connect conference 2017

Rückblick: connect conference 2017, Teil 2

livyu VR

© connect

Live-Konzerte zu Hause hautnah erleben: Das preisgekrönte Start-up Livyu aus der Pfalz demonstrierte, welches Streaming-Erlebnis 360-Grad-Videos via Kopfhörer und Virtual-Reality-Brille bieten kann.

Was geht? 4 Gbit/s bei 170 km/h! 

Netzausrüster Ericsson intensiviert ebenfalls die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern. Gemeinsam mit BMW sei es in Südkorea gelungen, im Feldversuch bei Fahrzeuggeschwindigkeiten bis 170 km/h über mehrere Funkzellen hinweg dauerhaft Daten mit 4 Gbit/s zu übertragen, berichtet Christoph Bach, Leiter des Bereichs Netzwerkprodukte bei Ericsson. Mit 5G werden immer mehr Aufgaben in die Software-​Ebene verlagert. Im Kernnetz (Core Network) ist das schon der Fall: Spezialaufgaben, für die bisher zusätzliche Hardware notwendig war, übernehmen Programme (NFV, Network Function Virtualization). Und auch die Ressourcenaufteilung erledigt Ericsson über Software (SDN, Software Defined Network). Ebenfalls interessant: Network Slicing ist für die gemeinsame Nutzung einer Infrastruktur durch mehrere Netzanbieter geeignet, was den 5G-Ausbau in dünner besiedelten Gebieten erleichtern könnte. Neben der Bereitstellung der Frequenzspektren und einem flächendeckenden 5Gund Glasfaserausbau setzt sich Bach auch für eine ausgewogene Regelung zur Netzneutralität ein. Die unterschiedlichen Anforderungen kritischer Dienste machen eine technische Priorisierung unabdingbar.​

Die Frage der (Re-)Finanzierung 

Modernisierte, integrierte ehemalige Staatsunternehmen sind möglicherweise die einzigen, die eine 360-Grad-5G-Implementierung überhaupt finanzieren können – mit diesem Statement der Barclays Equity Research eröffnete Bruno Jacobfeuerborn seinen Vortrag. Der Technikvorstand der Deutschen Telekom ist der Meinung, dass die bisherigen Ansätze zur Virtualisierung nicht aus dem Return-On-Investment-Dilemma​ führen werden. In künftigen Netzen müssten Hardware und Software konsequent getrennt werden. Automatisierung, Flexibilisierung und Netzwerksteuerung müssten über programmierbare Funktionen realisiert werden. Er verweist in diesem Zusammenhang auf den Ansatz des über 400 Mitglieder starken TIP(Telecom Infra Project)-Konsortiums, in dem auch Facebook mitmischt.​

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Wie 5G in das Smartphone kommt 

In welchem Entwicklungsstadium sich die Systemchips künftiger 5G-Smartphones derzeit befinden, erläuterte Hamid-Reza Nazeman von Qualcomm. Er unterteilt den kommenden Funkstandard in drei Bereiche: Gigabit LTE/VoLTE, 5G NR (New Radio) mit Frequenzen bis 6 GHz und 5G NR über 6 GHz. Das zeigt, dass 4G auch künftig bedeutend bleibt. Was bis zum 5G-Start in einem Chip stecke, sei in den Labors derzeit noch zwei bis drei Schuhkartons groß. Parallel zu dem 5G-Standardisierungsprozess passt Qualcomm seine Testaufbauten permanent an die neuesten Vorgaben an. Derzeit schaffe der mmWave-Prototyp (28 GHz) Datenraten von 4 Gbit/s. Der X50-Chip werde ein 5G-Multimode- Modem für bis zu 5 Gbit/s im Downlink enthalten, alle gängigen Mobilfunkstandards unterstützen und sich über 4G/5G gleichzeitig verbinden.​

Was mit 5G im Auto geht 

Das Smartphone wächst in das Fahrzeug hinein, so der frühere Vodafone Technikvorstand Hartmut Kremling. Als Vorzeigebeispiel führt er das „Flatrate Car“ Tesla Model S 100 D an. Software- Updates via Mobilfunk, Navigation mit Echtzeit-Verkehrsinformationen, Internet-Radio und Videostreaming von Netflix seien in den USA ebenso verfügbar wie „Autonomes Fahren“ als Sonderausstattungspaket. Für Kremling der richtige Weg: Nachfrage erzeuge Angebot, doch es gehe eben auch umgekehrt. In Phoenix, Arizona, lasse Google 500 Mini-Vans autonom fahren. Für eine kostenlose Fahrt genüge ein Anruf.​

China biete ebenfalls exzellente Rahmenbedingungen: China Mobile habe 1,4 Millionen LTE-Stationen aufgebaut. Damit sei das 4GNetz fünf Mal dichter als in Europa. Zudem scheint China fest entschlossen, bis 2025 weltweit die Nummer 1 bei intelligent vernetzten, energiesparenden Fahrzeugen mit Elektro- und Brennstoffzellenantrieb zu werden. Damit ältere Automodelle – wie vorgegeben – Daten wie Status- und Verkehrsinformationen zu öffentlichen Servern übertragen können, sind leicht installierbare Nachrüstlösungen erhältlich. Der Fahrassistent Carmew biete für 160 USDollar hochwertige Kameras und einen Qualcomm-Chip mit LTE bis 150 Mbit/s – Abstandsüberwachung, Spurhalteassistent und Weiterfahralarm sind so ebenfalls an Bord. Unterstütztes Fahren sei heute schon Realität, vollautomatisches Fahren in 20 Jahren.​

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