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Michael Peuckert

7. April 2008
Ratgeber: Dauertest Apple iPhone Bild vergrößern 486 486 http://img1.magnus.de/Dauertest-Apple-iPhone-r486x486-C-4bbd311b-14501528.jpg

Ratgeber

Dauertest Apple iPhone

Apple-Geräte erheben den Anspruch, ganz besonders nutzerfreundlich und zuverlässig zu sein. Ist das iPhone also das erste Rundum-Sorglos-Handy – oder lauern im Alltag auch hier Probleme? Der Dauertest klärt auf.

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Nach Nokias Allzweckwaffe N95 und dessen 8-GB-Update muss sich in dieser Ausgabe Apples iPhone dem connect-Dauertest stellen. Sechs Redakteure, zwei freie Mitarbeiter und ein Verlagsangestellter haben das kultige Touchscreen-Handy bis zu acht Wo­chen lang im tagtäglichen Einsatz auf Herz und Nieren geprüft. Zusätzlich haben etliche Leser und iPhone-Nutzer in Leserbriefen und im Forum ihre Erfahrun­gen mit dem Apple-Telefon kundgetan. Um es vorweg zu nehmen: Die meisten sind dem flachen Charmebolzen komplett erlegen – und finden auch nach längerer Beziehung keinen Trennungs­grund. So schreibt etwa „Lachgasmoeve" im connect-Forum: „Ich bin seit Anfang Dezember 2007 stolzer Besitzer des Apple iPhone und einfach begeistert: die Qualität stimmt, die Bedienung ist einfach und die Sprachqualität sehr gut."

Ausgezeichnete Verarbeitung

Glasfront
Bild vergrößern 450 335 http://img4.magnus.de/Glasfront-r450x335-C-c5f5938c-19377347.jpg Die Glasfront ist nicht zu 100 Prozent kratzunempfindlich.

Die Glasfront ist nicht zu 100 Prozent kratzunempfindlich.

Vor allem  in einem Punkt sind sich alle einig: Die Verarbeitung des iPhones ist tadellos, durchgängig werden die feinen Materialien und die hohe Anfassqualität gelobt. Nur dass die Chrom­umrandung auf der Front bei unvorsichtigem Transport schnell Kratzer zeigt, wird von einigen Ästheten bemängelt. Alles in allem bekommt der Käufer wie von Apple gewohnt viel mechanischen und optischen Ge­genwert für den freilich auch recht happigen Preis von 399 Euro (mit 8 Gigabyte Speicher) beziehungsweise 499 Euro (mit 16 GB). Denn subventioniert wird das in Deutschland exklusiv bei T-Mobile erhältliche Apfelstück bekanntlich nicht, obwohl der Kunde beim Kauf einen Zwei-Jahres-Vertrag abschließen muss, bei dem mindes­tens 49 Euro Monatskosten anfallen – macht in zwei Jahren mindes­tens 1575 Euro. „Geiz ist geil" ist hier also nicht das Thema.

Großes Format, leichte Bedienung

Klinkenbuchse
Bild vergrößern 450 349 http://img2.magnus.de/Klinkenbuchse-r450x349-C-90707917-19377350.jpg Die Klinkenbuchse liegt so tief im Gerät, dass der Anschluss oft nur über einen Adapter möglich ist.

Die Klinkenbuchse liegt so tief im Gerät, dass der Anschluss oft nur über einen Adapter möglich ist.

Als erster Kritikpunkt tauchen die recht üppigen Abmessungen des iPhone auf. So kritisiert connect-Redakteur Florian Stein: „Die Handlichkeit hält sich in Grenzen, da das iPhone schon ein recht großer Klotz ist. Ich habe es sehr gerne und oft für E-Mails genutzt, aber zum Telefonieren mein Nokia 6233 genommen." Mit dieser Einschätzung steht er nicht allein da, auch Silke Heyde, connect-Grafikerin und qua ihrer Profession Apple-Jüngerin, findet die Abmessungen des iPhones zu groß. Ebenso Jan Spoenle, freier Mitarbeiter: „Was mich etwas stört, ist die Größe. Das Riesen-Display ist ja schön und gut und kann beim Surfen auch kaum groß genug sein. Aber die Einhand-Bedienung im Telefonalltag ist teilweise ein echtes Problem, wenn man mit dem Daumen die komplet­te Diagonale abdecken muss." In diesem Punkt ist die Meinung der iPhone-Nutzer aber durchaus geteilt – andere finden das iPhone derart sexy, dass sie gerne beide Hände anlegen.

Einstimmig fällt das Urteil über die grafische Benutzeroberfläche aus. Ivan Putincanin, Moderator im connect-Forum und bekennender Handy-Hopper: „Die Be­dienung? Was kann man dazu schon sagen? Etwas Besseres gibt es nicht. Das selbsterklärende Menü lässt sich ganz nach dem menschlichen Instinkt bedienen. Einfach klasse." Auch Jan Spoenle hat das iPhone schnell ins Herz geschlossen: „Die ersten fünf Tage waren quasi wie Flitterwochen. Man ist angesichts der GUI und der schicken Bedienphilosophie im siebten Himmel und fragt sich, wieso erst Apple darauf gekommen ist“. Monika Klein, Geschäftsführende Redakteurin von connect, freut sich, dass Ausprobieren über Studieren geht: „Was bei anderen Handys oft genug in Frust endet – das Erkunden der Funktionen – macht beim iPhone einfach Spaß.  Zwar klappt auch hier nicht alles auf Anhieb, aber die meisten Hürden lassen sich nach kurzer Zeit spielerisch nehmen.“

Ärger mit der Texteingabe

Lautsprecher
Bild vergrößern 450 373 http://img4.magnus.de/Lautsprecher-r450x373-C-c2b2993f-19377353.jpg Bei dem integrierten Lautsprecher handelt es sich lediglich um ein Mono-Modell.

Bei dem integrierten Lautsprecher handelt es sich lediglich um ein Mono-Modell.

Beim Thema Text­eingabe muss aber auch Apple Schelte einstecken. Die auf dem Display dargestellte QWERTZ-Tastatur mit ihren kleinen Buttons ist nicht nur Silke Heyde negativ aufgestoßen. Auch Jan Spoenle bemängelt, dass sich die Tastatur lediglich beim Surfen auch im Querformat mit großen Buttons einblenden lässt, aber nicht beim Schreiben einer SMS oder einer E-Mail. Das Gros der User kommt mit der eingeblendeten Tastatur aber recht gut zurecht. Einhellig negativ ist dagegen die Meinung zur Texteingabehilfe des iPhones, denn ein T9-Wörterbuch hat das US-Telefon nicht an Bord. Was etwa „Lachgasmoeve" bemängelt: „Die Texteingabehilfe ist schlecht. Wenn man nicht aufpasst, schreibt das iPhone unmögliche Wörter. Also muss man nach jedem Wort erstmal prüfen, was nervig ist und auch zulasten der Schnelligkeit geht.“

Einsatz bestimmt die Ausdauer

Die Ausdauer des iPhones hingegen konnte nicht nur im connect-Labortest überzeugen, sondern auch im täglichen Einsatz. So lobt Handykenner Ivan Putincanin „Die Akkuausdauer ist ganz in Ordnung. Ich konnte locker mal drei Tage ohne Aufladen auskommen – für so ein großes Display ist das durchaus akzeptabel." Zu einem ähnlichen Schluss kommt „Betamax“, Moderator im connect-Forum: „Auch nach mehreren Monaten hat sich die Akkuleistung nicht verschlechtert, ich benutze das Gerät mehrere Stunden pro Tag und lade es etwa alle drei Tage auf. Dabei ist WLAN immer an." Wer die Kondition seines iPhones verbessern will, sollte die Stromspartipps von Betamax beherzigen: die „Auto-Helligkeit" im Menü einschalten, WLAN und Bluetooth abschalten, wenn die Funkstandards nicht benötigt werden. Im Hardcore-Einsatz kann es aber auch schon mal vorkommen, dass dem iPhone bereits nach einem Tag die Lichter ausgehen, wie User „zdrave" im Forum berichtet. Bei sparsamem Einsatz von Display und WLAN reicht eine Ak­kuladung dagegen auch mal eine Woche, wie „hakon" im connect-Forum vemeldete. Wie immer ist klar: Die letztendliche Laufzeit hängt natürlich vom Einsatz des Handys und von der Funkversorgung ab.

Viel Spaß beim Surfen und Mailen

Doch wo ist das Apple-Handy nun so richtig in seinem Element? Mit Sicherheit im mobilen Internet. Der Safari-Browser ist sehr fix beim Laden und Skalieren von  Webseiten. So lädt das iPhone seinen Besitzer dazu ein, sich relaxt auf dem Sofa Nachrichten, Sport­infos oder YouTube-Videos zu Gemüte zu führen. Lediglich das Surfen per EDGE im Zug oder im Auto machte im Dauertest mitunter Probleme.

Ein weiteres Highlight ist die komfortable E-Mail-Funktion, die fast durchweg von den Usern als überragend und sogar maßstabsetzend für Handys eingestuft wird. Ähnliches gilt für die einfache Synchronisation mit einem Rechner, die connect-Redakteur Oliver Stauch in Verbindung mit einem Mac schlicht und einfach als perfekt bezeichnet. Doch auch beim Thema Unterhaltung ist das iPhone spitze. Nicht nur der integrierte iPod konnte alle Nutzer überzeugen, auch YouTube-Clips, Podcast-Videos und aufs iPhone aufgespiel­te Filme begeistern mit bestechender Qualität auf dem großen Display.

Ausstattung kein Ruhmesblatt

Also alles eitel Sonnenschein beim iPhone? Nein, denn die magere Ausstattung hat dem iPhone nicht nur ein besseres Ergebnis im connect-Test verbaut, sondern auch für einigen Unmut bei den Nutzern geführt. Die negative Hitliste führt die stark eingeschränkte Blue­tooth-Funktionalität an. Der praktische Kurzstreckenfunk ist zwar an Bord, kann aber ausschließlich mit einer Freisprechanlage kommunizieren. Bilder oder Adressen lassen sich damit nicht versenden. Auf Platz 2 der Mängelliste folgt die mit nur 2 Megapixeln auflösende Kamera, die keinerlei Einstellmöglichkeiten bietet und auch keine Videos aufzeichnen kann. Auch dass das iPhone keine SIM-Kontakte einliest, stößt etwa Ivan Putincanin sauer auf. Mit Office-Dokumenten kann das Apple-Gerät ebenfalls nichts anfangen.

Unterm Strich überwiegt der positive Eindruck aber bei Weitem – uns ist bis dato kein connect-Leser bekannt, der den iPhone-Kauf ernstlich bereut hätte. Im Gegenteil – so schwärmt etwa Max Planken: „Ich bin vom iPhone total begeistert und werde es nie wieder hergeben, höchstens gegen eine verbesserte Version mit HSDPA." Für viele bleibt das iPhone aber in anderer Hinsicht ein Traumtelefon – ihnen ist der ganze Spaß einfach zu teuer.

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