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Kiron Open Higher Education

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Kiron Open Higher Education (gGmbH) ist eine gemeinnützige Ed-Tech Organisation, die:

  • Geflüchteten durch digitale Technologie und strategische Partnerschaften mit Hochschulen und Online Bildungsträgern den Zugang zu qualitativ hochwertiger Hochschulbildung ermöglicht
  • Geflüchteten erlaubt, das Studium sofort, ohne Kosten und unabhängig von ihrem Asylstatus, aufzunehmen

Kiron verfolgt die Vision einer Welt, in der jeder die gleiche Chance auf Zugang zur Hochschulbildung und erfolgreiches Lernen hat.

Welches Problem lösen wir?

Globale Konflikte haben 65 Millionen Menschen auf der ganzen Welt dazu gezwungen, ins Exil zu ziehen - weniger als ein Prozent der weltweit vertriebenen Bevölkerung hat Zugang zu Hochschulbildung. Kiron versucht die Hindernisse, mit denen Geflüchtete beim Hochschulzugang konfrontiert sind, wie folgt zu überwinden:

  1. Fehlende Dokumente: Hochschulen benötigten Dokumente wie Abschlusszeugnisse der Sekundarstufe, die nahezu unmöglich zu erhalten sind, wenn man aus einem von Krieg erschütterten Land kommt. Kiron lässt Studierende online studieren, bevor sie sich formal an einer Universität einschreiben                    können.       
  2. Mangelnde Orientierungshilfe und Informationen: Geflüchtete treffen auf unbekannte Bürokratie und ein völlig neues Bildungssystem. Ohne Orientierungshilfe und Unterstützung in einem fremden Bildungssystem, können interessierte potenzielle Studierende abgeschreckt werden. Kiron bietet genau diese Hilfe und Unterstützung beim Navigieren in einem neuen System. Außerdem hilft Kiron Geflüchteten dabei, die Voraussetzungen für Hochschulbewerbungen zu verstehen und versorgt sie mit der nötigen Unterstützung und den notwendigen Informationen für ein erfolgreiches Studium.  
  3. Sprachliche Barrieren:  Hochschulen fordern bestimmte Sprachkenntnisse als Bedingung für eine Einschreibung, die Geflüchtete normalerweise bei ihrer Ankunft noch nicht erfüllen können. Daher bietet Kiron Sprachkurse an, die Studierende darin unterstützen, den sprachlichen Voraussetzungen der Universitäten gerecht zu werden. Kirons gesamtes Kursmaterial ist zudem auf Englisch.
  4. Kapazitäten: Die Kapazitäten von Hochschulen sind beschränkt und sind demnach nicht für ein unerwartetes Wachstum der Studierendenzahl gewappnet. Die Phase des Online Studiums bei Kiron funktioniert unabhängig von universitären Kapazitäten. Sobald die Studierenden die Voraussetzungen der Hochschulen erfüllen, können sie sich auf deren reguläre Studienplätze bewerben.
  5. Kosten: Hohe Studiengebühren machen das Einschreiben in Studienprogramme der Gastgeberländer oft unmöglich und gehört somit zu den Hauptbarrieren. Kirons Studierende können bei Kiron komplett kostenlos studieren. 

Des Weiteren können Asylverfahren oft Jahre dauern und bedeuten für die meisten Geflüchteten verlorene Zeit. Fehlende Bildung und Jobaussichten machen es schwierig, ein neues Leben aufzubauen und sich in die Gesellschaft zu integrieren. Erfolgreiche Integration ist ausschlaggebend, wenn es darum geht, die globale Stabilität inmitten der Flüchtlingskrise zu wahren. Kirons innovatives Modell ist so konzipiert, dass es Geflüchteten beim Überwinden dieser Hindernisse hilft.

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Die Kiron Geschichte und das Team

Markus Kreßler und Vincent Zimmer entwickelten die Idee für Kiron im Jahr 2014 während einer Flüchtlingskonferenz, bei der sie sich zu ihrer Vision einer „Universität 2.0” austauschten.

Als die Flüchtlingskrise 2015 ihren Höhepunkt erreichte, stellten Markus und Vincent fest, dass nachhaltige Langzeitlösungen gefragt sind, um es Geflüchteten zu ermöglichen, sich in die Gesellschaft ihrer Gastländer zu integrieren. Beide waren von Bildung als Schlüssel zur Integration überzeugt und enthusiastisch über die Möglichkeit einer neuen Herangehensweise an universitäre Bildung. Im März 2015 haben sie aus diesem Grund Kiron Open Higher Education ins Leben gerufen.

Heute beschäftigt die Organisation über 70 Angestellte und wird darüber hinaus von zahlreichen aktiven Freiwilligen und Praktikanten unterstützt. Gemeinsam arbeiten sie daran, Geflüchteten Zugang zu Hochschulbildung zu beschaffen.

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Das Team

Geschäftsmodell

„Kiron Campus” ist eine hochspezialisierte Web-App, die Kirons Plattform für Studierende auf der ganzen Welt zugänglich macht. Diese können hierüber Informationen zu Kiron finden und ihre Fortschritte und Studienerfolge mitverfolgen.

Über die Plattform:

  • Während der ersten Studienphase werden den Studierenden über MOOCs (Massive Open Online Courses) aus mehreren Modulen bestehende, digitale Curricula angeboten. Hierbei kann zwischen fünf verschiedenen Studiengängen gewählt werden - führende Hochschulen wie Harvard und RWTH Aachen entwickeln den Kursinhalt, den renommierte MOOC-Anbieter wie Coursera oder edX auf ihren Plattformen bereitstellen. Kiron bündelt die MOOCs zu Modulen, die die Standards europäischer Hochschulen erfüllen.
  • Das Direct Academics Programm erweitert das Online-Kursmaterial durch Live Tutoring, Mentoring und Vorlesungen von Universitäten und Bildungsinstitutionen, die Studierenden interaktive Hilfestellungen bieten. Kirons Sprachschule gibt Studierenden die Möglichkeit, die zur Einschreibung an Partnerhochschulen geforderten Sprachfähigkeiten zu erlangen. 
  • Nach Abschluss der Online-Phase können sich die Studierenden an einer Partnerhochschule von Kiron bewerben. Die mit diesen Partnern ausgehandelten Learning Agreements sowie die Unterstützung durch ein spezialisiertes Transfer Team hilft den Studierenden beim Transferprozess.
  • Kirons Studierende vervollständigen den zweiten Studienabschnitt (zumeist das dritte und vierte Studienjahr) an einer Hochschule, wo, sie einen akkreditierten Bachelor Abschluss erhalten können. 

Marktüberblick

Kiron ist offen für alle Geflüchtete - unabhängig von Alter, Nationalität, Aufenthaltsort oder dem vorherigen Studien-Level. Infolgedessen profitieren alle Studierende, die gerade auf dem Kiron Campus studieren, direkt und unmittelbar von diesem Projekt.

Es ist unwahrscheinlich, dass das Interesse der Flüchtlingsbevölkerung an Hochschulbildung in der Zukunft nachlassen wird. 2015 und 2016 kamen insgesamt 1,2 Millionen Geflüchtete nach Deutschland. Fast ein Drittel aller Geflüchteten, die über 18 Jahre alt sind und in Deutschland leben, besitzen einen Abschluss einer Sekundarschule, der sie zu einem Hochschulstudium berechtigt; mehr als zwei Drittel streben höhere professionelle Qualifikationen oder einen Universitätsabschluss an.

Das von Kiron angebotene, einmalige Studienerlebnis, unterscheidet sich von traditionellen Hochschulen. Zusätzlich zu Online-Kursinhalten bietet Kiron den Studierenden Unterstützung bei der Integration. Beispiele hierfür sind Study Weekends (Lern-Wochenenden), Events und Lernzentren, sogenannte Study Hubs.

Ferner bietet Kiron Campus Vorbereitungskurse (Prep Modules) an, um Studierende beim Ausbau ihrer akademischen Fähigkeiten zu fördern. Dieser einzigartige Fokus auf individuelle Entwicklung und Integration sorgt dafür, dass Kiron sich von anderen Anbietern von Serviceleistungen für Geflüchtete absetzt.

Einfluss und Erfolg des Projekts

Nur vier Semester nach der Gründung der Organisation studieren bereits 2.700 Studierende bei Kiron: während ungefähr die Hälfte in Deutschland lebt, nutzen große Teile der Studierenden Kiron auch aus der Türkei, aus Indonesien, Frankreich und Jordanien. Das Kiron Team arbeitet aus fünf Büros in Deutschland, Jordanien und Frankreich. Mit Studierenden aus Syrien, Afghanistan, Somalia und Pakistan ist auch der Hintergrund der Studierenden sehr vielfältig. Das Studium mit Kiron erlaubt jungen, internationalen Talenten, sich in den Feldern Informatik, Politikwissenschaften, Soziale Arbeit, Business & Economics und Maschinenbau, fortzubilden.

Kirons Leistungen und Erfolge haben die Aufmerksamkeit bedeutender Ministerien wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie politischer Führungskräfte wie Kanzlerin Dr. Angela Merkel geweckt. Die Kanzlerin besuchte Kiron im August in Berlin und lobte dabei speziell Kirons Potenzial, nachhaltige Lösungen für die Integration von Geflüchteten zu schaffen.

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Kiron Open Higher Education

Das Konzept von Kiron ist dahingehend besonders, dass Bildung in Kombination mit individualisierten Support Services angeboten wird. Kirons Programm ist speziell auf die Bedürfnisse der Studierenden ausgerichtet. Das erfolgreiche Lernen der Studierenden wird online als auch offline mit folgenden Programmen und Instrumenten ermöglicht:

Der Help Desk dient der globalen Unterstützung der Studierenden. Unabhängig von ihrem Aufenthaltsort können Studierende den Help-Desk kontaktieren, um Hilfe bei Fragen bezüglich des Programms zu erhalten; dies reicht von Zulassungen über technische Fragen, bis hin zu Fragen über Transfers.

Gelegenheiten, bei denen Studierende miteinander Kontakte knüpfen und Ideen austauschen können, gibt es über die Study Centers, Study Groups, Welcome Sessions und das Student Forum.

Beratungen und Hilfestellungen im Einzelfall werden durch das Buddy Programm, das Mentoring Programm und persönliche Counseling Services angeboten, die den Studierenden beim Umgang mit persönlichen Herausforderungen oder aufreibenden Situationen helfen.

Es ist Kirons Ziel, Geflüchteten - eine marginalisierte und traditionell benachteiligte Gruppen - die Chance auf Bildung zu ermöglichen. Im Juli 2017 hat Kiron eine Reihe von Veranstaltungen ausgerichtet, um mehr potenzielle weiblichen Studierende für Hochschulbildung zu gewinnen, und damit Diversität und Inklusion des Programms sicherzustellen. Diversität ist ein Schlüsselelement von Kirons Mission und Kiron arbeitet, durch neue Partnerschaften und Veranstaltungen daran, die eigene Reichweite auszuweiten und diese Schwerpunkte sicherzustellen

Kirons Bildungskonzept hat bereits zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten, beispielsweise:

Goldman Sachs Gives Analyst Impact Fund 2017 ●  Vision Award 2016  ●  ZEIT Preis ●  UNESCO King Hamad Bin Isa Al Khalifa Prize 2016 ● Council of Europe’s Democracy Innovation Award 2016 ● 2016 UBS Social Innovator for Europe, Middle East and Africa ● n-tv “Hidden Champion” Award 2016 ● Ernst & Young Public Value Award 2016 ● LEONARDO Award 2016, European Education Prize ● Arno-Esch-Preis 2016 der Friedrich Naumann Stiftung ● Mobiles for Education Alliance Symposium 2016 ● Deutsche Hochschulperle 2015 des Stifterverbands ● Google Impact Challenge 2016 ● Deutscher Gründerpreis 2016 ●

Herausforderungen

Gegenwärtig warten zahlreiche Studierende auf finanzielle Unterstützung, damit sie ihr Studium fortführen oder beenden können. Durch eine Steigerung der erhaltenen finanziellen Mittel, wären mehr Geflüchtete in der Lage einen Abschluss zu erlangen und sich somit erfolgreich im Arbeitsmarkt zu integrieren.

Zugang zu Computern und dem Internet kann für manche Studierende ebenfalls ein Problem darstellen. Kiron organisiert Lerntreffen, bietet die für das Studieren nötige Technologie an und stellt zudem Study Hubs bereit, so dass die Studierenden effektiv studieren können.

Durch zusätzliche finanzielle Förderung kann Kiron außerdem den Bewerbungsprozess, das Curriculum und die Online Plattform optimieren und es wird erwartet, dass die Verbleibquote der Studierenden drastisch ansteigt. Investitionen in diese Technologie käme sowohl aktiven und inaktiven als auch allen zukünftigen Studierenden zugute, die Kiron Plattform nutzen.

Aussichten und Nachhaltigkeit

Es ist unser Ziel, eine Organisation mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell zu entwickeln. Kiron möchte eine Langzeitlösung für Geflüchtete anbieten und kein kurzzeitiges Projekt ohne Impact darstellen.

Kiron hat substanzielle Fortschritte gemacht, was den Ausbau seines Netzwerks und seiner Partnerschaften mit diversen Interessengruppen und Akteuren aus dem akademischen und unternehmerischen Bereich, aus Zivilgesellschaft und Regierungen betrifft. Als ein Non-Profit Bildungs- und Technologie-Start-Up ist die Entwicklung eines robusten Finanzmodells ein entscheidender Indikator der Fortentwicklung:

  • Ernst & Young haben im Dezember 2015 das Businessmodell und den finanziellen Status von Kiron positiv bewertet.
  • Kiron hat darüber hinaus von einer Reihe Unternehmen finanzielle Unterstützung und auch Servicehilfe erhalten, beispielsweise von Volkswagen, Google, Microsoft, Telekom und UBS.
  • Langzeit-Finanzierung erfolgt durch die Schöpflin Stiftung, das Bundesministerium für Bildung und Forschung und durch den British Council für Aktivitäten im Nahen Osten (z.B. Jordanien).

Die hohe Anzahl an Geflüchteten weltweit verdeutlicht, dass selbst, wenn nur ein Prozent aller heimatvertriebenen Personen eine Universitätsbildung anstreben (rund 65,3 Millionen laut UNHCR), diese Zahl immer noch signifikant wäre.

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