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Dauertest Sony Ericsson K850i

Beim K850i setzte Sony Ericsson erstmals auf einen 5-Megapixel-Sensor. Nun ist der Nachfolger da: Doch weil auch das C902 in dieser Hinsicht nicht mehr zu bieten hat, ist dies ein guter Grund, sich das K850i noch einmal genauer anzuschauen und zu prüfen, ob es mit seinem Nachfolger mithalten kann.

Dauertest Sony Ericsson K850i

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Dauertest Sony Ericsson K850i

Günstiger ist der alte Heroe auf jeden Fall zu haben: Im freien Handel unterbietet er das C902 um gut 50 Euro. connect hat das K850i über mehrere Wochen intensiv getestet und im connect.de-Forum die Leser zu ihren Erfahrungen mit dem Fotospezialisten befragt. Denn manche Schwäche, etwa bei der Verarbeitung, zeigt sich ja erst nach längerem Einsatz. 

Patzer trüben jedoch das Gesamtbild: So disparat das Meinungsbild auch ausfällt, das Fazit lässt sich meist auf denselben Nenner bringen: Ein paar Schwächen trüben den insgesamt guten Eindruck. Das größte Manko, da herrscht weitgehend Einigkeit, sind die Software-Fehler, die das Handy immer mal wieder zum Abstürzen bringen.

Nicht alle, aber die meisten K850i-Nutzer berichten von solchen Problemen: "Ein Gerät, was mitten im SMS-Versand aufgibt und sich abschaltet, sollte es nicht geben", meint etwa Forumsmitglied "schlaubi" - lernte aber offensichtlich, damit zu leben: "Trotz der Mängel kann ich das Handy weiterempfehlen und würde es mir noch mal kaufen."

Opulente Ausstattung

Kein Wunder: Das K850i hat auf der Habenseite einiges zu bieten. Im Herbst letzten Jahres war es einer der ersten Vertreter mit der neuen, aufgemotzten Plattform des Herstellers. Neben Quadband-GSM, also der Unterstützung aller weltweit verwendeten GSM-Frequenzbänder, bietet es auch UMTS samt schnellen Downloads per HSDPA. Hinzu kommt die für Sony-Ericsson-Handys typische, sehr umfangreiche Basisausstattung mit guten Organizer-Funktionen, aber auch UKW-Radio und komfortablem Musicplayer.

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Bedienung von Vorder- und Rückseite: Lichtsensoren, richtige Telefontasten, Steuerkreuz und eine Glasabdeckung für die Linse

Zudem hat Sony Ericsson das Funktionsangebot mit einer Auswahl an vorinstallierten Java-Programmen ergänzt. Zum Beispiel mit einer kleinen Bildbearbeitung oder dem Programm CodeMemo, das die vielen Passwörter, die sich so ansammeln, sicher und doch jederzeit griffbereit verwahrt.

Und gelegentlich tut's auch ein einfacher, aber effektiver Software-Trick: So lässt sich die kleine LED, die die Kamera bei Dunkelheit zum Scharfstellen verwendet, auch als Taschenlampe einsetzen. Sony Ericsson hat dafür im Menü "Organizer" einen eigenen Unterpunkt eingefügt.

Der doppelte Kartensteckplatz

Obendrein steckt im K850i noch zusätzliche Hardware. Der Bewegungssensor, den auch Apple im iPhone oder Nokia in einigen N-Serie-Modellen verwendet, ist dabei eher eine Spielerei. Er kippt beim Betrachten von Fotos allein durch das Drehen des Handys die Darstellung ins Querformat und sorgt dafür, dass beim Geschicklichkeitsspiel "MarpleMadness" keine Tasten gedrückt werden müssen.

Deutlich interessanter und ein echter Clou ist der Steckplatz für Speicherkarten. Der nimmt nicht nur den etwas teureren, aber bei Sony Ericsson üblichen Memory Stick Micro auf. Das K850i kommt auch mit den gängigeren MicroSD-Karten zurecht. Im Test schluckte das Handy einen 4 GB großen Memory Stick Micro genauso problemlos wie eine 8 GB große MicroSD-Karte und legt dabei gleich selbst die verlangte Ordnerstruktur an, ohne vorhandene Daten zu überschreiben.

Speicher kann man ja nie genug haben, will man ausreichend Musik dabei und noch genügend Platz für Fotos haben - rund 1,4 Megabyte nehmen die Aufnahmen der 5-Megapixel-Kamera bei höchster Auflösung ein.

Praxistaugliche Kamera

Die Megapixel-Zahl macht dabei gar nicht die Stärke des Kamera-handys aus. Sony Ericsson setzt richtigerweise auf Praxistauglichkeit und eine einfache Handhabung. Mit einem kleinen Schieber wechselt man schnell und sicher vom Foto- zum Videomodus. Die zweistufige Auslösetaste, die im ersten Schritt den Autofokus in Gang setzt, hat ausreichend Hub für eine zuverlässige Bedienung.

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Seitlich: Die wichtigsten Shortcuts

Um bei sich bewegenden Motiven nicht den richtigen Moment zu verpassen, hat Sony Ericsson den sogenannten BestPic-Modus entwickelt: Das K850i schießt in schneller Folge neun Bilder, aus denen dann die passende Aufnahme ausgewählt werden kann. Denn die bei Handys noch recht lange Auslöseverzögerung sorgt in solchen Fällen für Frust.

Und auch bei schlechten Lichtverhältnissen bleibt das K850i einsatzbereit. Eine kleine Leuchte sorgt dafür, dass der Autofokus auch im Dustern die richtige Schärfe findet. Der Xenon-Blitz reicht deutlich weiter als die bei Handys typischen LED-Lämpchen und arbeitet auf Wunsch mit Vorblitz, um bei Porträtaufnahmen rote Augen zu verhindern. Genau hier hat das K850i im direkten Vergleich mit dem C902 übrigens die Nase vorn, denn beim Nachfolger hat Sony Ericsson auf den praktischen Blitz verzichtet.

Fotoqualität: Gleichauf mit Nokias N82

Bei guten Lichtverhältnissen schenken sich die beiden Modelle in Sachen Bildqualität nicht viel. Hier gehen die Meinungen auseinander: "In Sachen Fotoqualität ist es ziemlich gleichauf mit dem N82 von Nokia", meint Forumsmitglied ***seno***.  "Idealforyou" hingegen: "Die Bildqualität ist keinesfalls mit der super Bildqualität eines N82 zu vergleichen." Tatsächlich hat das K850i eine kleine Schwäche bei Rottönen, die teils etwas rosa wirken.

Davon abgesehen gehören die Fotos zum Besten, was derzeit bei Handys möglich scheint. Nur bei Videoaufnahmen hat mancher Konkurrent mehr zu bieten: 320 x 240 Pixel beträgt beim K850i die maximale Auflösung, andere Handys schaffen hier bereits das Doppelte.

Sony Ericsson hat auch an die Weiterverarbeitung der Aufnahmen gedacht. So lassen sich die Bilder gleich mit dem Handy nachbearbeiten und mit Tags, also Textmerkmalen, versehen und direkt auf einen Fotoblog bei blogger.com hochladen. Die Einrichtung eines solchen Blogs ist ebenfalls direkt per Handy möglich. Wer Flickr nutzt, schickt die Aufnahmen einfach per E-Mail an eine bestimmte Adresse.

Gewöhnungsbedürftige Tastatur

So bequem sich die Kamera bedienen lässt: Insgesamt wird die Handhabung des K850i nur durchwachsen bewertet. Die Idee ist eigentlich nicht schlecht, der Versuch mutig: Um genügend Platz sowohl für Display als auch Tastatur zu schaffen, hat Sony Ericsson die Vierwege-Taste in die Zifferntastatur integriert und die Softkeys als Sensortasten an den unteren Rand des Displays verlegt. Man drückt also direkt auf die entsprechende Bezeichnung.

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Obwohl es mit der Zeit knarzt: Die Verarbeitung des K850i ist gut

Das gefällt nicht jedem. "Anruf- und Auflegetaste sind viel zu klein geraten", so Forumsmitglied "Idealforyou". "Mit dem Steuerkreuz kommt man öfter aus Versehen auf die mittlere Softtouchtaste, wenn man nach oben navigiert." Das Ganze wirkt anfangs etwas unübersichtlich, und sowohl die Zifferntasten als auch das Steuerkreuz fühlen sich beim Tippen kantig an.

"Die Tastatur hat mich davon abgehalten, das Handy weiter zu erkunden", lautet das Fazit von Sebastian Schmidt, Textchef beim connect-Sonderheft auto connect. Zudem wirkt die Verarbeitung anfangs zwar solide, nach längerem Gebrauch fängt das Handy aber wie so viele seiner Kollegen an zu knarzen.

Übersichtliches Menü

An der Menüführung fanden die Tester und Leser wenig auszusetzen. Wenn man hier das Haar in der Suppe suchen will, lässt sich nur feststellen: Sowohl für die Bereiche Kamera, Musik als auch Internet gilt, dass die einzelnen Funktionen übers Menü breit gestreut und nicht immer leicht zu finden sind. Beispiel Kamera: Das Bildbearbeitungsprogramm "PhotoDJ" findet sich unter dem Menüpunkt "Unterhaltung".

Wer durchs Menü wandert, findet unter "Organizer/Anwendungen" das Programm "FaceWarp", mit dem Porträts witzig verzerrt werden. Aus dem Menü "Medien", das zum Betrachten von Bildern gedacht ist, lässt sich allerdings keine der beiden genannten Funktionen direkt aufrufen.

Fazit: Trotzdem empfehlenswert

Wirkliche Jubelstürme löst das K850i nicht aus, dennoch sind die meisten mit dem Handy zufrieden. Auf konkrete Nachfrage werden natürlich schnell die kleinen und großen Macken genannt, die Vorzüge geraten dann gerne in den Hintergrund.

Denn das K850i bleibt ein kompaktes und dennoch sehr gut ausgestattetes Handy mit einer Kamera, die auch mit neueren Modellen noch locker mithalten kann. Die Tastatur bleibt gewöhnungsbedürftig und bei den beklagten Software-Bugs sorgt womöglich ein Firmware-Update, das jeder bequem zu Hause am eigenen Rechner durchführen kann, für Abhilfe.

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