Infotainment der automobilen Luxusklasse

Audi A8 MMI: Verbesserungen im Detail

Audi A8 Innenraum

© Fotos: Peter Fenyvesi

Typisch: Das A8-Interieur ist schlicht und edel, die Armaturen sind übersichtlich

Kenner der Materie bemerken zunächst zwei Dinge: Auf dem Dreh-Drück-Rad sitzt ein kleiner Joystick, und das Display liefert dank höherer Auflösung klarere Bilder. Die auffälligsten Neuerungen finden sich jedoch bei der Navigation.

So sieht die Straßen-Spaghetti-Darstellung innerorts jetzt deutlich feiner und detaillierter aus. Wer's mag, kann sich auch die Darstellung von 3-D-Gebäuden dazuschalten. Dies hat aber den Nachteil, dass die markierte Route, wenn sie eine Kurve hinter einen Häuserblock mach, dort nicht mehr zu sehen ist.

Akustische Zielführung nahezu perfekt

Audi A8 Mittelkonsole

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Problematisch: Die 15-Tasten-Armada sitzt griffgünstig, zieht den Blick aber vom Verkehr ab

Insgesamt lässt sich die Darstellung sehr gut konfigurieren. Man kann sich beispielsweise die nächsten drei Abbiegepunkte halbtransparent einblenden lassen. Auch ist von der 3-D-Darstellung mitsamt Topografie und Gebäuden sowie Abbiegepunkten bis hin zur kargen 2-D-Ansicht ohne Extras alles möglich.

Diese beinahe jedem Geschmack anpassbare optische Navigation kann der User aber über weite Strecken glatt ignorieren, da die akustische Zielführung des aktuellen Audi-Systems kaum besser sein könnte: Die Ansagen sind so gut wie immer eindeutig und kommen auf den Punkt. Außerdem lässt sich auch die Sprachausgabe beziehungsweise deren Inhalt einstellen.

Wer nicht wissen will, dass er auf die "Hauptstätter Straße" abbiegen soll, kann diesen Text-to-Speech-Zusatz ausschalten. Die Zielführung ist also nahezu perfekt, die Routenwahl auch. Nur in seltenen Fällen würde ein Ortskundiger bei Stadtrouten anders entscheiden - doch wenn die vom MMI gewählte Variante von diesem Optimum abweicht, dann auf der besten Alternative.

Bedienung kaum verändert

Audi A8 Telefonhörer

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Pfiffig: Der kabellose Hörer in der Mittelarmlehne ermöglicht diskretere Telefonate im Fond

Kaum verändert hat sich die Bedienung des MMI. Seine Sprachsteuerung ist jetzt noch besser, da man ihr Naviziele im Klartext ansagen kann, die Tastenarmada auf dem Kardantunnel dagegen ist suboptimal.

Zwar befinden sich die Drücker bei aufgelegtem rechtem Arm in idealer Reich weite, aber um die richtige der 15 Tasten zu treffen, muss man den Blick weit vom Verkehr abwenden. Hier zeigt das neue iDrive von BMW, dass es auch ohne Blick nach unten geht.

Exzellente Telefonie-Lösung

Audi A8 MMI Navi-Darstellung

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Pompös: Wenn man die Details aktiviert, wirkt die Navi-Darstellung überfrachtet

Die Ingolstädter bieten zum einen eine einfache Handsfree-Bluetooth-Lösung mit Handyhalter für Ladefunktion und Außenantenne (575 Euro mit spezifischem Handyhalter) an. Getestet haben wir die Premiumlösung mit rSAP-Freisprecher und kabellosem Handset in der Armauflage (1465 Euro).

Ergänzt wird dies mit einem SIM-Karten-Einschub im Handschuhfach, über den das MMI zum echten Autotelefon wird, wenn man sich bei seinem Provider eine Zweit-SIM besorgt. Die Sprachbedienung klappt vorbildlich. Telefonate können mit dem Kommando "Anrufen bei..." und einem beliebigen Namen aus dem Handy- oder Auto-Adressbuch eingeleitet werden - so entfallen einige ablenkende Handgriffe.

Vorbildlich sind auch die optionale automatische Rufannahme und die differenzierten Anruflisten. Mit einem via SIM-Access verbunden Telefon überzeugt die Audi-Lösung mit einer Funktionalität voller unauffälliger Wunder.

Telefonieren im Festnetz fast hifidel

Audi A8 MMI Tacho

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Prima: Zwischen Tacho und Drehzahlmesser sitzt ein gut ablesbares Zusatzdisplay

Einmal mit dem Nokia 6233 gekoppelt, erkennen sich Auto und Handy beim Einschalten der Zündung. Geht ein Anruf ein, landet er automatisch auf der Freisprechanlage, annehmen kann man ihn per MMI-Controller oder am Lenkrad.

Das Telefonieren an sich ist eine Angelegenheit höherer Vergnügungsordnung. Nach einer kurzen Einregelzeit klingen Gesprächspartner im Auto und im Festnetz sehr gut verständlich, bei moderatem Tempo im Festnetz fast hifidel. Bei über 200 km/h lässt der Wohlklang aufgrund zunehmender Außengeräusche nach, aber die Verständlichkeit bleibt gut.

Der Testwagen war mit der 1120 Euro teuren Bose-Anlage bestückt. Die klingt für Normalhörer sicher gut genug, lässt aber Tiefbass und Feinsinn vermissen. Ob das Bang & Olufsen-System für 6133 Euro gleich sechsmal besser ist, klären wir ein andermal.

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