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Ratgeber Heimvernetzung

AVM: Powerline- und DECT-Steckdosen

AVM FritzDECT 200
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Mit den AVM Powerline-Steckdosen 530E und 510E und der neuen DECT-Steckdose FritzDECT 200 steigt AVM ins Smart-Home-Geschäft ein. Was leisten die Adapter?

Auf der CeBIT 2012 hatte AVM angekündigt, mit seinen beliebten Fritzboxen auch den Markt für Heimvernetzung erobern zu wollen. Neben ihrer Funktion als DSL-Router, WLAN-Basis und Mittelpunkt des heimischen Entertainment-Netzwerks („FritzNAS“) sollen die Fritzboxen nun auch zur Zentrale für Schaltsteckdosen und eventuell auch für andere Smart-Home-Zusatzgeräte werden.

Der Charme dieses Konzepts liegt darin, dass die Einstellungen und Schaltfunktionen der Fritzbox über die mittlerweile stark vereinfachte und verbesserte „MyFritz“-Funktion auch von außerhalb ferngesteuert werden können.

FritzDECT 200: Die Schaltsteckdose ist da

Auf einen wichtigen Baustein dieses Konzepts mussten Fritzbox-Nutzer allerdings bislang noch warten: die per DECT an die Fritzbox angebundene Schaltsteckdose FritzDECT 200. Seit Januar ist sie nun für 49 Euro erhältlich. Und mit der Version 5.50 der Fritzbox- Firmware FritzOS liefert AVM auch die erforderliche Software.

Die FritzDECT 200 bietet nicht nur eine programmierte oder via Web fernbediente Schaltfunktion, sie kann auch den Stromverbrauch des angeschlossenen Gerätes messen und erfassen. Die Steckdose kann man auch manuell schalten.
Die FritzDECT 200 bietet nicht nur eine programmierte oder via Web fernbediente Schaltfunktion, sie kann auch den Stromverbrauch des angeschlossenen Gerätes messen und erfassen. Die Steckdose kann man auch manuell schalten. ©

Sie steht mittlerweile übrigens nicht nur fürs AVM-Topmodell Fritzbox 7390, sondern auch für deren kleinere Ableger 7360, 7330, 7270, 7240, 3390 und 3270 zur Verfügung. Bis zu zehn FritzDECT-200-Steckdosen lassen sich mit einer Fritzbox verbinden.

Kaufberatung: 10 AVM Fritzboxen im Vergleich

Die Reichweite ist vergleichbar mit der von normalen schnurlosen Telefonen, wenngleich AVM für die Verbindung auf die Ultra-Low-Energy-Variante des DECT-Standards setzt (DECT ULE). Abhänging von der Bausubstanz darf die Entfernung zwischen den DECT-Steckdosen und der Basisstation tatsächlich bis zu 40 Meter betragen.

Erfreulich einfach hat AVM die Verbindung und Anmeldung der DECT-Steckdose an der Fritzbox gelöst: Dazu genügt es, die FritzDECT 200 in eine Steckdose einzustecken und ans schließend die DECT-Taste an der Fritzbox mindestens 10 Sekunden lang gedrückt zu halten. Daraufhin verbinden sich die beiden Geräte automatisch über eine verschlüsselte DECT-Funkstrecke.

Durchdacht: Die Programmierfunktionen zum Ein- und Ausschalten der DECT-Steckdose lassen sich anpassen. Highlights sind der astronomische Kalender und die Anbindung an Google-Kalender.
Durchdacht: Die Programmierfunktionen zum Ein- und Ausschalten der DECT-Steckdose lassen sich anpassen. Highlights sind der astronomische Kalender und die Anbindung an Google-Kalender. ©

Komfortable Programmierung

Auch die Programmierung der Steckdose kann der User komfortabel über die Bedienoberfläche der Fritzbox vornehmen. Sie bietet zwar grundsätzlich nur das Ein- und Ausschalten eines eingesteckten elektrischen Geräts – dies aber ganz nach Wunsch an Werktagen, Wochentagen, einmalig, rhythmisch oder zufällig.

Verbraucherberatung: Der Verlauf des Stromverbauchs lässt sich in FritzOS prüfen. Die Box schickt sogar E-Mail-Updates.
Verbraucherberatung: Der Verlauf des Stromverbauchs lässt sich in FritzOS prüfen. Die Box schickt sogar E-Mail-Updates. ©

Besonders clever sind zwei weitere Schaltoptionen: Mit einem astronomischen Kalender, der nach dem automatisch ermittelbaren Gerätestandort ausgelegt ist, lassen sich die Schaltzeitpunkte „Sonnenaufgang“ und „Sonnenuntergang“ definieren – die exakte Uhrzeit folgt dann diesen veränderlichen astronomischen Daten.

Darüber hinaus kann man für jede Fritz-DECT 200 auch einen eigenen Google-Online-Kalender anlegen. In diesen trägt man dann einfach Kalendereinträge mit der Bezeichnung „an“ beziehungsweise „aus“ ein. Wer will, kann die Steckdosen im übrigen auch über einen Taster direkt am Gerät ein- oder ausschalten. Außerdem kann die neue DECT-Steckdose den Stromverbrauch des angeschlossenen Geräts messen.

Dies ist zum Beispiel interessant, um den tatsächlichen Energieverbrauch von Haushalts- oder Entertainmentgeräten zu ermitteln, lässt sich aber auch nutzen, um aus der Ferne zu überprüfen, ob ein Gerät mit eigenem Timer gerade ein- oder ausgeschaltet ist. Praxisgerecht ist, dass die neue DECT-Steckdose Geräte mit einer Leistungsaufnahme von bis zu 2300 Watt erlaubt – also auch Öfen oder elektrische Heizungen.

Auf Wunsch seperat: Obwohl die Powerline-Datenrate schon auf der Oberfläche der Fritzbox angezeigt wird, kann sich der User unter www.avm.de auch ein eigenesPowerline-Tool kostenlos herunterladen.
Auf Wunsch seperat: Obwohl die Powerline-Datenrate schon auf der Oberfläche der Fritzbox angezeigt wird, kann sich der User unter www.avm.de auch ein eigenesPowerline-Tool kostenlos herunterladen. ©

Der Stromverbrauch erscheint als übersichtliche Kurve auf der Fritz-OS-Oberfläche. Zusätzlich kann man sich die Daten auch regelmäßig per E-Mail zuschicken lassen.

Besonders spannend ist die Fernsteuerung über das „MyFritz“- Portal. Sie lässt sich über das Web- Portal www.myfritz.net aufrufen, für Android-Phones und -Tablets findet sich im Google-Play-Store auch schon eine „MyFritz“-App.

Eine iOS-Version der App soll in Kürze folgen. Zum Testzeitpunkt unterstützten App und Portal allerdings nur das simple Ein- und Ausschalten von FritzDECT-Steckdosen. Ausgeklügeltere Funktionen sollen aber folgen.

Apropos ausgeklügelt: Vor der Einführung der FritzDECT 200 hatte AVM durchblicken lassen, dass die intelligente Steckdose künftig auch Sensorfunktionen für Temperatur oder Lautstärke unterstützen könnte. Die dafür erforderliche Messfühler-Hardware ist in FritzDECT 200 bereits eingebaut.

Ob sie in künftigen Softwareversionen tatsächlich zum Einsatz kommt, ist allerdings noch offen. Konkrete Versprechungen dazu will AVM jedenfalls nicht abgeben. Nach Einschätzung von connect könnte das eingebaute Mikrofon eher zum Leben erweckt werden als der Temperatursensor.

FritzPowerline 510E und 530E

Zeitgleich mit der FritzDECT 200 hat AVM auch zwei neue Powerline-Adapter eingeführt: Der kleinere FritzPowerline 510E (Zweierset für 99 Euro) verfügt über keine durchgeschaltete Stromsteckdose, der größere 530E (Zweierset für 119 Euro) besitzt eine integrierte Steckdose mit Netzfilter.

Damit kann man an die zur Datenübertragung belegte Steckdose auch weiterhin Elektrogeräte anschließen, ein integrierter Netzfilter verringert dabei sogar bandbreitenreduzierende Störungen.

Die FritzPowerline-Modelle gibt's als Zweiersets, zur Erweiterung aber jeweils auch als Einzelstücke. Die Version 530E (links) verfügt über eine integrierte Steckdose mit Netzfilter, der 510E (rechts) verzichtet darauf.
Die FritzPowerline-Modelle gibt's als Zweiersets, zur Erweiterung aber jeweils auch als Einzelstücke. Die Version 530E (links) verfügt über eine integrierte Steckdose mit Netzfilter, der 510E (rechts) verzichtet darauf. ©

Die zwei Powerline-Neuheiten sind Nachfolger der bereits seit einiger Zeit angebotenen FritzPowerline 500E (ohne Steckdose) und 520E (mit Steckdose). Überraschend: Waren die Vorgänger noch mit Gigabit-Ethernet-Buchsen bestückt, unterstützen die neueren Modelle an ihrer Buchse nur noch 100 MBit/s.

Ob dies in Einzelfällen zum Flaschenhals wird, hängt vom Einsatzgebiet ab: Werden mehr als zwei Adapter genutzt, sinkt der Durchsatz im „Shared Medium“- Stromnetz in der Regel ohnehin auf Werte unter 100 MBit/s. Wer auf höhere Datenraten spekuliert, sollte die ursprünglich etwas teureren Vorgänger wählen (die in manchen Online-Shops sogar billiger zu haben sind als die Nachfolger).

Wichtig ist allerdings: Die Fritz-Powerline-Adapter sind ausschließlich zur Verlängerung von Netzwerkverbindungen gedacht – zum Beispiel zur Anbindung des Fernsehers im Wohnzimmer an die Fritzbox im Arbeitszimmer. Die Schalt- und Messfunktionen der FritzDECT 200 bieten sie nicht.

Die Kombination Powerline plus intelligente Steckdose (plus integrierte 11n-WLAN-Basis) bietet erst die ganz neue FritzPowerline 546 (119 Euro), die der Redaktion für diesen Test leider nicht mehr rechtzeitig zuging.

Mehr Reichweite für Schnurlose: Der neue DECT-Repeater von AVM ist für Fritzboxen ausgelegt, arbeitet jedoch prinzipiell mit fremden DECT-GAP-kompatiblen Basisstationen zusammen.
Mehr Reichweite für Schnurlose: Der neue DECT-Repeater von AVM ist für Fritzboxen ausgelegt, arbeitet jedoch prinzipiell mit fremden DECT-GAP-kompatiblen Basisstationen zusammen. ©

FritzDECT Repeater 100

Mit im Paket der von AVM präsentierten Neuheiten ist auch der FritzDECT Repeater 100. Der FritzDECT Repeater 100 (79 Euro) dient dazu, die Reichweite einer DECT-tauglichen Fritzbox für Schnurlostelefone zu erhöhen – je nach Aufstellung und Bausubstanz ist knapp eine Verdopplung möglich. Bis zu drei DECT-Telefonate lassen sich gleichzeitig über den Repeater führen, die Verbindung von Handgerät über Repeater zur Basis ist durchgehend verschlüsselt.

Die Anmeldung an der Fritzbox geschieht auch hier auf Knopfdruck, zusätzlich lässt sich der Repeater über die FritzOS-Oberfläche verwalten. Allerdings: Die Weiterleitung klappt nur für den klassischen DECT-Telefonstandard, mit den DECT-ULE-basierten Schaltsteckdosen FritzDECT 200 arbeitet der Repeater nicht zusammen.

Und obwohl sich der FritzRepeater 100 und die FritzDECT 200 zum Verwechseln ähnlich sehen, bietet der Repeater keine Schalt- oder Messfunktionen. Seine eingebaute Steckdose schleift lediglich die zur Stromversorgung genutzte Wandsteckdose durch.

 
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