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Car Connectivity bei Mercedes

Comand Online und Drive-Kit Plus: Handy-Intergration bei Mercedes

Car Connectivity Mercedes
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Mit dem Thema Online tut sich Mercedes eher schwer – das „Drive Kit Plus“ könnte dies jedoch ändern. Wir zeigen, was Mercedes im Moment in Sachen Handy- und Smartphone-Integration zu bieten hat.

Nein, zur Avantgarde bei Infotainment-Systemen mit Online-Anschluss zählt Mercedes nicht gerade. Das merkt man vor allem daran, dass das mittlerweile in fast allen Modellreihen erhältliche Navigationssystem Comand Online für rund 3300 Euro nur über das Bluetooth-Profil DUN einen Onlinezugang herstellen kann.

Da jedoch kaum ein modernes Smartphone noch DUN beherrscht und die Umstellung der Geräte auf das modernere PAN-Profil für Tethering erst im Laufe des Jahres 2013 komplettiert werden wird, dürften die Onlinefunktionen in den meisten Fahrzeugen ungenutzt vor sich hindümpeln.

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Tipp: Wer jetzt einen Mercedes neu kaufen will, sollte darauf achten, schon das neue Modelljahr mit den erweiterten Funktionen zu bestellen. Alternativ kommt sonst nur das Telefonmodul mit Bluetooth (SAP) und einer externen SIM-Karte in Frage.

Fehler im Detail

Dabei sind die Onlinefunktionen des Comand-Systems durchaus gut gemacht: Facebook und Twitter zum Stöbern, Navigationsziele aus Google Maps, Wetterinfos und ein Browser laden zu ausgedehnten Sessions ein – wenn nicht zu viele der Funktionen während der Fahrt aus Sicherheitsgründen gesperrt wären. Bedauerlich.

Schick: Der feststehende Monitor wirkt wie aufgesetzt, das iPhone verschwindet unter der Armlehne.
Schick: Der feststehende Monitor wirkt wie aufgesetzt, das iPhone verschwindet unter der Armlehne. ©

So richtig rund läuft das Comand Online also nicht, zumal die Navigation weiterhin mit den Staumeldungen von TMC Pro auskommen muss. Einen eigenen Live-Staudienst startet Mercedes erst im Herbst mit der neuen S-Klasse und der Unterstützung von Tomtom.

Die somit wesentlich besseren Daten dürften dann aber zügig auch in die anderen Fahrzeugklassen vererbt werden. Haken Sie bei Ihrem Händler hartnäckig nach, wann der Erscheinungstermin des Staudienstes für Ihr Modell ist!

System im System: Drive Kit Plus

Ein ernst zu nehmender Konkurrent für das Comand-System ist jedoch das Drive Kit Plus fürs iPhone im Wert von 690 Euro. Teil des Systems ist eine Aufnahmeschale in der Mittelarmlehne, in die das iPhone mit einem Handgriff eingesetzt werden kann.

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Über die kostenlos im App Store erhältliche App „Digital Drive Style“ nimmt es Kontakt zum Autoradio auf – das kann das Audio 20 oder das bereits besprochene Comand Online sein.

Zum Aktivieren der Funktion muss man verwirrenderweise die Quelle „AUX“ am Steuergerät wählen, dann wechselt auf dem Bildschirm die normale Radio-Oberfläche in die der iPhone-App – und schon ist man drin, in der Smartphone-Connectivity.

Facebook, Twitter & Co.

An Funktionen stehen innerhalb der App Facebook, Glympse, Siri und Twitter zur Verfügung, dazu eine Webradio-App und der Musikdienst Aupeo; hinzu kommt eine vollwertige Navigation, die auf der Navigon-App von Garmin basiert und kostenlos ist.

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Da sich die Darstellung in dieser Oberfläche eng an das Design des herkömmlichen
Radios anlehnt, merkt man kaum, dass man sich hier auf dem iPhone befindet; zudem scrollen und zoomen die Menüs und Icons flüssig und ruckelfrei hin und her.

Navi vom iPhone: Die Navigation aus der Navi-App muss isch weder grafisch noch in Sachen Präzision vor dem großen Comand-System verstecken - nur Staumeldungen fehlen.
Navi vom iPhone: Die Navigation aus der Navi-App muss isch weder grafisch noch in Sachen Präzision vor dem großen Comand-System verstecken - nur Staumeldungen fehlen. ©

Die Navi-App hat dem großen Comand-System in unserem CLA-Testwagen sogar die wesentlich modernere 3D-Darstellung voraus, dazu werden Live-Staumeldungen
angezeigt, aber leider nicht in die Route einbezogen.

Trotzdem: Die iPhone-Navi macht die Comand-Navigation nahezu vergessen– Sparfüchse können sich freuen. Übrigens: Wer beide Optionen kauft, hat auch beide Navigationssysteme zur Verfügung.

Achtung, Stolpergefahr!

Kleinere Stolperstellen gibt es aber auch hier: Erstens muss das iPhone entsperrt und mit aktivierter App in die Halterung eingesetzt werden, sonst erkennt es das System nicht.

Zweitens schaltete sich die App bei unseren Versuchen in sengender Sommerhitze das eine oder andere Mal hitzebedingt ab – trotz aktivierter Klimaanlage. Und drittens gelangt das ganze Radio beim Umschalten aufs iPhone in den AUX-Modus, will heißen: Wer navigiert, kann nebenher kein UKW-Radio vom integrierten Tuner hören, sondern nur Musik vom iPhone.

Immerhin läuft die Navi-Sprachausgabe weiter, wenn man aus der Drive Style-App zurück ins normale Radiomenü wechselt. Auch zum Anrufen mit der Bluetooth- Freisprecheinrichtung muss man zunächst zurück – oder man hangelt sich mühsam durch die Kontakte der Social-Media-Abteilung.

Größter Kritikpunkt: Das Drive Kit Plus ist derzeit nur mit der 4er-Generation des iPhones kompatibel, das aktuelle iPhone 5 muss hier aus unerfindlichen Gründen außen vor bleiben.

Kein Anschluss: In unserem Testwagen war noch nicht die neueste Generation installiert, daher klappte der Internetzugang nur mit einem Bluetooth-DUN-Telefon oder einem integrierten Autotelefon.
Kein Anschluss: In unserem Testwagen war noch nicht die neueste Generation installiert, daher klappte der Internetzugang nur mit einem Bluetooth-DUN-Telefon oder einem integrierten Autotelefon. ©

Die Zukunft ist da

Trotz dieser Nickligkeiten muss man konstatieren: Die iPhone-Integration funktioniert flüssiger und problemloser, als es das integrierte Onlineportal mit seinen zahlreichen
Restriktionen je getan hat. Auch die iPhone-Navigation ist bis auf die deaktivierten Staumeldungen dem eigentlichen Navigationssystem im Comand gleichwertig bis überlegen.

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Eine Trendwende? Ja und nein – wie die Konkurrenten zeigen, ist es zunächst einmal egal, mit welchem Gerät die gewünschte Funktion realisiert wird. Dennoch zeigt sich gerade bei Funktionen wie Facebook und Twitter, wie unkompliziert und praktisch die Integration eines bestehenden Dienstes via Smartphone ist.

Ohne Businessklasse

Doch auch bei Mercedes sieht man die Lösung offensichtlich mehr als preiswertes Angebot für junge Leute – was sich schon daran zeigt, dass das Drive Kit Plus nur in A-, B- und CLA-Klasse erhältlich ist.

Die neue E-Klasse hingegen kann auch mit einem InCar-Hotspot bestellt werden – falls man sich im Vorgängerfahrzeug schon zu sehr daran gewöhnt haben sollte, könnte man meinen.

Die neue S-Klasse bringt zwar die gesamte Technik von Comand Online bis zum Hotspot und den hochgenauen Tomtom-Verkehrsmeldungen serienmäßig mit, doch das Telefonmodul mit Bluetooth-SAP-Profil kostet auch hier noch 523 Euro Aufpreis.

Klar, dass das Drive Kit Plus auch hier nicht bestellbar ist – in einer S-Klasse darf man erwarten, dass dessen Funktionen bereits in der Serienausstattung enthalten sind. Auch Facebook ist hier bereits direkt integriert – für den Chauffeur …

Connectivity-Optionen

1. Comand Online:

  • Festplatten-Navigationssystem mit 7-Zoll-Display
  • Europa-Karte
  • drei Jahre kostenlose Kartenupdates
  • TMC Pro
  • Mercedes-Benz-Apps (Google, Wetter, Webradio, Facebook, etc.) mit Internet-Zugang via Bluetooth (alt:DUN, neu: PAN)
  • Sprachsteuerung
  • Bluetooth-Freisprechanlage
  • SD-Leser
  • Notruf
  • 10 Gigabyte Musikspeicher
  • USB

2. Telefonmodul mit Bluetooth (SAP):

  • Einsteckmodul mit SIM-Kartenleser und eigenständiger Funkeinheit

3. Drive-Kit Plus für iPhone 4/4S:

  • Halterung in Mittelarmlehne und kostenlose Apps auf dem Bordmonitor

Erhältlich für (Auswahl):

  • A-Klasse: 3308/523/690 Euro
  • B-/CLA-Klasse: 3189/523/690 Euro
  • C-Klasse: 3451/523/- Euro
  • E-Klasse: 3153/523/- Euro

4. InCar-Hotspot: WLAN-Hotspot mit eigener SIM-Karte

Erhältlich für (Auswahl): E-Klasse: 595 Euro

 
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