann der Nutzer etwa beim neuen Google-Mail-Widget festlegen, wieviele Nachrichten er auf dem Homescreen sehen möchte.

Startbildschirm

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Bei Android lässt sich der Startbildschirm mit Favoritenlinks, Direktverknüpfungen und Widgets gestalten. Das Hauptmenü hat eine separate Ansicht.

Auch das neue kontextbezogene Aktionsfeld - das beispielsweise im Adressbuch oder Kalender die hier verfügbaren Optionen einblendet - macht Android 4 zugänglicher als seine Vorgänger. Dennoch wirken Haupt- und Untermenüs noch nicht ganz so aufgeräumt und übersichtlich wie bei iOS, auch dürfte die insgesamt doch sehr dunkel gehaltene Optik nicht jeden ansprechen.

Keine Hardkeys mehr am Start

Besonders auffällig: Die obligatorischen Gehäusetasten sind bei Android 4 obsolet, da nun auf dem Touchscreen drei Softkeys für "Zurück", "Homescreen" und "Multitasking" eingeblendet werden. Je nach Displayausrichtung wandern die Bedienelemente vom rechten an den unteren Bildrand. Die Multitasking-Ansicht listet alle aktuell ausgeführten Programme auf; um eines davon zu beenden, genügt es, die Miniaturansicht nach rechts aus dem Bild zu schieben - das hat sich Google bei Web OS von Palm abgeschaut.

Bewertung

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Mit dieser Wischgeste lassen sich im Übrigen auch Browsertabs schließen. Während bei iOS und Windows Phone die in den Hintergrund geschobenen Anwendungen pausieren, erlaubt Android vielen Programmen, tatsächlich aktiv zu bleiben und etwa Informationen aus dem Internet abzufragen.

Fazit: Auf dem richtigen Weg

Hat man sich an Android 4 gewöhnt, gehen Alltagsaufgaben locker von der Hand. Google-Dienste sind gut integriert, Browser und Mailanwendungen übersichtlich gestaltet. Ein echter Vorteil im Vergleich zu iOS und Windows Phone ist, dass sich Musik, Dokumente, Fotos und Videos einfach per Drag-and-drop auf das Gerät übertragen lassen. Und: Knapp 70 Prozent der Apps im Market sind kostenlos. Ganz klar: Google bietet seinen Nutzern deutlich mehr Freiheiten als Apple und Microsoft - Sicherheitsbedenken sind aber inklusive.

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