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Fliegender Wechsel

Datenübertragung von Smartphone zu Smartphone

Datenübertragung von Smartphone zu Smartphone
  1. Datenübertragung von Smartphone zu Smartphone
  2. SyncML
  3. Kartenaustausch
  4. Tipps zur Wahl der Software
Jungfräulich liegt das Smartphone vor uns. Es klingelt, eine Nummer erscheint – kein Name, kein Bild. Für diesen Komfort muss zunächst alles vom alten auf das neue Smartphone übertragen werden.

Der Datenumzug ähnelt dem Umzug in ein neue Wohnung: Beide beginnen mit der Entrümpelung des Speichers. Im Haus werden Möbelstücke entsorgt, die seit Jahren nicht mehr genutzt wurden. Im Handy werden nicht mehr benötigte Daten gelöscht. Beim Wechsel bewahren Möbelpacker das übrige Mobiliar vor Schaden. Und auf dem Handy? Hier hängt der Erfolg des Datenumzugs von der Architektur der beiden Geräte ab – und von der Software, die den Umzug unterstützt. Das Spektrum für den Datentransfer reicht dabei von der rudimentären Telefonbuchsicherung über die PIM-Synchronisation – die Sicherung von Mails, Kontakten und Terminen – bis hin zur geräteübergreifenden Organisation der gesamten Multimedia­bibliothek.

Hilfe vom Provider

Die Software für das Datenmanagement reflektiert die Vielseitigkeit der mobilen Begleiter: MP3-Player und Kamera beherbergt das Handy schon lange, entsprechend vielfältige Möglichkeiten gibt es bereits für die Übertragung von Musik, Bildern und Videos. Mit ihren übersichtlichen Displays glänzen Smartpones heute auch bei der Terminplanung. Dennoch ist das Mobilteil seltener die Terminzentrale als eine PC-Anwendung oder ein Exchange-Server.

Die über Jahre gewachsene Sammlung von Kontakten im Handy – die möglicherweise nur dort gepflegt wurde – ist allerdings ein wertvolles Gut, das den Sprung auf die neue Plattform möglichst un­beschadet überstehen sollte. Das Neugerät muss kein Smartphone sein, aber gehen wir der besseren Unterscheidung wegen mal davon aus.

Einige Mobilfunkprovider bieten für den Wechsel die Übertragung des Telefonbuchs über das Mobilfunknetz an: MyPhonebook von T-Mobile, MeinAdressbuch von Vodafone, das O2 Communication Center sowie in Österreich das Adressbuch von Orange und A1 bauen bei diesem markenübergreifenden Dienst auf den geräte­unabhängigen Standard SyncML. Fast alle neuen Modelle beherrschen diesen Standard, auch viele ältere.

Simyo Sync

Der Prepaid-Anbieter Simyo bietet diesen Service nicht nur eigenen Kunden an: Nach kostenloser Anmeldung im Portal Simyo Sync und Auswahl des eigenen Handys in der Liste der unterstützten Geräte ist lediglich die Mobilfunknummer erforderlich. Folgt man dem per SMS übersandten Downloadlink, installiert sich die Synchronisationssoftware automatisch auf dem Mobiltelefon. Termine und Kontakte erscheinen kurze Zeit später im Browser, wo sie bearbeitet und an das Smartphone geschickt werden können.

Für die PC- oder Mac-Synchronisation gibt es einen Client, der auch auf Google- oder Yahoo-Mail-Adressbücher zugreifen kann. Hinter dem Simyo-Dienst steht der MediaHub des Kooperationspartners Funambol, dem führenden Open-Source-Entwickler für SyncML-basierte Cloud-Dienste.

Nicht immer gelingt die Adressbuchübertragung verlustfrei, wie sich bei einem älteren Nokia-Modell zeigt: Die originalen Erfassungsmöglichkeiten des 6288 waren nicht gerade üppig. Aber der Slider konnte bereits bis zu fünf Mailadressen pro Kontakt speichern. In einem Test mit dem O2 Communication Center blieben vier von ihnen auf der Strecke. Schuld daran ist nicht eine schlechte Implementierung durch O2. Die Crux liegt in den vielfältig unterschiedlichen Strukturen der Adressbücher auf den Geräten.

Der Komfort einiger Modelle, Nummern und Adressen für verschiedene Bereiche mehrfach zu erfassen, wird bei der Datenübertragung zum Problem, wenn die Gegenstelle die Datenvielfalt nicht aufnimmt. Ärgerlich war allerdings, dass die Mailadressen nach der Synchronisation auch auf dem Handy verschwunden waren. Wer den Service der Mobilfunker nutzen will, sollte daher zuvor eine Telefonbuchsicherung durchführen. Wurden die Daten verlustfrei übertragen, können auf diese Weise mehrere Geräte bequem synchronisiert werden.

Samsung Kies

Auch Samsung bietet eine Software zum Datenabgleich: Unser Testgerät Samsung Wave 2 installierte die Hersteller-Software Kies, sobald es über USB an den PC angeschlossen wurde. Über Kies können die PIM- und Multimedia-Dateien des Handys verwaltet und mit Outlook, Google und Yahoo synchronisiert werden. Darüber­hinaus importiert die Anwendung Adressbuchsicherungen im Format csv und aus dem Vorgänger von Kies, der Neues PC Studio hieß.

Ist die Software, mit der man das Telefonbuch des alten Handys sichern kann, nicht mehr im Schrank, findet man sie unter Umständen im Internet. Das gilt auch für die Software anderer Hersteller: Wenn es wie bei Samsung und Nokia ein Modellarchiv gibt, sollte der Softwarelink auf der entsprechenden Referenzseite noch funktionieren. Liefert ein Hersteller ein neues Gerät ohne Software aus, lohnt sich in der Regel ebenfalls ein Blick auf dessen Internetseite.

Nokia Ovi Suite

Manchmal versteht sich die aktuelle Software auch noch mit älteren Geräten. Die fünf gleichlautenden Mailadressen des Nokia-Oldies wurden von der Nokia Ovi Suite problemlos übernommen – und das, obwohl das 6288 in der Liste der unterstützten Geräte gar nicht mehr auftauchte. Das anschließend mit der Suite gekoppelte Nokia C6-00 sieht zwar eindeutige Zuordnungen für Telefonnummern und Mailadressen vor, übernahm aber auch die mehrfach belegten Felder vom Vorgänger.

Sony Ericsson PC Companion

Google erwartet von den Nutzern eines Android-Smartphones, dass sie ein Google-Konto einrichten, von dem das Handy die Kontakte beziehen kann. Die Frage ist nur: Wie kommen sie dort hin? Sony Ericsson hat den PC Companion 2.0 darauf ausgelegt, PIM-Daten aus unterschiedlichen Quellen zu sammeln, um sie anschließend direkt auf das Google-Konto zu übertragen. Vor dem Google-Upload können Daten mit Bezug zur selben Person konsolidiert werden. Mac-Besitzern stehen iSync-Plugins zur Verfügung.

iOS, Web OS

Die iPhone-Verwaltung ist inklusive der Synchronisation mit Outlook oder Outlook Express in iTunes integriert. Web-OS-Besitzer kommen dagegen nicht an Fremd-Software vorbei. Weder Palm noch HP lieferten jemals eine eigene Sync-Software für die Plattform. Die Daten eines Pre oder Veer sichert "The Missing Sync" von Mark/Space.

Das Unternehmen hat sich seit vielen Jahren auf die Desktop-Synchronisation für verschiedene Plattformen spezialisiert. Die Apps für das Mobilteil sind jeweils gratis und können auch allein genutzt werden. Die Synchronisation mit Outlook erfordert den Kauf der Desktop-Komponente für Mac oder PC, die es in weiteren, eigenständigen Versionen unter anderem auch für das iPhone, den Blackberry oder das Betriebssystem Windows Mobile gibt.

Interessant ist The Missing Sync auch für Android, das im Original keine Anwendung für Notizen bietet. Im Android Market finden sich zwar etliche Apps, deren Nutzung aber meist dem Mobilteil vorbehalten bleibt. Wer seine Outlook-Notizen immer dabei haben will, lädt im Android Market die autonome App Fliq Notes und für den Outlook-Abgleich zusätzlich die Client-App "The Missing Sync for Android".

Windows Phone 7

Dass ausgerechnet Windows-Phone-7-Geräte ohne Outlook-Schnittstelle ausgeliefert werden, entspricht dem Cloud-Konzept: Auch bei Windows Phone 7 kommt der Nutzer nicht um ein Onlinekonto herum: Mails, Kontakte und Termine kommuniziert das Smart­phone über Windows Live oder ein Konto beim Spieleportal Xbox Live, dem Musikdienst Zune oder dem Microsoft Messenger.

Anstelle der Outlook-Integration ist eine Anbindung zur Outlook-Web-App vorgesehen. Der lokale PC kann dennoch über die Outlook-Ergänzung Microsoft Hotmail Connector mit dem Onlinekonto synchronisiert werden. Damit wird das Internet zum echten Datenzentrum: Der PC ist nur noch ein Gerät unter mehreren, die ihre Änderungen über den Cloud-Dienst miteinander austauschen.

Auch Google bietet Outlook-Schnittstellen an. Die Einrichtung mehrerer Onlinekonten ermöglicht darüber hinaus die Trennung beruflicher und privater Termine. Und wer für seine Belange einen eigenen Exchange-Server braucht, kann diesen nicht nur bei Microsoft-Partnern, sondern auch bei einem Internetprovider wie Telekom, 1&1, Strato oder einem Hosted-Exchange-Anbieter in unterschiedlichen Paketgrößen mieten. Die voreingestellten, meist kurzen Intervalle für den Datenabgleich im Hintergrund sollte man überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Sie wirken sich auf die Akkulaufzeit aus und belasten je nach Datentarif den Geldbeutel.

Android lokal synchronisieren

Die PC-Software MyPhoneExplorer synchronisiert nach Angabe des österreichischen Entwicklers FJ Software Developement unter anderem Outlook, Sunbird, Thunderbird, Lotus Notes und Tobit David über WLAN mit Android- und sehr vielen Sony-Ericsson-Handys, wahlweise auch direkt mit Google. Sehr nützlich: Sind die Kontakte erst einmal auf dem Handy, können sie im MyPhoneExplorer gut editiert und anschließend erneut synchronisiert werden. Die Anwendung überträgt und sichert auch andere Telefondaten, Dateien und Anwendungen. Besonderer Gimmick: Für den Schnellzugriff auf die Telefonfunktionen des Smartphones über WLAN lässt sich ein Widget in der Windows- Side-Bar verankern.

Multimedia

Die Menge der Cloud-Dienste vor allem im privaten Bereich spiegelt den Trend: Soziale Netzwerke und Webfotoalben haben die Scheu vor der Online-Datenspeicherung gesenkt. Dem Google-Konto in der Wolke vertrauen wir heute alles an, was wir früher nur auf dem heimischen PC sicher glaubten. Neben Google Docs gibt es eine ganze Reihe weiterer Dienste, die den Zugriff auf Dateien von nahezu überall ermöglichen. Der bekannte Speicherdienst Dropbox wird mittlerweile von vielen mobilen Apps direkt integriert. Dropbox-Clients gibt es derzeit für PC und Mac sowie für iPhone, iPad, Android und Blackberry.

Wem der Weg über das Internet doch noch zu unsicher ist, der kann seine Multimedia-Dateien natürlich auch nach wie vor mit dem PC abgleichen. iTunes ist hier immer noch der Klassenprimus. Aber auch die Nokia Ovi Suite, HTC Sync und Samsung Kies verwalten das Musik- und Videoarchiv für zu Hause und unterwegs. Sony Ericsson lagert die Datenbank für Musik und Hörbücher, Bilder, Videos und Podcasts sogar in die eigenständige Komponente Media Go aus.

Für Herbst hat Nero, der Spe­zialist für Brennsoftware, die Programmsamm­lung Kwik Media angekündigt. Die Komponente Kwik MoveIt will angeschlossene Mobilteile automatisch erkennen, um Musik und Videos vor der Übertragung in das richtige Format zu kodieren. Wenn wir damit beim Umzug unsere Videos nicht nur mitnehmen, sondern auch gleich an die neue Umgebung anpassen können, steht der Einweihung nichts mehr im Wege.
 

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