Pro und Contra

Android rooten: Vorteile und Nachteile

Lange war das Rooten von Android-Geräten Volkssport. Doch wegen immer besserer Android-Versionen und wachsender Sicherheitsrisiken ist es eigentlich kaum noch nötig. Ein Pro und Contra.

  1. Android rooten: Vorteile und Nachteile
  2. Android Rooten: Das spricht dagegen
Smartphone mit Kette und Schloss

© pim pic / Fotolia.com

Lohnt sich Rooten von Android-Smartphones noch?

Rooten heißt, dass Sie sich den vollen Zugriff auf alle Android-Bestandteile verschaffen. Dadurch eröffnen Sie sich eine Reihe von neuen Möglichkeiten, über die Sie Ihr Smartphone an Ihre Bedürfnisse anpassen können. Ab Werk ist der Vollzugriff nicht möglich, vor allem aus Sicherheitsgründen. „Root“ ist übrigens u.a. der Administrator unter Linux, mit dem auch Android verwandt ist​.

Das spricht für das Rooten

Grund 1: Zusätzliche Funktionen

Gerootete Geräte lassen sich mit praktischen Funktionen und zusätzlichen Einstellungsmöglichkeiten ausrüsten, die der Hersteller vermissen lässt. Sie können zum Beispiel einen Equalizer einbauen, der die gesamte Audioausgabe Ihres Handys für Ihre Kopfhörer optimiert. Oder Sie ändern die maximale Lautstärke Ihres Handys. Oder Sie schalten Tethering frei, also die Möglichkeit, das Handy als drahtloses Modem am Laptop zu verwenden. Speziell die weit verbreitete App XPosed Framework​, mit der Sie zahlreiche Modifikationen bequem installieren und auch wieder zurücknehmen können, benötigt Root-Rechte​.

XPosed Framework

© Screenshot / Tim Kaufmann

Das XPosed Framework liefert über 1.000 Android-Modifikationen mit, die Sie bequem installieren und bei Bedarf auch wieder zurücknehmen können.

Grund 2: Leistung tunen

Sie können die Leistung Ihres Handys tunen. Dazu werden CPU und/oder GPU (Grafikadapter) übertaktet. Auch wenn das den Akkuverbrauch erhöht und technische Probleme mit sich bringen kann, ist das Übertakten oder „Overclocking“ ein beliebter Kniff, vor allem um ältere Geräte länger nutzen zu können. Für das Overclocking muss der Android-Kernel ausgetauscht werden, was Root-Rechte erfordert.​

Grund 3: Oberfläche anpassen

Die Oberfläche gerooteter Handys lässt sich vollständig anpassen. Gefallen Ihnen Bedienelemente nicht, möchten Sie die Schriftart ändern oder den Overscan einstellen, damit Ihr Handy am Fernseher ein perfektes Bild zeigt? Das sind nur wenige Beispiele für Änderungen, die Sie mit einer Software wie UI Tuner​ vornehmen können - die aber meistens Root voraussetzen.​​

UI Tuner

© Screenshot / Tim Kaufmann

Die App UI Tuner ermöglicht dank Root-Rechten umfangreiche Änderungen an der Oberfläche von Android.

Grund 4: Vorinstallierte Apps löschen

Als Root können Sie vorinstallierte Apps löschen und so zusätzlichen freien Speicherplatz schaffen.​

Grund 5: Custom ROMs

Sie können das mitgelieferte Android durch Ihr eigenes ersetzen, zum Beispiel durch das originale Android ohne alternative Oberfläche oder durch ein Custom ROM wie LineageOS​. Das ist nicht nur dann sinnvoll, wenn Sie mit dem Stock ROM (also dem vom Hersteller vorinstallierten Android) schlechte Erfahrungen gemacht haben. Bei älteren Geräten ist der Wechsel auf ein alternatives ROM häufig die einzige Möglichkeit, noch an Updates zu gelangen.​

Grund 6: Backup ohne PC

Der Root-Zugang ermöglicht vollständige Backups Ihres Smartphones ohne dass Sie dafür einen PC benötigen, zum Beispiel mit Hilfe der App Helium​.​

Android-Tipp: Apps unbekannter Herkunft erlauben

Quelle: connect
Sie wollen eine App installieren, die Sie direkt von der Entwicklerseite und nicht aus dem Google Play Store geladen haben? Dann müssen Sie zuvor diese Einstellung vornehmen.

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