Handys mit doppeltem Empfangsteil

Das sollten Sie über SIM-Karten wissen

SIM Karten

© Simyo

SIM-Karten – drei verschiedene SIM-Karten-Formate stehen zur Auswahl

SIM-Kartenslot

Als Standard haben sich sogenannte Hybrid-Slots etabliert, die entweder eine zweite SIM- oder eine Micro-SD-Speicherkarte aufnehmen, was Platz im Gehäuse spart. Vor allem bei günstigen Dual-SIM-Modellen mit wenig internem Speicher ist diese Bauweise allerdings ein echter Nachteil, denn Sie müssen sich zwischen der Speichererweiterung und der Dual-SIM-Funktion entscheiden. Besser ist die Dual-Slot-Lösung mit zwei SIM-Kartenschächten und einem zusätzlichen Einschub für eine Micro-SD-Speicherkarte. Diese Königslösung ist in der Praxis aber eher selten anzutreffen.

Transceiver (Sende- und Empfangsteil)

Beim Thema Transceiver ist aktuell die Kombination aus LTE/UMTS/GSM für die eine SIM-Karte und UMTS/GSM für die andere die Regel. Der Nutzer kann die Karten softwareseitig den gewünschten Slots zuordnen; ein Umstecken ist nicht notwendig.

Zurzeit ist noch kein Gerät mit zwei LTE-Transceivern auf dem deutschen Markt erhältlich. Der Mehrwert wäre auch gering, denn der Vorteil würde sich auf die parallele Nutzung von „Voice over LTE“ (VoLTE), also einer hochwertigeren Sprachqualität, und eine schnelle Datenverbindung beschränken. Telefonate werden in der Praxis aber oft immer noch über GSM geführt, sodass sich der Mehraufwand für die Hersteller kaum lohnt.Dual-SIM-Modus: Hier gilt es zwischen den Modi „Dual-SIM Standby“ und „Dual-SIM Active“ zu unterscheiden. Bei Ersterem sind beide SIM-Karten im jeweiligen Netz erreichbar. Sobald jedoch eine Verbindung aufgebaut ist, ist der Transceiver „besetzt“ und die zweite Karte nicht mehr erreichbar.

​Bei „Dual-SIM Active“ kommen dagegen zwei unabhängige Transceiver im Smartphone zum Einsatz, sodass die parallele Nutzung beider SIM-Karten möglich ist.​

SIM-Verwaltung

Die Verwaltung der beiden SIM-Karten im Smartphone ist durch die Bank sehr einfach gelöst und so auch schnell erledigt.

Sind die beiden SIM-Karten erst einmal im Smartphone eingelegt, kann es auch schon mit der nutzerspezifischen Konfiguration losgehen. Um eine breitere Übersicht zu bieten, stammen die gezeigten Screenshots von unterschiedlichen Smartphone-Benutzeroberflächen. Damit lassen sich die Aussagen auch leichter auf andere Smartphone-Modelle übertragen.

Schnell gefunden 

Die SIM-Kartenverwaltung ist über einen Eintrag im Einstellungs- Menü schnell ausfindig gemacht. Manchmal befindet sich der Punkt aber auch in einem Unterverzeichnis, etwa für „Verbindungen“, „Telefonie“ oder „Netzwerk“.

SIM-Kartenverwaltung

Die Übersicht ist optisch je nachSmartphone-Modell etwas unterschiedlichgestaltet. WährendSamsung und Huawei mehr Detailszeigen, ist die Ansicht bei der nativen, also unveränderten Android-Oberfläche schlicht gehalten. Sie zeigt die aktuelle Konfiguration der SIM-Karten, hier lassen sich dann auch die einzelnen Karten deaktivieren, wenn man für einen gewissen Zeitraum unter einer Nummer einmal nicht erreichbar sein möchte.

SIM-Verwaltung

© connect

Die SIM-Kartenverwaltung ist übersichtlich und intuitiv bedienbar (links). Neben Name und Farbe bieten manche Hersteller auch verschiedene Icons für die SIM-Karten. (Samsung, rechts)

Individualisierung 

Nahezu alle Hersteller ermöglichen es dem Kunden, dass er die einzelnen SIM-Karten nach Wunsch benennt; auch die Farbe der SIM-Icons lässt sich individuell anpassen. Samsung geht noch einen Schritt weiter und bietet zudem die Möglichkeit, aus verschiedenen Icon-Symbolen zu wählen und so die SIM-Karten noch deutlicher voneinander zu unterscheiden.

Telefonie und SMS 

Ist die optische Anpassung erfolgt, sollten Sie die bevorzugte Vorgehensweise unterschiedlich sein. Entweder muss man den entsprechenden SIM-Karteneintrag oder aber eine eigene Schaltfläche für Anrufe und SMS anwählen. Für Anrufe gibt es zudem die praktische Option, für jedes Telefonat die Karte wählen zu können.

Datennutzung 

Nun müssen Sie noch festlegen, welche Karte fürs Surfen eingesetzt werden soll. Während man bei früheren Dual-SIM-Smartphones genau darauf achten musste, in welchen Slot die jeweilige SIM-Karte gesteckt wurde, erledigt dies heute die Software. So stellt das Gerät nach erfolgter SIM-Auswahl den Netzbetrieb entsprechend um – egal, ob die Wunschkarte in Slot eins oder zwei steckt.

Rufumleitung 

Auch wenn das Dual-SIMSmartphone Ihrer Wahl keine zwei Transceiver mitbringt, können Sie bei manchen Modellen dennoch beide SIM-Karten gleichzeitig für Telefonate nutzen. Damit das klappt, müssen Sie eine Rufumleitung einrichten. Je nach Modell gibt es hier unterschiedliche Vorgehensweisen. Doch Vorsicht, prüfen Sie zuerst Ihren Vertrag – es können Gebühren für die Rufumleitung anfallen.​

SIM-Verwaltung

© connect

Für Anrufe kann auch die Option „Abfrage bei jedem Anruf“ gewählt werden. (Android 7, links) Wird die SIM-Karte für die Datenverbindung geändert, erfolgt die LTE-Zuweisung per Software. (Huawei, rechts)

In der Praxis

Ist die Konfiguration der beiden SIM-Karten erfolgt, kann das Smartphone seine Vorzüge in der Praxis zeigen. Wer denkt, dass der Umgang mit zwei Verträgen eine umständliche Angelegenheit ist, der sieht sich angenehm getäuscht. Mit allen vier Testgeräten von Samsung, Huawei, Wiko und BQ klappte der Umgang problemlos. Es gab sogar teils unerwartet vielfältige Komfortfunktionen zu entdecken, die weit über die Anzeige der verwendeten Netzbetreiber auf dem Homescreen inklusive Einblendung der doppelten Empfangsbalken hinausgehen.

Alles im Blick 

So bietet die Benutzeroberfläche von Samsung ein enorm praktisches Detail: Die aktuelle Dual- SIM-Konfiguration wird nicht nur in den Einstellungen, sondern auch im Schnellmenü angezeigt. Tippt man auf den Eintrag, gelangt man direkt zur SIMKartenverwaltung und kann dort bequem die Vorgabem ändern – der Umweg über das Einstellungsmenü entfällt.

Auswahl vor Telefonat 

Auch wenn Sie eine SIM-Karte in der Konfiguration für Telefonate definiert haben, können Sie bei Samsung und Huawei vor dem Beginn eines Telefonats mit zwei eindeutigen Bedienflächen die getroffene Standardauswahl kurzfristig aushebeln – ähnlich wie vor dem Versenden einer SMS (siehe weiter unten).

Beim nativen Android-System gibt es diese Funktion ebenfalls; auch wenn sie nicht ganz so hübsch gestaltet ist, erfüllt sie ihren Zweck.

SIM in der Praxis

© connect

Damit die Übersicht nicht verlorengeht, zeigt Samsung die aktuelle SIM-Konfiguration im Schnellmenü (links). Gibt man eine Telefonnummer ein, wird man auf Wunsch jedesmal um eine Auswahl gebeten. (Android 7, rechts)

Auswahl vor SMS 

Wie bei der Telefonie hat der Nutzer auch beim Versenden einer Kurznachricht (SMS) die komfortable Möglichkeit, die gewählte Standardauswahl im Konfigurationsmenü einfach zu umgehen. Als besonders elegant präsentierte​ präsentierte sich im Testalltag die Lösung von Huawei, denn die Chinesen bieten zwei eindeutige Schaltflächen für die SIM-Karten.​

Dual-SIM im Telefonieeinsatz 

Als besonders unproblematisch entpuppte sich der Umgang mit eingehenden Telefonaten auf der Zweit-SIM, während wir mit der Haupt-SIM gerade telefoniert haben. Dazu muss das Dual-SIMSmartphone jedoch über zwei Transceiver verfügen – oder man muss eine Rufumleitung eingerichtet haben. Der eingehende Anruf wird akustisch​ per Klopfsignal angekündigt und auf dem Display angezeigt. Nun hat man die Möglichkeit, den neuen Anruf anzunehmen und das bisherige Telefonat im Hintergrund zu halten – oder es zu beenden.​

Optionen während eines Telefonats 

Praktisch für Geschäftsleute: Man kann zwei Anrufe auch zu einer Konferenz zusammenschalten; entsprechende Bedienflächen finden sich auf dem Display des Dual-SIM-Smartphones. Besonders übersichtlich ist die Ansicht bei Samsung gelöst: Die beiden Teilnehmer werden angezeigt, können aus der Konferenz kurzzeitig ausgeloggt werden, man kann die Verbindung auch komplett beenden.​

SIM in der Praxis

© connect

Trotz definierter SIM, kann der Nutzer auch bei SMS oftmals noch die Karte vor Versenden auswählen. (Huawei, links) Kommt während eines Gesprächs ein weiterer Anruf, wird dieser akustisch und optisch signalisiert. (Huawei, rechts)

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