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Routenplaner für iOS App des Tages: Nokia Here Maps für iOS

von
Portrait David Göhler
Nokia Here Maps
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Der Routenplaner Here Maps für iPhone und iPad kann im ersten Test noch nicht recht überzeugen.

Da Apple auf seinen Geräten mit iOS 6 den Rückwärtsgang eingelegt hat und den Käufer eines iPhones oder iPads mit einer fehlerhaften und informationskargen App beglückt hat, scheinen die direkten Konkurrenten Morgenluft zu wittern.

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Nokia steigt mit Here Maps in den Ring. Die App gibt es kostenlos für iPhones, iPod touch und iPads. Auf einem iPhone 5 wird der Bildschirm komplett ausgenutzt. Die App ist komplett in Englisch und lässt sich auch nicht auf Deutsch umstellen.

Von der Satelliten-Ansicht bis zur Stauinfo

Es gibt vier verschiedene Ansichten: Karte, Satellit, Öffentliche Verkehrsmittel und Echtzeit-Staudaten. Bei der Staudaten-Ansicht sieht man die Karte mit farbig markierten Straßen, für die die App Daten liefern kann, wie gut der Verkehr dort fließt. Nokia bietet diesen Service dem ersten Anschein nach für Autobahnen, Bundesstraßen und viel befahrene Straßen im Innenstadt-Bereich von Städten an.

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Die Karten-Ansicht ist ähnlich informationsfrei wie bei Apple. In ländlichen Gebieten bei kleineren Städten finden sich weder Kirchen, noch Tankstellen oder Friedhöfe. In der oberbayrischen Kleinstadt Dorfen gibt es laut Karte weder Kirchen noch Restaurants, was natürlich Quatsch ist.

Nokia Here Maps

Die iPad-Version von Nokias Here Maps.

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Dabei kennt die Anwendungen Restaurants und Geschäfte in dem Ort. Die bekommt man aber nur über Tricks zu sehen. Dafür muss man nach "Dorfen" suchen, auf der Karte dann auf das blaue Symbol tippen, das daraufhin zum Begriff "Dorfen" mutiert und abermals angetippt werden will. Dann erscheint die Liste der POIs, die es in dem Ort gibt. Wer sich diese Bedienerführung ausgedacht hat, gehört in eine Design-Schule für Interface-Design zwangsversetzt.

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Die Satelliten-Ansicht ist gut, aber leider stark veraltet. In Vaterstetten fehlen Gebäude, die es schon seit vielen Jahren gibt. Aktuelle Neubaugebiete fehlen völlig.

Auch bei den Points of Interest bekleckert sich Nokia nicht mit Ruhm. Während die Auswahl bei den Restaurants noch einigermaßen in Ordnung geht, sind die Rubriken "Shopping", "Going out", "Sights" und "Public Transportation" extrem schwach besetzt. Im Osten von München bei Public Transportation als am nächsten liegende Fundstelle "Seefeld in Tirol" anzubieten (knapp 100 km entfernt) hat schon Humor.

Die App kann Routen berechnen, allerdings nicht per Sprache ausgeben. Sie ist also kein Ersatz für ein Navigationsgerät oder eine echten Navigations-App.

Offline-Download

Ein echter Vorteil der App ist die Möglichkeit, einen Kartenausschnitt komplett herunterladen zu können, um später ohne Online-Verbindung darauf zugreifen zu können. Nokia hat diese Funktion aber leider arg beschnitten: Man kann nur einen Ausschnitt auf dem Gerät vorhalten. Lädt man einen weiteren, ersetzt man damit den bereits geladenen.

Kartenausschnitte lassen sich speichern.
Kartenausschnitte lassen sich speichern. ©

Natürlich hält die App auch noch Community- und Sharing-Funktionen bereit, die mittlerweile ja scheinbar unverzichtbar sind. Dazu gehört eine Collection-Funktion, über die man Orte sammeln kann, die man noch besuchen möchte. Das ist praktisch, wenn man an einem Urlaubsort bestimmte Ziele ansteuern möchte.

Hierzu ist allerdings ein kostenloser Account bei Nokia anzulegen. Wer mag, kann das über seinen Facebook-Account tun, es geht aber auch mit einer beliebigen E-Mail-Adresse.

Hat man nach einem Ort gesucht und diesen gefunden, zeigt die App unten im Display stets eine Leiste mit Restaurants und Hotels, die sich nicht ausblenden lässt. Sie verschwindet erst, wenn man den Suchbegriff löscht.

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Gelegentlich verschiebt die App den Kartenausschnitt an einen vollständig anderen Ort, wenn man intensiv zoomt. Dies scheint ein Fehler zu sei.

Fazit

Im Großen und Ganzen ist Here Maps eine weitere Karten-Anwendung, die weder über die Funktionaltiät noch über interessante Inhalte überzeugt. Sie kann nichts besser als Google Maps, lässt dafür aber POIs vermissen. Eine echte Navigation mit Sprachausgabe fehlt. Die Kartendarstellung ist ähnlich kontrastarm und leer wie bei Apples eingebauter Maps-Anwendung. Die Bedienung erscheint kompliziert und nicht eingängig.

Tipp: Wer Offline-Maps sucht, ist mit CityMaps2Go deutlich besser bedient, zumal das Karten- und POI-Material von OpenStreetMap stammt und wesentlich reichhaltiger und aktueller ist.

 
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