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Die Kapazität der Straßen
Dass ein Stau erst nach Stunden abebbt, ist eigentlich unnötig, denn oft würde es bereits reichen, den nachkommenden Verkehr kurzzeitig abzubremsen oder auf Ausweichstrecken umzuleiten – schon hätte die Polizei genug Zeit, um die Fahrbahn zu räumen. Der Verkehr wäre bestenfalls flüchtig beeinträchtigt.
Nicht nur Unfälle sind allerdings Grundlage für Verkehrsstörungen – oft sind sie nur deren Folge –, sondern auch Baustellen, schlechtes Wetter und vor allem zu hohes Verkehrsaufkommen. Letzteres trägt immer mehr zum zeitweiligen Stillstand auf den Straßen bei.
Laut Michael Schreckenberg, Professor an der Universität Duisburg-Essen, der sich mit der Simulation und Optimierung von Transportsystemen beschäftigt, besteht ein großer Anteil der Verkehrsstörungen aus sogenannten Überlastungsstaus.
Wissenschaftler haben errechnet, dass die Kapazität einer Straße etwa 1500 bis etwa 2000 Fahrzeuge pro Stunde und Spur beträgt. Kommen weitere Fahrzeugen hinzu, werden die Asphaltbänder zu Parkstreifen. Allein der Zeitverlust wiegt dann schon schwer, noch wichtiger ist allerdings der Preis dafür.
Soeben fragte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) 1073 Verkehrsund Logistikunternehmen, welche Kosten ihnen durch Verkehrsstörungen im Jahr 2008 entstanden seien.
Ergebnis: Allein bei den teilnehmenden Firmen fielen aufgrund von Verkehrsstörungen Mehrkosten in Höhe von über 96 Millionen Euro an. Erschreckend teuer, von ökologischen Aspekten ganz abgesehen.