Ratgeber

Dauertest Samsung U900 Soul

Mit seinem Metallgehäuse, der edlen Optik und dem innovativen Touchpad gehört das SGH-U900 Soul von Samsung zu den Top-Handys der gehobenen Preisklasse. Doch wie schlägt sich der Slider im Dauertest? Dank der stabilen Plattform und nur weniger Mängel erfreulich gut.

Dauertest Samsung U900 Soul

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Dauertest Samsung U900 Soul
Dauertest Samsung U900 Soul

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Edle Optik: Gebürstetes Metallgehäuse und 2,2 Zoll großes Display

Leicht hat Samsung seinem SGH-U900 Soul den Einstieg sicher nicht gemacht - schließlich soll der Edel-Slider in die Fußstapfen des fast schon legendären und erfolgreichen "Ballack-Handys" SGH-U700 treten.

Dass er hierfür tatsächlich die besten Voraussetzungen mitbringt, zeigte bereits der Test in connect 6/2008: Im direkten Vergleich mit seinem Vorgänger lag das U900 deutlich vorn und überzeugte mit Top-Verarbeitung, guter Ausstattung und ordentlichen Laborergebnissen. Umso spannender ist da die Frage, ob das U900 Soul auch im harten Alltagseinsatz den Erwartungen gerecht wird.

Wenige Probleme im Alltag

Was als Erstes auffällt: Das Feedback aus dem fleißigen connect-Forum war diesmal deutlich spärlicher als bei den bisherigen Dauertestkandidaten. Das liegt einerseits sicher daran, dass das U900 Soul noch recht neu ist - erst vor etwa vier Monaten hielt es Einzug in die Läden.

Gleichzeitig ist die Zurückhaltung aber bereits ein Indiz dafür, dass sich Probleme und Kinderkrankheiten des schicken Schiebers zumindest in Grenzen halten. Unterstützt wird diese Vermutung durch die Tatsache, dass Problemberichte per E-Mail, Brief oder Telefon, wie sie die Redaktion in solchen Fällen sonst regelmäßig erreichen, diesmal ausblieben.

Speziell von ärgerlichen Softwareproblemen und Abstürzen ist im Forum nur vereinzelt die Rede. Und wenn, dann handelt es sich um gebrandete Geräte, wie im Fall von connect-Forums-User "schlaubi": "Das Handy (O2-Branding) stürzt ab und zu mal ab, was für ein Samsung recht untypisch ist. Des Weiteren bleibt das Display beim Aufschieben manchmal schwarz. Nach mehrmaligem Probieren funktioniert dann alles wieder einwandfrei."

Die ungebrandeten Testgeräte in der Redaktion zeigten solche Probleme nicht. Sollten sie auch nicht, denn wie bei Samsung üblich gibt es auch für das U900 Soul keine Firmwareupdates: Die freigegebene Software ist gleichzeitig die finale Version.

Viel Rabatt und pralle Ausstattung

Die offizielle Preisempfehlung von 499 Euro für das U900 Soul ist in der Praxis wie üblich Makulatur. So zahlt der Kunde bei Abschluss eines neuen Vertrages zwischen null Euro bei O2, 15 Euro (E-Plus) und 49 Euro (Vodafone) bis zu 66 Euro bei T-Mobile für den smarten Koreaner. Wer sich das Samsung zu seinem bestehenden Vertrag gönnen möchte, der bekommt den Slider in den einschlägigen Internet-Shops schon für deutlich unter 300 Euro - eine schnelle Google-Suche genügt.

Dauertest Samsung U900 Soul

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Leichte Bedienung durch große Tasten und eindeutige Beschriftung

Für diesen Preis bekommt der Käufer dann auch einiges an Ausstattung geboten. Das beginnt beim scharfen und kontraststarken 2,2- Zoll-Display, das die Inhalte auch bei direkter Sonneneinstrahlung immer noch recht gut darstellt.

Auch Connectivity-Fans werden mehr als ordentlich bedient: Zu UMTS und Triband-Fähigkeit  gesellen sich die Downloadbeschleuniger EDGE und HSDPA; Letzterer beherrscht den Download sogar mit einer Geschwindigkeit von bis zu 7,2 Mbit/s.

Bluetooth ist selbstredend ebenfalls an Bord; dazu sorgen ein E-Mail-Client und der HTML-Browser für den Kontakt mit der großen weiten Welt. Auch die Basisausstattung kommt nicht zu kurz - mit Flightmode, RSS-Reader, Situationsprofilen, Terminkalender, Timer, Stoppuhr und diversen Rechnern ist alles Wesentliche dabei.

Für Unterhaltung sorgen der Musicplayer und das UKW-Radio mit RDS-Funktion;  Spiele fehlen hingegen. Dafür setzt Samsung beim Sound auf die ICEpower-Technology von Bang & Olufsen. Die mitgelieferten Kopfhörer können zwar nur bedingt überzeugen, und ein Adapter für Nachrüstkopfhörer findet sich nicht im Lieferumfang.

Diesen gibt es aber wenigstens optional zu kaufen (siehe auch "Zubehör"), und die Investition lohnt sich allemal: Verbunden mit einem guten Kopfhörer blüht das Samsung in puncto Klangperformance regelrecht auf. Hier scheint sich die ICEpower-Technology bezahlt zu machen, denn mit satten Bässen und einem sehr ausgewogenen Mittel-Hochton-Bereich machte das Musikhören mit dem U900 Soul richtig Spaß.

Wer sich Adapter und Kabelgewirr sparen möchte, kann auch zu einem gut klingenden Bluetooth-Stereo-Headset greifen, denn das Samsung versteht sich auf  das A2D-Profil (Stereo-Audio). Die Nachrüstung empfiehlt sich auch in puncto Speicher: Zwar hat das Samsung ordentliche 120 MB an Bord, doch wer seine Musiksammlung immer bei sich haben möchte, sollte zusätzlich in eine MicroSD-Speicherkarte investieren.

Kamera mit Macken

Über diese freut sich dann auch die 5-Megapixel-Kamera, die Videos allerdings lediglich in QVGA-Auflösung auf den Speicher bannt. Das können preisähnliche Modelle der Mitbewerber deutlich hochauflösender. Auch sonst bekommt die Knipse von den Dauertestern und den Forums-Usern nicht durchweg gute Kritiken.

Dauertest Samsung U900 Soul

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Eigenwillig: Die Kamera zeigt sich nur, wenn sie ausgefahren ist

"Sowohl beim Handling als auch bei der Qualität der geknipsten Bilder gibt es Raum für Verbesserungen", findet etwa "Deadman", Moderator aus dem connect-Forum, und Forums-User "schlaubi" ergänzt: "Die Kamera ist okay, man darf sie nur nicht mit den Exemplaren von Sony Ericsson oder Nokia vergleichen. Allerdings liefert die Knipse des U900 Soul eine bessere Performance ab als die Kamera des G800 oder auch des G600 von Samsung."

Zu einem ähnlichen Urteil kamen auch schon die connect-Redakteure beim Volltest des U900 Soul. Hier wurde zudem die sehr lange Auslösezeit bei aktiviertem Autofokus kritisiert. Lob bekam das Samsung aber für den guten Weißabgleich und die natürliche Farbdarstellung.

Empfindliches Gehäuse

In einer eigenen Liga spielt das U900 Soul dagegen bei der Verarbeitung. Hier bekommt der Slider dann auch von allen Dauertestern durchweg sehr gute Bewertungen. So zeigt etwa die Slider-Mechanik auch nach dem gefühlten tausendsten Öffnen kein Spiel, und Knarzgeräusche sind ebenfalls ein Fremdwort. Zudem werden die sehr hochwertigen Materialien des Samsung durchweg gelobt, die gleichzeitig für eine angenehme Haptik sorgen.

Allerdings zeigen sich die feinen Metall- und Softtouchoberflächen des Sliders im Alltag kratzempfindlicher als ursprünglich vermutet, was aber bei einem Handy mit Metallgehäuse nichts wirklich Neues ist. Hier muss der User einfach etwas vorsichtiger mit dem Handy umgehen. Wer jedoch in diesem Punkt etwas pingelig ist, der sollte sein U900 Soul tunlichst nicht zusammen mit dem Schlüsselbund in die Hosentasche stecken.

Leichte Abnutzungserscheinungen offenbarte im Dauertest auch die Zifferntastatur in Form von etwas nachlassenden Druckpunkten. Bei der Anruf- und den beiden Auswahltasten trat das Phänomen allerdings nicht auf; es machte sich zudem nur an einem der vier Testgeräte bemerkbar. So bleibt zu hoffen, dass es sich hier mehr oder weniger um einen Einzelfall handelt, zumal es auch im connect-Forum keine entsprechenden Klagen gab.

Coolness-Faktor Touchpad

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Elegant: Das U900 Soul macht aus jedem Blickwinkel eine gute Figur

Der absolute Eyecatcher beim neuen "Ballack-Handy" ist aber  ohne jeden Zweifel das Touchpad unterhalb des Displays. Es ersetzt an dieser Stelle die Fünf-Wege-Taste, die bei anderen Mobiltelefonen sonst meistens als zentrales Steuerungselement dient.

Allerdings mussten sich alle Dauertester erst einmal an die ungewohnte Bedienkombination aus Touchpad und Hardkeys für die linke und rechte Auswahltaste gewöhnen. Monika Klein, Geschäftsführende Redakteurin bei connect: "Die Kombination aus Hardkey- und Toucheingabe bei manchen Menüpunkten finde ich etwas unglücklich. Selbst nach längerer Eingewöhnungszeit bleibt hier ein etwas komisches Gefühl beim Bedienen."

Alles in allem kommt die zweite Anzeige aber sowohl bei ihr wie auch bei allen anderen Nutzern gut an. Vor allem die Möglichkeit, Merkmale wie die dargestellte Farbe oder auch das Vibrations-Feedback des Touchpads den eigenen Wünschen gemäß einzustellen, überzeugt. Die speziellen Icons, die etwa im Standby-, Musicplayer- oder Kameramodus angezeigt werden, tun ihr Übriges - so spart man sich bei vielen Funktionen den umständlichen Weg über die "Optionen".

Nervige Laufschriften im Menü

Ein Manko von Samsung-Handys im Allgemeinen und dem U900 Soul im Speziellen ist allerdings die Unart, teils sehr lange Bezeichnungen für die einzelnen Menüpunkte unterhalb der Hauptmenüebene zu benutzen. Dies hat zur Folge, dass die Displaybreite nicht ausreicht, um die komplette Bezeichnung darzustellen.

Also kommt eine sehr langsame Laufschrift zum Einsatz, die eine zügige Bedienung oftmals verhindert, weil man erst abwarten muss, bis man lesen kann, welche Funktion sich hier verbirgt. Das nervt auch "schlaubi": "Die Bedienung klappt, wie bei allen Samsung-Geräten, sehr einfach. Manchmal ist der Text aber etwas lang und wird dann eingefahren, aber sonst findet man nicht viel zu meckern." Ansonsten ist die Bedienung des U900 Soul jedoch kinderleicht und alle Dauertester kamen im Alltag gut damit zurecht.

Fazit: Zuschlagen!

In der Summe erzielt das Samsung SGH-U900 Soul im Dauertest ein durchweg positives Ergebnis. Bis auf die wenigen Kritikpunkte in Bezug auf die Kamera, die Laufschriften und das Phänomen der nachlassenden Druckpunkte bei einem Testgerät gibt es an dem eleganten Slider nichts auszusetzen. Wer also ein schickes Handy mit guter Ausstattung sucht, der liegt beim U900 Soul richtig - und kann die Augen nach Sonderangeboten offen halten.

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