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Die Internetnutzung

Satte 100 915 Mal bauten die mit dem Mobile Quality Analyzer ausgestatteten Handys eine Verbindung zum Internet auf. Wobei in dieser beeindruckenden Zahl neben der Nutzung des mobilen Internets auch andere Datenverbindungen, etwa für einen E-Mail-Client, mit einbezogen sind.

Unter den Gründen, die die Teilnehmer im zweiten Display-Fragebogen für ihre Surf-Session angaben, stand Informationssuche an erster Stelle. Das dürfte viele moderne Zeitgenossen kaum wundern, gibt es doch häufig Fragestellungen, die sich erst unterwegs ergeben. Als zweithäufigster Grund für den Weg ins Internet werden Nachrichten genannt. Das bestätigt den Trend, dass Fernsehen und Tageszeitungen Bedeutung als Informationsquelle an das Internet abgeben müssen.

Interessant ist, dass neben E-Mail/Networking und Unterhaltung auch Downloads und Online-Shopping einen nicht unerheblichen Anteil an den gesuchten Inhalten haben. Damit wird das mobile Internet, was die Inhalte angeht, sehr ähnlich genutzt wie das herkömmliche World Wide Web am PC.

Zielgerichtetes Handeln

Netzqualitätsstudie In-Touch
Bild vergrößern 480 311 http://img1.magnus.de/Netzqualit-tsstudie-In-Touch-r480x311-C-d7cf7613-141878.jpg schnell rein, schnell raus: 50 prozent der surfer steuerten nur acht webseiten an

schnell rein, schnell raus: 50 prozent der surfer steuerten nur acht webseiten an

Was für die gesuchten Inhalte gilt, muss für die Art der Nutzung noch lange nicht stimmen. Hier ist bei den fortschrittlichen Handynutzern der In-Touch-Studie eine erstaunliche Zielorientierung zu bemerken: Mit nur acht verschiedenen Internet-Angeboten konnten schon 50 Prozent der Probanden ihre Informationsbedürfnisse während der Studie befriedigen, selbst die 75-Prozent-Marke war nach weniger als 20 verschiedenen Seiten erreicht, wie das kumulative Diagramm rechts zeigt. Wer solche Werte mit seinem privaten Surfverhalten am heimischen PC vergleicht, sieht häufig große Unterschiede.

Das zeigt sich auch an der nach der Session gestellten Frage: „Wie einfach war es, die gesuchten Inhalte zu finden?“, die 77 Prozent mit „einfach“  und 14 Prozent mit „akzeptabel" beurteilten, nur insgesamt 9 Prozent entschieden sich für „schwierig" oder „unmöglich“. Auch diese Antworten lassen auf eine sehr sachkundige Nutzung des mobilen Internets durch die In-Touch-Teilnehmer schließen.

Und genau da dürfte aus Netzbetreiber- und Konsumentensicht das Problem liegen, denn damit das mobile Internet auch abseits einiger Early Adopter und einiger Business-User zum Massenmarkt wird, muss es richtig  Spaß machen. Und dazu sind einfacher zu bedienende Browser der richtige Weg, wie das leider nicht für die Studie einsetzbare iPhone eindrucksvoll zeigt. Mehr auf Handys optimierte, populäre Webseiten dürften ebenfalls hilfreich sein, hier könnten die großen Netzbetreiber mit Überzeugungskraft einen Weg bereiten.

Funktechnik und Geschwindigkeit

Erstaunlich fortschrittlich stellt sich die Situa­tion bei den zur Anwendung kommenden Funkübertragungsstandards dar. Ein 48-prozentiger Anteil an UMTS-Verbindungen stellt den Netzbetreibern ein gutes Zeugnis aus, auch EDGE kann mittlerweile einen nicht unerheblichen Anteil an Verbindungen für sich verbuchen. Sehr spannend ist die subjektiv empfundene Geschwindigkeit bei den einzelnen Übertragungsstandards.

Netzqualitätsstudie In-Touch
Bild vergrößern 480 290 http://img4.magnus.de/Netzqualit-tsstudie-In-Touch-r480x290-C-746abb08-141879.jpg transportmedium: die meisten, 48 prozent, nutzen inzwischen umts

transportmedium: die meisten, 48 prozent, nutzen inzwischen umts

Wer hier denkt, WLAN würde generell als schnell empfunden und GPRS immer als langsam, sieht sich eines Besseren belehrt. So hat auch GPRS seine schnellen Momente, nur sind die deutlich seltener als bei EDGE und dem noch schneller empfundenen UMTS. Bei GPRS zeigt sich wohl am besten, was eine auf die Handydisplay-Auflösung optimierte Seite zu leisten vermag, viele Server schicken hingegen immer noch mehr Daten, als auf dem Mobiltelefon überhaupt darstellbar sind.

Etwas verwirrend ist der Vergleich von UMTS und WLAN: Dabei kommt WLAN, was die Geschwindigkeit angeht, schlechter weg als UMTS, was selbst wenn bei WLAN das oft dahinterliegende DSL als geschwindigkeitsbegrenzender Faktor angesehen wird, in der Gegenüberstellung zu HSDPA der Papierform widerspricht.

Hier könnte sein, dass bei WLAN durch den PC geweckte Erwartungshaltungen in Sachen Geschwindigkeit enttäuscht werden, weil Mobilgeräte bei WLAN einen Flaschenhals darstellen und auch, weil im privaten WLAN Seiten angesurft werden, die deutlich weniger für Handys geeignet sind.

Geschwindigkeit und Surfdauer

Netzqualitätsstudie In-Touch
Bild vergrößern 480 381 http://img3.magnus.de/Netzqualit-tsstudie-In-Touch-r480x381-C-2ccb7827-141880.jpg geduld: langsame verbindungen führen nicht immer zu längerer nutzungsdauer

geduld: langsame verbindungen führen nicht immer zu längerer nutzungsdauer

Wer schneller surft, ist früher fertig, könnte man meinen – und die kumulative Darstellung aller Surfsessions in Abhängigkeit von der Zeit gibt dieser Meinung partiell recht. Betrachtet man die 80-Prozent-Marke aller Surfsessions, so vergeht bei schneller Ver­bindungsgeschwindigkeit (orangene Kurve) deutlich weniger Zeit als bei akzeptabler Geschwindigkeit (blaue Kurve).

Wird die Geschwindigkeit aber zu langsam, reißt den Nutzern der Geduldsfaden. Sie brechen die Surfsession ab, bevor das Ziel erreicht ist, die Sessionzeit nimmt wieder ab (rote Kurve). Als erfolgreich gehen in der In-Touch-Studie 85 Prozent der Surfsessions durch, bei 5 Prozent kam eine Verbindung gar nicht erst zustande.

Weitere 8 Prozent teilten sich nach Teilnehmerauskunft gleichmäßig auf „Seite lädt nicht" und „Verbindungsabbruch" auf. Insgesamt sind also Datenverbindungen erwartungsgemäß noch etwas fragiler als Sprach­anrufe, doch hier liegen auch nicht alle Einflussfaktoren im Hoheitsbereich der Netzbetreiber.

Netzqualitätsstudie In-Touch
Bild vergrößern 480 363 http://img2.magnus.de/Netzqualit-tsstudie-In-Touch-r480x363-C-e62b21b5-141881.jpg 15 prozent der internet-sessions blieben ohne erfolg

15 prozent der internet-sessions blieben ohne erfolg

Interessant sind zudem die nicht in einem Diagramm dargestellten Datenübertragungsvolumina: Lässt man die 5 Prozent der Hardcore-Datensauger weg, so liegt das Surfen als datenintensive Anwendung mit einem mittleren Volumen von knapp über 1,5 Megabyte pro Tag vorn.

Da kann insgesamt ein etwas überdimensioniertes 300 Megabyte großes Volumenpaket als Tarifoption sinnvoll sein; wer im mobilen Internet sparsam ist, kann sogar mit einem 30-Megabyte-Paket auskommen. Doch die bisher nicht erwähnten 5 Prozent sind eine ganz andere Klasse: Allein mit Podcasting verbrauchen sie 350 Megabyte im Monat, da schützt nur eine Daten-Flatrate vor dem finanziellen Ruin.



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