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Das Problem mit den Profilen
Weg mit den Strippen! So lautete das Leitmotiv der Bluetooth-Entwicklung. Die Verbindungen zwischen Handy und Headset, PDA und Handy, PC und Taschencomputer waren die ersten Einsatzgebiete für das neue Verfahren.
Aus diesen Anwendungen resultiert auch die typische Bluetooth-Reichweite von rund zehn Metern. In einem speziellen Stromspar-Modus, der die Sendeleistung von 2,5 auf 1 Milliwatt reduziert, sinkt die Reichweite sogar auf einen Meter. Länger ist auch kaum ein Anschlusskabel, sodass diese Betriebsart für viele Bluetooth-Anwendungen ausreicht.
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spielt stereomusik per bluetooth oder klinkenbuchse ab: lautsprecher sony ericsson mbs-200, 80 euro
© fotos: hersteller
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Weil der neue Funkstandard jedoch auch andere Anwendungen mit größerem Reichweitenbedarf wie etwa den Datenaustausch zwischen zwei Handys oder den Zugriff eines Mobilgeräts auf eine Bluetooth-Basisstation erlaubt, wurde noch eine zusätzliche Betriebsart mit 100 Milliwatt Sendeleistung und daraus resultierend 100 Metern Reichweite definiert.
Obwohl gerade in der Startphase keineswegs alles glatt lief, trat die Funktechnik einen wahren Siegeszug an. Heute findet sich kaum ein Mobiltelefon auf dem Markt, in dem Bluetooth fehlen würde. Und auch in vielen anderen Geräten wie Notebooks, mobilen Multimedia-Playern oder Navigationsgeräten ist die Blauzahn-Technik heute vertreten.
Diese verbinden sich dann per Bluetooth mit einer Vielzahl von Zusatzgeräten – Tastaturen, Mäusen, Lautsprechern, Kopfhörern und Headsets, Freisprecheinrichtungen, Druckern, Kameras – die auf diesen Seiten vorgestellten Produkte dienen nur stellvertretend als Beispiele für Tausende solcher Geräte.
Eine Geschichte von Freud und Leid
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strom von der sonne: solar-headset iqua bhs 603 sun, 65 euro
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Also alles eitel Sonnenschein im Lande von Blauzahn? Leider nein, denn zehn Jahre Bluetooth sind auch die Geschichte von zehn Jahren Freud und Leid, die bei dieser Technik eng beieinander liegen. So verursachte und verursacht Bluetooth seinen Nutzern immer wieder und nach wie vor Probleme.
Ein Teil davon ist hausgemacht und lässt sich mit dem gefürchteten Schlagwort "Bluetooth-Profile" zusammenfassen. Denn bei der Spezifikation ihres Kabelersatzes stellten die Mitglieder der Special Interest Group (kurz: Bluetooth SIG) schnell fest, dass sie nicht alle Verbindungstypen über einen Kamm scheren können.
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sony ps3 remote: fernbedienung für die spielekonsole, 30 euro
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Das folgende Beispiel verdeutlicht die Problematik: Wird eine Computerdatei per Bluetooth übertragen, ist es wichtig, dass jedes Bit korrekt beim Empfänger ankommt. Tritt ein Übertragungsfehler auf, wird der betroffene Datenblock so lange erneut gesendet, bis er ohne Zahlendreher zugestellt wurde. Ob der Transfer ein paar Sekunden länger dauert, ist längst nicht so wichtig wie die Tatsache dass Programmcodes oder Tabellen mit Steuerdaten fehlerfrei übertragen wurden.
Ganz anders sieht die Sache bei Audioübertragungen aus, wie sie etwa Headsets, Freisprecheinrichtungen oder Stereo-Lautsprecher erfordern: Hier nimmt der Zuhörer ein paar falsch übertragene Bits allenfalls als kurzes Knacksen war. Würde jeder fehlerhafte Block so lange übertragen, bis er fehlerfrei ankommt, würden sich schnell mehrere Sekunden lange Verzögerungen aufschaukeln – für Telefonate und Musikhören untragbar.
Heute insgesamt 28 Profile
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meldet anrufe per vibration: bluetooth-uhr sony-ericsson mbw-200, 219 euro
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Also machten sich die Ingenieure daran, die sogenannten Profile zu definieren: Unterprotokolle, die den Datentransfer für verschiedene Anwendungen spezifizierten und optimierten. Ein Profil für die Übertragung von Dateien, eins für Freisprecheinrichtungen, eins für Eingabegeräte, eins für Stereo-Musik – und so weiter und so fort.
Doch in ihrer Begeisterung schossen sie übers Ziel hinaus. Insgesamt 28 Profile umfasst der Bluetooth-Standard heute – und immer wieder kommen weitere dazu. Das Problem: Damit die Übertragung funktioniert, müssen beide beteiligten Geräte das zu verwendende Bluetooth-Profil unterstützen.
Kein einziges Bluetooth-Gerät auf dem Markt beherrscht jedoch alle 28 Varianten. Die Anwender mussten also lernen: Dass zwei Geräte Bluetooth-fähig sind, heißt noch längst nicht, dass sie sich in der gewünschten Weise miteinander verbinden lassen.
Die Anbindung von Headsets
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stereo-headset jabra bt620s für musikhandys und mp3-player, 50 euro
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Ein Klassiker aus frühen Bluetooth-Tagen war etwa die Anbindung von Headsets: Einige arbeiteten nach dem Profil "Headset" (für Hör/Sprech- Garnituren), andere nach dem Profil "Handsfree" (für Freisprechanlagen). Hatten sich die Hersteller von Handy und Headset für die jeweils andere Variante entschieden, war keine Kommunikation möglich.
Zumindest dieses Problem lösten die Anbieter, indem sie auf beiden Seiten beide Profiltypen realisierten. Doch Profil-Unverträglichkeiten blieben der Bluetooth-Welt seither erhalten – etwa bei der Verbindung zu drahtlosen Basisstationen oder bei Bildtransfers zwischen Kameras und Druckern.