Ratgeber

E-Plus/Base

Der Dritte im Bunde der Netzbetreiber zählt19,6 Millionen Kunden. Davon telefoniert die Mehrzahl, nämlich 12,7 Millionen, mit Prepaid-Karten der eigenen Marken wie Base, Simyo, Ay Yildiz, der Firmentochter Blau.de sowie der Kooperationspartner Aldi, ADAC, MTV und Viva. Im Gegensatz zum Rest der Netzkonkurrenz fungiert E-Plus nicht als Komplettanbieter, sondern liefert ausschließlich Mobilfunkprodukte.

Tarife

Seit fünf Jahren geht E-Plus mit der Mehrmarken-Strategie seinen eigenen Weg: Der Start des Mobilfunk-Discounters Simyo und der Flatrate-Marke Base sowie die Partnerschaft mit Aldi brachte Bewegung in den Markt und ließ die Preise kräftig purzeln. Seitdem sieht sich E-Plus als Herausforderer, der sich vor allem mit günstigen Tarifen auf dem Markt behaupten will.

Das funktioniert gut: In den vergangenen zwölf Monaten gewann der Netzbetreiber über 1,4 Millionen Kunden, davon allein 300 000 im letzten Quartal. Die Erfolgsgeschichte schreibt vor allem Base, folgerichtig wurde die Vermarktung der E-Plus-Tarife Anfang des Jahres eingestellt, der Fokus liegt nun auf der Tochter, die seit Januar mit einem neuem Tarif-Portfolio unterwegs ist. Im Tarifkonzept sind als Basis 30 Minuten sowie 30 SMS zu Base- und E-Plus-Nutzern ohne monatliche Fixkosten gratis.

Darüber hinaus stehen sieben Tarifoptionen zur Wahl, die man zum Grundtarif hinzubuchen kann. Neben drei Sprachflats bietet Base auch zwei Minutenpakete mit 50 und 500 Inklusivminuten in alle Netze. Die Preise für die Sprachflats liegen zwischen zehn und 50 Euro pro Monat. Die Minutenpakete für fünf und 30 Euro pro Monat strapazieren den Geldbeutel auch nicht über Gebühr.

Wer häufig ins Festnetz und ins E-Plus- Netz anruft, ist mit den Base-Sprachflats am günstigsten dran. Mit Minutenpreisen von 19 Cent liegt Base ansonsten nicht auf Discount-Niveau, verlangt aber immerhin zehn Cent weniger pro Minute als die D-Netz-Riesen - da kann man nicht klagen.  Auch in puncto Daten ist die E-Plus-Tochter äußerst günstig unterwegs: So kostet die Handy-Surfflat zehn Euro, die Laptop-Flat auch nur 20 Euro pro Monat. Prepaid-Kunden haben ein Angebot zu Wahl: Für fünf Euro pro Monat gibt's eine Base-Community-Flat ohne Vertragslaufzeit. Neben attraktiven Preisen überzeugt Base mit transparenter und flexibler Tarifgestaltung. Selbst beim Roaming tut sich der E-Netz-Betreiber hervor: Mit der Auslandsoption "Reisevorteil Plus" kostet der SMS-Versand aus EU-Ländern sowie aus Island, Norwegen und Liechtenstein nur 9 Cent. Damit unterbietet E-Plus selbst die EU-Vorgabe um 30 Prozent. Fürs Surfen zahlen Reisevorteil-Plus-Urlauber in den EU-Ländern nur 99 Cent pro Megabyte.

Vertragskonditionen

E-Plus/Base

© Josefine Milosevic

E-Plus/Base

Wer bei Base eine Sprachflat oder ein Minutenpaket bucht, bindet sich - wie soll's auch anders sein - für zwei Jahre. Immerhin kann der Kunde monatlich zwischen den Base-Tarifen kostenlos wechseln und so recht schnell auf seine aktuellen telekommunikativen Bedürfnissen reagieren. Manche "Erziehungsmaßnahmen" wiederum verwundern einen eher: Der einmalige Anschlusspreis von 25 Euro entfällt für aktive Kunden, die mit der Base-Karte telefonieren und SMS versenden.

Wer die SIM-Karte drei Monate hintereinander nicht nutzt, dem wird der Anschlusspreis rückwirkend in Rechnung gestellt. Auch nicht erfreulich: Während der Rest der Netzbetreiber den Hotline-Service Vertragskunden per Handy kostenlos zur Verfügung stellt, kassieren die Düsseldorfer 99 Cent pro Gespräch. Dafür spendiert Base jeden Monat 30 Freiminuten sowie 30 Frei-SMS für den netzinternen Gebrauch.

Handyauswahl

In puncto Handyauswahl muss sich der E-Netz-Anbieter absolut nicht verstecken: So sind die meisten Modelle, die aktuell Rang und Namen haben, in der Geräteliste vertreten. Selbst Apples Neuling iPhone 4 kann man über einen Partner-Shop ohne Vertragsbindung und ohne SIM-Lock bestellen. Doch auf eine kräftige Subventionierung wie bei der Telekom darf man nicht hoffen: Das 16-GB-Modell läuft für stolze 1079 Euro über die Ladentheke. Auch sonst hat der E-Netz-Betreiber bei seinem Handyverkauf die Subventionierung deutlich zurückgefahren: Bei Vertragsabschluss mit neuem Gerät zahlt der Nutzer je nach Gerätepreis fünf, zehn oder 15 Euro zum Tarif monatlich hinzu.

Webseite und Transparenz

Ähnlich wie das Tarifkonzept hält Base seine Webseite recht transparent. Die Seiten sind weder mit Bildern noch mit Texten überhäuft. Auch wird der Besucher nicht von Unmengen von Menüs, Untermenüs oder Pop-up-Fenstern erschlagen, die Seiten wirken angenehm luftig und aufgeräumt. Zwar kann auch Base nicht auf Fußnoten verzichten - doch sind es lange nicht so viele wie bei den D-Netz-Betreibern. Allerdings ist nicht alles Kleingedruckte verständlich formuliert. Hier sollte noch mal jemand ran.

Auswahl Shops

Zusätzlich zu den 700 eigenen Shops in guter Lage der Einkaufszonen der Städte werden Base-Produkte über Service-Provider wie Mobilcom-Debitel, Drillisch und den Händler The Phone House vertrieben. Der E-Netz-Betreiber bietet sein Shopkonzept auch selbstständigen Unternehmern an.

Netz

Dass E-Plus in Sachen Datennetz dem Rest der Netzbetreiber nicht das Wasser reichen kann, ist hinlänglich bekannt. Doch scheint es, als wäre eine Trendwende in Sicht: CEO Dirks kündigte jedenfalls für dieses und nächstes Jahr eine Netzoffensive an. So sind die Düsseldorfer in mehreren Regionen mit dem Datenturbo HSPA gestartet, den Stand der Dinge zeigt der nächste connect-Netztest in der connect-Ausgabe 12/2010 (ab 5.11. am Kiosk).

E-Plus/Base

© Josefine Milosevic

Connect-Check E-Plus/Base

 

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