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Smartphone-Plattform So funktioniert Blackberry 10

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Blackberry 10
Blackberry 10
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Mit Blackberry 10 stellen die Kanadier ein völlig neues Betriebssystem vor. Kommunikation und Multitasking sind die Eckpunkte, die Aussehen und Funktionalität des Betriebssystems bestimmen. Wir zeigen, wie Blackberry 10 funktioniert.

Auf einer Presseveranstaltung am Unternehmenssitz in Kanada, an der auch connect teilnahm, hat Blackberry-Chef Thorsten Heins Klartext gesprochen: „Blackberry 10 und der Z10 sind für uns das Ticket, um am Rennen (um den Smartphone-Markt, Anm. d. Red.) teilzunehmen.“

Wir zeigen anhand des Z10 die neue Plattform Blackberry 10, erklären wie sie funktioniert und wie gut die Kanadier damit aufgestellt sind.

Starkes Multitasking

Eine Wischbewegung von unterhalb des Displays nach oben entsperrt den Z10 – Einschaltknopf drücken entfällt. Der Homescreen von Blackberry 10 ist in mehrere horizontal verschiebbare Einzelseiten eingeteilt, so kennt man es von anderen Betriebssystemen. Von links nach rechts und zunächst ohne weitere Erklärung sind das der Hub, die Seite mit den Active Frames und die Seiten mit den Programm-Icons. Tippt man dort ein Icon an, so öffnet sich das zugehörige Programm im Vollbild.

So weit ist alles normal. Eine Wischbewegung auf dem offenen Programm nach oben verkleinert dieses und bringt es auf die erwähnte Active-Frames-Seite, und zwar an die oberste rechte Position. Alle weiteren der bis zu vier sichtbaren Apps wandern wie an einer Kette um eine Stelle nach rechts respektive links unten. Vier zusätzliche Programme können sich unterhalb des sichtbaren Bildschirms befinden und hochgeschoben werden. Beim Öffnen einer neunten App wird die am längsten nicht benutzte geschlossen.

Damit stellt die Active-Frames-Seite einen ausgefuchsten Task-Switcher dar, der Multitasking mit einer mehr als hinreichend großen Anzahl offener Programme ermöglicht. Komplettiert wird das Multitasking durch die Funktionen, mit denen sich die Inhalte einer App über die Programmgrenzen hinaus nutzen lassen. Das lange Drücken auf eine Textstelle, einen Kontakt oder ein Bild öffnet ein Kontextmenü am rechten Bildschirmrand. Das stellt viele mit dem Objekt verbundene Möglichkeiten dar.

So lässt sich den Teilnehmern eines Termins schnell eine Mail schicken und die These einer Internetseite als Zitat in den eigenen Text einbauen. Ein für Smartphones leistungsfähiges Office-Paket bringt Blackberry 10 auch mit.

Blackberry Z10 - Charming

Viele Elemente des Betriebssystems sind angenehm zu bedienen - hier der Wecker. Er läutet auch bei ausgeschaltetem Smartphone.

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Kommunikation bündeln

Auf einem Blackberry dürfen bis an die Grenzen ausgereizte Kommunikationsmöglichkeiten erst recht nicht fehlen. Im sogenannten Hub hat Blackberry alle Kommunikationskanäle seines Betriebssystems gebündelt: Hier laufen alle E-Mail-Konten zusammen, der Blackberry Messenger, Textnachrichten, Gesprächsübersichten und Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Linked-In. Sogar ein Evernote-Account kann in den Hub integriert werden, um die Kommunikation durch Dokumente, Notizen und Fotos zu erleichtern.

Das mag zunächst nicht aufregend klingen, denn schließlich ist es keine ganz neue Idee, die Kommunikation verschiedener Kanäle zu bündeln. Dank Multitasking und durchdachter Auslegung reicht bei Blackberry 10 jedoch eine einfache Geste, um den Hub von der linken Seite kommend einzublenden.

So kann man selbst während der Videowiedergabe und ohne diese anzuhalten checken, auf welchem Konto oder – je nach momentanem Zustand des Hubs – von wem neue Nachrichten hereingekommen sind. Ist etwas Wichtiges dabei, führt man die Geste zu Ende aus, um im Hub zu landen. Wenn nicht, reicht das Umkehren der Wischbewegung auf halbem Wege, um zur ursprünglich genutzten App zurückzukehren.

Die Kommunikationsmöglichkeiten mittels des Hubs stehen dank ausgereifter Struktur, sinnvoller und umfassender Kontextmenüs und leistungsfähiger Einzelprogramme auf höchstem Niveau. Das ist typisch für Blackberry.

Zu eingehenden Mails liefert das Kontextmenü zehn verschiedene Optionen.
Zu eingehenden Mails liefert das Kontextmenü zehn verschiedene Optionen. ©

Sicherheit für Firmen

Der Trend „Bring Your Own Device“ hat die IT-Spezialisten von Firmen und Organisationen, die mit vertraulichen Daten operieren, in arge Bedrängnis gebracht. Einerseits will der Smartphone-Besitzer maximale Freiheit bei App- und Internet-Nutzung, andererseits gilt, es vertrauliche Daten zu schützen.

Die Blackberry-Lösung heißt „Balance“: Sie schafft in Zusammenarbeit mit einem „Blackberry Enterprise Server 10“ (BES) zwei unterschiedliche, isolierte Bereiche auf dem Smartphone. In der geschäftlichen Zone gelten dann sehr restriktive Regeln (Policies). Apps zum Beispiel dürfen nur aus einem speziellen Business-Bereich installiert werden, der freie Webzugriff ist untersagt. Im privaten Bereich dagegen ermöglicht das Smartphone all das, was Spaß macht – nur der Datenaustausch mit der Business-Sektion ist unterbunden.

Blackberry World: Musik und günstigere Apps

Zwei Schaltflächen auf der Seite mit den Active Frames ermöglichen den Wechsel zwischen beiden Bereichen. Mit „Balance“ kann jeder sein Smartphone mit in die Firma nehmen – das Unternehmen hat die benötigte Sicherheit, der Mitarbeiter die motivierende Freude am Smartphone. Der über BES-Server abgesicherte Unternehmenseinsatz ist nebenbei bemerkt der einzige Anwendungsfall, bei dem noch ein zusätzlicher Service-Obolus an Blackberry nötig wird.

70.000 Apps und ohne Service nutzbar

Wie steht's um das Angebot an Apps, also Zusatzsoftware für die Smartphones? Die Blackberry World hält bereits rund 70.000 Apps für Blackberry 10 bereit. Wie das geht? Nun, die Kanadier haben erstens einen einfachen Weg gefunden, um für Jelly Bean programmierte Android-Apps zu portieren, und zweitens haben sie sich stark um die Programmierer-Community bemüht. So sind mittlerweile schon viele besonders populäre Apps für das neue Betriebssystem verfügbar.

Auch auf den Endverbraucher ist Blackberry einen wichtigen Schritt zugegangen: Der User kann Blackberry-10-Smartphones ohne kostenpflichtigen RIM-Service benutzen. Endlich.

Fazit: Viel zu bieten

Blackberry 10 hat viel zu bieten, wobei der Nutzer zumindest zu Anfang zur Auseinandersetzung mit dem System gefordert ist. Smartphones von Blackberry hatten schon immer einige Tricks, die gelernt sein wollen.

Um erfolgreich zu sein, wird Blackberry aber nebem dem Blackberry Z10 und dem Blackberry Q10 noch weitere Modelle anbieten müssen, damit das Comeback gelingen kann. Insbesondere Smartphones mit größerem Display und solche mit geringerem Preis braucht es, um mit dem Betriebssystem gut aufgestellt zu sein. Sogar eine Lizensierung des Betriebssystems an andere Produzenten wäre denkbar.

 
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