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Oliver Stauch

8. Oktober 2007
Bluetooth-GPS-Empfänger im Test: Bluetooth-GPS-Empfänger im Test Bild vergrößern 450 450 http://img4.magnus.de/GPS-Empf-nger-r450x450-C-ce283ae6-14498195.jpg
Bluetooth-GPS-Empfänger im Test

Bluetooth-GPS-Empfänger im Test

Erst mit einem präzisen und zuverlässigen GPS-Empfänger kann sich Handy-Navigationssoftware richtig auszeichnen. Acht aktuelle Bluetooth-GPS-Empfänger im Test.

Trotz ihrer wichtigen Rolle für die Performance eines Navigationssystems war den GPS-Empfängern bislang verhältnismäßig wenig Aufmerksamkeit vergönnt. Einzig der Sirf-III-Chipsatz des gleichnamigen kalifornischen Herstellers konnte sich in der Vergangenheit dank seiner sehr guten Empfangsleistungen einen Namen machen - der Chip ist sogar so populär, dass es seit dessen Marktstart vielen Kunden genügt, wenn der Name dieses Chips in der Featureliste auf der Verpackung des Geräts auftaucht. Eine wirkliche Wahl hat man ohnehin kaum, denn bei Plug-&-Play-Navis ist der GPS-Empfänger fest verbaut, einzig bei Navi-Software für PDAs und Handys ist der GPS-Empfänger im Normalfall frei wählbar.

Die Chipsatzfrage

Doch genügt wirklich das Vorhandensein eines Sirf-III-Chips oder bestehen unter Empfängern dieses Typs weitere Qualitätsunterschiede? Um dies zu klären, lud die Redaktion acht Bluetooth-GPS-Empfänger zum Vergleichstest. Dass es nur wenig Alternativen zu Sirf gibt, zeigt die Tatsache, dass nur ein einziger Empfänger mit einem Nicht-Sirf-Chip des Weg ins Testfeld gefunden hat - der Qstarz-Empfänger mit MTK-Chip.

Im Test hat die Redaktion zunächst Standards überprüft wie das Verbindungsprozedere mit mehreren Bluetooth-Handys, die Ausstattungsoptionen und die Akkulaufzeit. Das Hauptaugenmerk lag aber auf Geschwindigkeit und Präzision. Dazu gehört das Startverhalten (oft als TTFF, "Time to first fix" bezeichnet), das eingeteilt wird in Kaltstart (Empfänger hat keine Daten), Warmstart (Empfänger war komplett initialisiert und länger als zwei Stunden aus) und Hotstart (Empfänger war komplett initialisiert und kürzer als zwei Stunden aus). Wer hier gut abschneidet, der macht auch beim Ausfahren aus dem Parkhaus oder beim morgendlichen Start vor der Haustür eine gute Figur.

Die Unterscheidung zwischen Kalt- und Warmstart hat ihre Ursache übrigens in der GPS-Technik: Die Empfänger können ihre Position nur dann berechnen, wenn sie einige aktuelle Daten ("Almanach" und "Ephemeriden") von den Satelliten des GPS-Systems empfangen haben - deswegen kann die allererste Positionsberechnung je nach Empfänger auch deutlich länger als zehn Minuten dauern.

Gute Modelle schaffen es bei idealen Bedingungen auch in knapp einer Minute; da der Almanach aber in dieser Zeit nicht komplett geladen wurde, kann die Positionierung noch unsicher sein. Einen fabrikneuen Empfänger legt man also zur Sicherheit erst einmal eingeschaltet eine halbe Stunde unter freiem Himmel ab. Die geladenen Daten speichern die Empfänger zwischen - da sich die Satelliten im All aber weiter bewegen, veralten diese Daten mit der Zeit und die Startzeit wird wieder länger, je länger das Gerät ausgeschaltet war. Funktionen wie "A-GPS" oder "GPS-Quickfix" setzen genau hier an und senden die kompletten Daten der GPS-Satelliten über eine Mobilfunkverbindung und Bluetooth an den GPS-Empfänger, was die Startdauer idealerweise stark verkürzt.

Praxistests im Auto

Die Fahrtests absolvierten die Tester auf einer Strecke mit vielen Tunnels, stark wechselnder Randbebauung, vielen Kehrtwenden und Kreisverkehren, da dies besondere Stolpersteine für die Empfänger darstellen, besonders bei widrigen Empfangsbedingungen. Um den Einfluss einer metallbedampften Frontscheibe zu klären, wurden dieselben Strecken zweimal kurz hintereinander abgefahren. Das Ergebnis kann je nach Fahrzeug in der Praxis variieren und möglicherweise schlechter ausfallen als bei unserem Test - ganz davon abhängig, wie stark die Scheibe im eigenen Auto tatsächlich dämpft. Die Tests konnten viele Empfangsschwächen nachweisen: Ein Modell hatte schon bei Brückendurchfahrten Probleme und ließ die Position wild springen, andere neigten vor allem bei Ampelstopps und im Stand zum Drift (obwohl das Auto steht, kriecht die vom Empfänger errechnete Positon weiter), und bei parallel laufenden Fahrspuren geriet so mancher Empfänger schon mal auf die Gegenseite. Grundsätzlich lieferten die meisten Empfänger aber eine praxistaugliche Genauigkeit, die die Navigationsprogramme ohne Probleme verarbeiten sollten - diverse Algorithmen errechnen hier ständig Wahrscheinlichkeiten, ob sich der Fahrer tatsächlich dort aufhält, wo es der Empfänger detektiert.

Spezialfall Fußgänger-Navi

Beim Einsatz zu Fuß können diese Korrekturmechanismen nichts ausrichten, da es hier ja gerade auf die Feinheiten ankommt und Fußgänger auch dort laufen können, wo ein Fahrzeug nicht hinkommt. Wer also den Empfänger mitsamt Handy auch mal querfeldein verwenden will, sollte auf gute Empfangsqualität achten. Starker Drift und eine bereits von Bäumen beeinflusste Empfindlichkeit sind bei der Suche nach einem Aufstieg oder bei einer GPS-Schnitzeljagd ("Geocaching") nicht erwünscht. Das Ergebnis erfreut: Es gibt kleine, aber feine Unterscheide zwischen den Empfängern, die dem Naviprogramm den letzten Präzisionsschliff geben können - es lohnt sich also durchaus, Software und GPS separat zu kaufen.



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