Datensicherung für Smartphone und Tablet

Android Backup: 4 Wege zum Ziel

Ob beim Smartphone-Umzug oder zur Datensicherung: Wir zeigen, wie Sie ein Android-Backup durchführen - per App und mit oder ohne Root.

Android Backup Apps

© Hersteller

Ultimate Backup, Titanium Backup und Helium sind nur einige beispiele für Apps zur Android-Sicherung.

Sie wollen ein Android-Backup für ihr Smartphone oder Tablet anlegen? Wie für Android typisch, gibt es beim Google-Betriebssystem auch im Hinblick auf Datensicherungen eine Unmenge von Möglichkeiten – die zum Teil davon abhängen, von welchem Hersteller Ihr Smartphone stammt und mit welcher Systemversion es bestückt ist. Wir stellen 4 Wege für ein Android-Backup vor:

1. Hersteller-Software anschauen

So sollten Sie sich auf jeden Fall die Desktop-Software anschauen, die vom Telefonhersteller mitgeliefert oder als Download bereitgestellt wird. Programme wie Samsung Kies (seit der S6-Generation Samsung Smart Switch) oder Sonys PC Companion bieten die Möglichkeit, per USB-Kabel oder WLAN auf den Speicher des Telefons zuzugreifen und so Backups auf dem PC zu erstellen.

Systembedingt lassen sich damit zwar nicht alle App-Inhalte und Einstellungen sichern. Dennoch empfiehlt es sich, nach der Ersteinrichtung des Smartphones eine Sicherung am Rechner durchzuführen und diese von Zeit zu Zeit zu aktualisieren. Wer zudem zur Verwaltung von Fotos, Musik und Filmen sein Telefon regelmäßig am PC anschließt, kann dieses Backup-Konzept später weiter nutzen.

Android USB Debugging

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Trickreich: Im „Debug-Modus“ erlaubt das Telefon einem PC Zugriff auf seinen Speicherinhalt.

Wenn es nach Google geht, sollte eine lokale Sicherung aber unbedingt mit einem Cloud-Backup kombiniert werden. Schon bei der Ersteinrichtung fragt Android deshalb, ob es die Daten im Google-Konto sichern soll. Diese Sicherung umfasst zwar nur Verweise auf die installierten Apps, Kontodaten und Einstellungen. Sie hilft aber gerade nach einer Reparatur oder einem Gerätetausch, auf einem neuen Telefon schnell wieder die vertraute Umgebung herzustellen. Sie finden die Funktionen im Android-Menü unter „Einstellun-gen/Sichern und zurücksetzen“.

Nun kann man darüber diskutieren, ob man persönliche Daten auf Googles Servern speichern möchte. Allerdings ist die Integration der Google-Dienste in Android so tief, dass man sowieso kaum vermeiden kann, von Googles Algorithmen durchleuchtet zu werden.

Google Server

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Ab in die Google-Cloud: Die automatische Cloud-Datensicherung bietet Android von sich aus an.

2. Spezialisierte Umzugshelfer

Steht bei der Sicherung ein Gerätewechsel im Vordergrund, gibt es Tools und Apps, die auf solche Datenumzüge spezialisiert sind. In den eingangs erwähnten Desktop-Tools von Samsung, Sony und anderen finden sich explizite Umzugsfunktionen, die grundsätzlich auch den Wechsel über Herstellergrenzen und sogar eine Migration von Apple zu Android unterstützen.

Eine nützliche Umzugs-App, die den Datentransfer direkt von Gerät zu Gerät unterstützt, ist außerdem das von Samsung angebotene Smart Switch Mobile – zu finden im Google Play Store oder auf der Samsung-Webseite. Nicht zu verwechseln mit dem ähnlich betitelten PC-Programm, beamt es Benutzerdaten und Einstellungen per WLAN zwischen zwei verbundenen Smartphones hin und her.

3. Backup-Apps mit und ohne Root

Die bisher beschriebenen Funktionen gewährleisten schon mal eine Basissicherung. Wer jedoch Wert darauf legt, den Inhalt seines Smartphones möglichst vollständig zu archivieren, kommt nicht umhin, sich mit Backup-Apps oder anderen fortgeschrittenen Lösungen zu beschäftigen. Dabei werden Interessenten schnell feststellen, dass die meisten Backup-Apps für Android das eingangs erwähnte Rooting verlangen – mit allen daraus resultierenden Vor- und Nachteilen.

connect meint: Allein wegen der Sicherung Ihrer Smartphone-Inhalte sollten Sie über diesen Schritt gar nicht erst nachdenken. Denn dies würde für etwas komplettere Backups andere wichtige Sicherheitsaspekte, insbesondere den Schutz vor Schadsoftware, aufs Spiel setzen. Wer sein Telefon aber sowieso gerootet hat, dem empfehlen wir für Backups die App Titanium Backup.

Kies Backup

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Datenmanagement bei Samsung: Die Desktop-Software „Kies“ fertigt auch Backups an.

Es gibt allerdings auch brauchbare Backup-Apps, die kein Rooting voraussetzen. Drei nach Meinung von connect empfohlene Apps sind Helium, Ultimate Backup und My Backup. Üblicherweise stellen Backup-Apps zur Wahl, ob Sie die Sicherungsdaten im lokalen Speicher, auf der Speicherkarte oder in der Cloud ablegen möchten. Wer sich für Bordspeicher oder Micro-SD entscheidet, sollte die dort hinterlegten Backup-Datensätze allerdings regelmäßig auf seinen PC oder einen anderen externen Speicher übertragen – sonst sind die Daten bei einem abhandengekommenen Mobiltelefon natürlich ebenfalls verloren.

Im Übrigen lohnt es sich, die zwei bis vier Euro für die Pro-Versionen der vorgestellten Backup-Tools zu investieren. Sie bieten nicht zuletzt eine nützliche Zeitplanungsfunktion. So lässt sich einstellen, zu welchen Zeiten die App automatisch eine Sicherung durchführen soll. Da man Backups im Alltag gern mal vergisst, ist das eine sinnvolle Unterstützung.

Samsung smart switch

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Umzugshelfer: „Smart Switch Mobile“ von Samsung unterstützt direkte Datentransporte per WLAN.

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4. Backup-Trick im Debug-Modus

Für alle, die bis zu diesem Punkt immer noch keine passende Lösung gefunden haben, gibt es noch eine interessante Alternative – die allerdings ein wenig Experimentierfreude voraussetzt. Sie steht für alle Android-Versionen seit 4.0 „Ice Cream Sandwich“ zur Verfügung und erlaubt eine ausgesprochen umfangreiche Systemsicherung ohne Root-Rechte. Basis ist die PC- oder Mac-basierte Android-Entwicklungsumgebung, das sogenannte „Android-SDK“. Da es sich um Open-Source-Software handelt, kann sie jeder unter http://developer.android.com/sdk herunterladen und auf seinem Rechner installieren.

Auf dem Telefon aktivieren Sie dann den sogenannten Debugging-Modus. Er gewährt dem Rechner über ein USB-Kabel Zugriff auf den Telefon-Speicherinhalt. In älteren Android-Versionen finden Sie die Option unter „Einstellungen/Entwickleroptionen/ USB-Debugging“. Seit Android 4.2 „Jelly Bean“ ist sie etwas versteckt: Wählen Sie „Einstellungen/Über das Telefon“ und tippen Sie dann sieben mal auf die Zeile „Build-Nummer“. Dadurch erscheint der Menüpunkt „Entwickleroptionen“, wo Sie den USB-Zugriff freischalten können.

Haben Sie das Android-SDK auf Ihrem Computer installiert und danach einen Neustart durchgeführt, sollte der Anschluss des Smartphones per USB-Kabel die nötigen Gerätetreiber und Werkzeuge auf dem Desktop-Rechner aktivieren. Im Internet finden sich unter den Suchbegriffen „Android SDK“ oder „adb“ viele Tipps, wie Sie eventuell zickende Installationen zum Laufen bringen.

Screen PC Companion Backup

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Sicher mit Sony: Auch der „PC Companion“ beinhaltet eine Backup-Funktion fürs Handy.

Anschließend können Sie in der Windows-Befehlszeile (ab Windows 8 Windows-Taste und R drücken, unter Windows 7 „cmd“ eingeben) mit dem Kommando adb backup -all die Datensicherung starten. Auf Macs geben Sie die Befehlszeile über das Dienstprogramm „Terminal“ ein. Das Kürzel adb steht für „Android Debugging Bridge“.

Auf dem Android-Phone erscheint nun ein Hinweis, dass eine vollständige Systemsicherung angefordert wurde. Bestätigen Sie ihn und haben Sie ein, zwei Stunden Geduld – je nach Speichergröße und USB-Hardware dauert die Übertragung einige Zeit. Der Lohn ist eine umfangreiche Datensicherung ohne Root. Für tägliche Backups ist das Prozedere wohl zu kompliziert – aber zur gelegentlichen Komplettsicherung ein guter und günstiger Weg.

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