Akkuverbrauch

Die Stromfresser des Handys

In den GSM-Netzen lässt sich im Schnitt über doppelt so lange plaudern bis der Akku schlapp macht als im UMTS-Netz. Bei manchem Modell hält das Handy durch Verzicht auf UMTS beim Telefonieren dreimal so lange durch.

Beim Telefonieren übers GSM-Netz zeigt sich übrigens, dass sich die Ausdauer, betrachtet man nur eine Funktion isoliert, tatsächlich in den letzten Jahren durchaus verbessert hat. So hielt das zu seiner Zeit als besonders ausdauernd gehandelte Nokia 6310i ein Gespräch im D-Netz rund 5:40 Stunden, mit einem Akku mit 1205 mAh Kapazität. Das Nokia N82 kommt heute mit einem nur 1045 mAh großen Akku auf 6:24 Stunden.

Akkufressender UMTS

UMTS bringt schnellen Datenempfang übers Mobilfunknetz, macht Videotelefonie möglich und bietet eine bessere Sprachqualität. Doch gleichzeitig ist UMTS einer der größten Stromfresser im Handy, und das nicht nur beim Telefonieren. Auch im reinen Standby-Betrieb benötigt ein Handy, das in ein UMTS-Netz eingebucht ist, meist mehr Strom als im GSM-Netz.

Es gibt zwar ein paar Ausnahmen und die Unterschiede fallen generell nicht so gravierend aus wie beim Telefonieren. Dennoch: Wer auf die Vorteile von UMTS verzichten kann oder sich die Mühe macht, das sogenannte 3G nur zu aktivieren, wenn es auch benötigt wird, der kann seinen Akku deutlich schonen.

Auch beim aktiven Datenempfang, etwa beim Surfen im Internet, sorgt UMTS dafür, dass die Lichter deutlich schneller ausgehen als beim Surfen über die GSM-Datendienste GPRS und EDGE.

Das Display: Die helle Freude

Bei vielen Anwendungen saugt nicht nur ein Verbraucher am Akku, sondern oft kommt gleich einiges zusammen. Beim Surfen etwa empfängt das Handy Daten übers Mobilfunknetz, gleichzeitig zeigt das Display die Informationen an. Und der Screen gehört ebenfalls zu den Großverbrauchern. Um sich die Relation klarzumachen: Die reine Standby-Zeit mit eingeschaltetem Display liegt teilweise unter der Gesprächszeit beim Telefonieren.

Dabei ist es vor allem die Beleuchtung der Anzeige, die sich am Stromspeicher bedient. Deshalb sind die Hersteller bemüht, die Beleuchtung bei Nichtgebrauch zu dimmen und so schnell wie möglich komplett abzuschalten. Bei vielen aktuellen Handys lässt sich daher nicht einmal mehr die Uhrzeit ablesen, ohne die Displaybeleuchtung wieder einzuschalten.

Leider kann man nicht bei allen Handys die Helligkeit der Beleuchtung regeln. Wo dies möglich ist, kann man mit einer etwas dunkleren Anzeige einiges an Ausdauer herausholen.

Musik: Recht sparsames Vergnügen

Ausdauer des Handy-Akkus erhöhen

© Archiv

Auch Bluetooth-Headsets saugen ordentlich

Der Musicplayer gehört zu den am häufigsten verwendeten Funktionen, die in den letzten Jahren Einzug ins Handy gehalten haben.Vielleicht auch deshalb, weil der Musikus dem Akku nicht allzu sehr zusetzt: Zwischen 9:30 und 24 Stunden reine Spielzeit schafften die Handys im Test, bei voller Lautstärke über das mitgelieferte Headset.

Das Stehvermögen ist kein Wunder: Denn beim Musikhören bleibt das Display über weite Strecken aus. Wer seinen Lieblingssound dagegen über ein Bluetooth-Stereo-Headset oder über Bluetooth-Boxen hört, muss das Handy schon deutlich schneller wieder mit Strom versorgen.

Und wovon bei den meisten Handys abzuraten ist: Musik über die integrierten Lautsprecher zu hören, nicht nur wegen der gebotenen Rücksicht auf die Umwelt und dem eher bescheidenen Klangerlebnis. Ein Sony Ericsson W980 etwa, das beim Hören übers Headset 24 Stunden durchhält, macht beim Einsatz des integrierten Lautsprechers nach noch nicht einmal fünf Stunden schlapp.

Bewegte Bilder brauchen Strom

Deutlich kürzer steht einem das Handy beim Betrachten von Filmen zur Verfügung. Von den Nokias E71 und N82 mit ihren offensichtlich sehr stromsparenden Displays abgesehen, erreichten die Testkandidaten hier Ausdauerwerte von durchschnittlich etwa drei Stunden.

Toppen lässt sich das Ganze noch, wenn die bewegten Bilder übers Mobilfunknetz etwa von Youtube als Videostream eingeflogen werden. Dann knacken nur zwei Kandidaten die Drei-Stunden-Grenze.

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